24.10.2016 rss_feed

Extensivierung oder nachhaltige Produktivitätssteigerung?

Mit jedem Prozentpunkt mehr an landwirtschaftlicher Produktivität in der EU können jährlich mehr als 10 Mio. Menschen ernährt und die soziale Wohlfahrt um rund EUR 500 Mio. erhöht werden, schrieb der Österreichische Agrarinformationsdienst (AIZ) in seinem Newsletter 45/2013 und berief sich dabei auf eine Studie des Humboldt Forums für Ernährung und Landwirtschaft, einem internationalen Non-Profit-Thinktank mit Sitz in Berlin.
Vor diesem Hintergrund hat eine Prognose von Alois Leidwein, Bereichsleiter für Forschung bei der Agentur für Gesundheit und Ernähungssicherheit (AGES) aufgeschreckt. Er hat mehrere Szenarien für einen Ausbau der Biolandwirtschaft durchgerechnet und geht bei einer flächendeckenden Umstellung auf Biolandwirtschaft schon vor 2030 mit einer massiv steigenden Importabhängigkeit in der Lebensmittelversorgung aus. Eine Umstellung auf 100 % Bio ist utopisch. Das weiß auch Leidwein. Trotzdem. Vor dem Hintergrund der Studie aus 2013 muss man sich fragen, ob wir uns überhaupt einen Ausbau des Ökolandbaus auf 20 % leisten können? Führt jeder Prozentpunkt weniger an landwirtschaftlicher Produktivität automatisch zu mehr Hunger und einem Absinken der sozialen Wohlfahrt? Wo bleibt die sozio-ökonomische Folgenabschätzung für die Forderung nach mehr Extensivierung?

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