Aktuelles

04.01.2012

RLV: Rinder keine Klimakiller

Energiebedingte CO2-Emissionen machen nach RLV-Angaben fast 90 % der gesamten Emissionen von Klimagasen aus. Der Methanausstoß von Kühen und Schafen liege aber nur bei 2 % der Klimagase. Das bestätige auch die FAO Studie aus dem Jahr 2010. Insgesamt verursache die Landwirtschaft rund 7,5 % der Treibhausgase. Die Rinderhaltung zähle damit nur zu den kleineren Verursachern des Klimawandels. Forderungen nach einem Fleischverzicht unter dem Motto Zurück zum Sonntagsbraten begegnet der RLV mit einem treffenden Gegenargument: Der Umstieg auf fleischlose Kost mache für das Klima so viel aus, wie eine Verringerung der Zimmertemperatur um 1°C.
 

01.01.2012

Metastudie zur Folgen der Gentechnik

animal-healt-online ©aho - Beim Einsatz gentechnologisch modifizierter Pflanzen in Nahrungs- und Futtermittel ist nicht mit negativen Langzeitfolgen zu rechnen. Zu diesem Ergebnis kommen britische und französische Wissenschaftler in einer jetzt publizierten Metastudie. Die Autoren um Frau Professor Agnes Ricroch von der Universität AgroParisTech hatten 24 Langzeit- und Mehrgenerationenstudien ausgewertet, in denen Bt-Mais, herbizidtolerante Soja und gentechnisch veränderte Kartoffeln, Triticale und Reis an Tiere verfüttert wurden. An den Versuchstieren wurden Parametern wie Wachstum, Futteraufnahme und Organgewicht gemessen. Milch und Blut wurden laboranalytisch und Organe histiologisch untersucht. Bei all diesen Studien wurden keine Hinweise auf negative Folgen durch den Verzehr von gentechnologisch modifizierten Pflanzen gefunden, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Food and Chemical Toxicology.
 

30.12.2011

Das Schwein als Arzneimittel

Arzneimittel sind nicht nur chemischen oder pflanzlichen Ursprungs. Für manche Arznei kommen auch Tiere als Lieferant infrage.
So liefern Rinder - oder Schweinelungen ein komplexes Gemisch, das als Surfactant bezeichnet wird und bei Frühgeborenen mit unreifen Lungen lebensrettend wirkt. Bauchspeicheldrüsen von Rindern und Schweinen sind das Ausgangsprodukt für Pankreaspulver. Es wirkt stärke-, fett- und eiweißspaltend und wird erfolgreich bei Verdauungstörungen eingesetzt. Andere Verdauungshelfer sind die Enzyme Persin, Chymotrypsin und Trypsin. Gelatine, bekannt als Grundmasse von Gummibärchen und Käse-Sahnetorten wird in der Pharmazie für die Herstellung von Kapselhüllen oder Zinkleim-Verbänden benötigt, die bei Störungen des Bewegungsapparates eingesetzt werden. Heparin, Bestandteil von Sportsalben oder Spritzen zur Thrombosevorbeugung kommt bei Säugetieren haupsächlich in Lungen, Leber und Darmschleimhaut vor. Schweine aus China dienes als Hauptlieferant für den Weltmarkt.
Pferde produzieren Gegengifte z.B. gegen Schlangengift oder das Botulismus-Antitoxin. Aus dem Harn trächtiger Stuten werden weibliche Hormone gewonnen, die bei Wechseljahresbeschwerden Verwendung finden. Das größte Tier, das homöopathisch genutzt wird, ist der Pottwal. Er sondert die wachsartige Substanz
Ambra ab, die z.B. bei Schlaflosigkeit eingesetzt wird.

Auszug aus Huhn und Schwein in der Arznei von Apothekerin Elke Kokemoor in Landwirtschaftliches Wochenblatt Westfalen-Lippe, 43/2011, S. 92
 

28.12.2011

Bessere Viehzucht Dank APP-Unterstützung

ICOW-APP Nach aktuellen Schätzungen der FAO wird die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 73 % mehr Fleisch und 58 % mehr Milchprodukte verzehren als derzeit. Nicht nur, weil Lebensmittel tierischer Herkunft den Ernährungszustand vieler Familien mit niedrigem Einkommen nachhaltig verbessern. Fleisch, Milch und Eier liefern Proteine ​​mit einer breiten Palette von Aminosäuren und sichern eine leichte Versorgung mit sog. Mikro-Nährstoffe wie Eisen, Zink, Vitamin A, Vitamin B12 und Kalzium, zu denen viele mangelernährte Menschen sonst keinen Zugang hätten.
Um Ressourcen zu schonen, muss also alles getan werden, um die Produktivität in Dritt- und Schwellenländern zu steigern und nachhaltiger zu gestalten. Eine Möglichkeit könnte Afrikas APP des Jahres 2010 sein.
iCOW beantwortet Fragen zur Fruchtbarkeit, zur Tierernährung und tierärztlichen Unterstützung. In Kenia muss ein Farmer rd. 15 Liter Milch je Tag verkaufen, damit er seine Familie davon ernähren kann. Die meisten der 1,5 Millionen kenianischen Farmer kommen im Mittel jedoch nur auf drei bis 5 Liter. Mit iCow soll das bald anders werden.
 

26.12.2011

Neue Erkenntnisse zur Evolution und geografischen Verbreitung von MRSA

Ein Ziel der Seuchenüberwachung ist es, den Ausbruch und die Verbreitung von Infektionskrankheiten zu erkennen und damit die Ansteckung von weiteren Personen oder Tieren frühzeitig eindämmen zu können.
Eine besondere Herausforderung stellen dabei solche Krankheiten dar, die durch Bakterien ausgelöst werden, die gegen Antibiotika Resistenzen entwickeln, wie z.B. Methicillin-resistente Staphylococcus aureus, kurz MRSA.
Aktuelle Ergebnisse weisen darauf hin, dass MRSA-Verbreitungen meisst epidemiologischen Grundsätzen folgen und regional typische Muster im Genom aufweisen. Damit wäre erstmals eine Rückverfolgung bis zur Entstehungsort und damit eine effektive Eingrenzung möglich.
 

22.12.2011

Hygienerisiko Einstreu?

Tierhalter, die am QS-Programm teilnehmen, haben Vorbehalte gegen Einstreumaterialien. Aus arbeitswirtschaftlichen und hygienischen Gründen wurde Stroh vielfach aus dem Stall verbannt. Das Risiko eines Keimübertrages auf lebensmittelliefernde Tiere wird vielfach gescheut. Neben Mykotoxinen (Schimmelpilzen) bereiten v.a. Brucella- und Salmonella-Bakterien Kopfschmerzen. V.a. wenn aufgrund des QS-Salmonellenmonitorings eine Abstufung in Kategorie III droht. Die wirtschaftlichen Einbußen wären dann enorm.
Im ökologischen Landbau ist man dieser Frage jetzt wissenschaftlich nachgegangen, allerdings für die Milchviehhaltung. Dafür wurden auf 106 Projektbetrieben Daten zum Einstreumanagement erhoben und das zum Einstreuen verwendete Material beurteilt. Im Focus standen hier Mastitiserreger, die in organischen Einstreumaterialien optimale Wachstumsbedingungen finden und Euterentzündungen (auch bei Sauen!) auslösen können. Das macht nicht selten eine Antibiotika-Behandlung erforderlich.

Das eingesetzte Stroh hatte gute bis sehr gute Qualität. Trotzdem wurden im Großteil der Proben coliforme Erreger in kritischer Anzahl gefunden.
 

20.12.2011

Systematische Kosten-Nutzen-Analyse von Minderungsmaßnahmen für Ammoniakemissionen

Ktbllogo Das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) hat im Auftrag des Umweltbundesamtes eine Studie erarbeitet, die Kosten und Nutzen von Maßnahmen zur Minderung der landwirtschaftlichen Ammoniakemissionen näher beleuchtet. Die Studie trägt den Titel UN ECE-Luftreinhaltekonvention - Task Force on Reactive Nitrogen. Systematische Kosten-Nutzen-Analyse von Minderungsmaßnahmen für Ammoniakemissionen in der Landwirtschaft für nationale Kostenabschätzungen.
 

19.12.2011

Soja: wichtige Pflanze für die Bioenergiebranche

Sojaanbau in Brasilien (rot eingezeichnet die administrative Regenwaldgrenze) Die meisten Leguminosen gehen in ihren Wurzelknöllchen eine Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien ein. Sie machen sich dadurch nahezu unabhängig vom Nitratgehalt des Bodens und können in stickstoffarmen Böden überleben (nach Wikipedia). Wenn diese Symbiose dazu führt, den Einsatz stickstoffhaltiger Mineraldünger zu reduzieren, soll das gut für die Umwelt sein. Die Sojabohne gehört z.B. zu diesen Pflanzen. Allerdings gilt die Sojabohne als selbstunverträglich, d.h. es muss ein Fruchtwechsel eingeplant werden, will man keine Ertragseinbußen provozieren. Außerdem liebt es die Pflanze trocken bei Bodentemperaturen von 10 Grad Celsius. Das ist u.a. der Grund dafür, dass diese Pflanze v.a. auf solchen Vorzugsstandorten angebaut wird, die diese Voraussetzungen ganzjährig gewährleisten. Das sind u.a. Argentinien, Brasilien und Amerika. Viele Kritiker glauben, dass der Sojabohnenanbau die Ursache für das Waldsterben im Regenwald ist. Und daran wiederum sei die Tierhaltung schuld. Doch stimmt diese Argumentation wirklich? Warum könnte eine leichte Ausdehnung des brasilianischen Tierbestandes sogar vorteilhaft für das Land sein?
 

19.12.2011

Agravis-Fachzeitschrift für Hygiene im landwirtschaftlichen Betrieb

Hygiene im Stall ist für landwirtschaftliche Betriebe, Berater und Tierärzte ein wichtiges Thema. Hilfreiche Tipps dazu gibt die Fachzeitschrift Der Hygienemanager, die von der AGRAVIS Raiffeisen AG herausgegeben wird. Die Zeitschrift enthält umfangreiche Informationen rund um die Hygiene in der Tierhaltung, erklärt biologische Vorgänge und gibt Hinweise, wie mögliche Schwachstellen auf landwirtschaftlichen Betrieben aufgedeckt und behoben werden können. Die kürzlich erschienene fünfte Ausgabe beinhaltet Betriebsreportagen aus dem Stall, Tipps zur Schadnagerbekämpfung und einer effektiven Bekämpfung sowie Hinweise zu Dysenterie mit Einblicken in Biologie und Bekämpfung.
 

16.12.2011

Emissionsminderungsmaßnahmen in der Schweinehaltung

LSZ Boxberg Dr. Wilhelm Pflanz, Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg, referierte Anfang Dezember über Emissions-Minderungsstrategien in der Schweinehaltung. Seine Präsentation ist jetzt online. Wichtigste Ergebnisse seines Vortrages sind:
  • Fütterung große Praxisbedeutung und großes Potential
  • Minimierung verschmutzte Bodenfläche und Gülleoberfläche
  • Saubere, trockene Aktivitäts- und Liegefläche (erfolgreiche Strukturierung Buchten)
  • Rasches Abführen des Harns (Ureaseinhibitoren)
  • wenig Güllebewegung
  • möglichst tiefe Temperatur und Luftgeschwindigkeit über den verschmutzten Flächen, Kühlmöglichkeiten
Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten werden vorgestellt und ökonomisch bewertet.
 

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