Aktuelles

01.08.2011

Sojaextraktionsschrot: wichtiges Koppelprodukt der Sojaölgewinnung

Die Sojabohne besteht zu 20 % aus Öl, weshalb sie als wichtigste ölliefernde Speisepflanze gilt. Fast 28 Prozent des weltweiten Speiseöls stammt aus Sojabohnen. Allerdings hat auch die Förderung der sog. erneuerbaren Energien dazu geführt, dass Sojaöl vermehrt als Biodiesel verwendet wird. Von dieser Entwicklung profitiert die Tierernährung, weil sich die Rückstände aus der Ölgewinnung hervorragend über den Tiermagen veredeln lasssen: aus 10 kg Sojabohnen werden 2 kg Sojaöl für den menschlichen Verzehr und 8 kg Futter.
Diese Koppelproduktion ist ökologisch sinnvoll und weit verbreitet. So landen Rapsexkrationsschrot, Nicht-Zuckerbestandteile der Zuckerrübe oder die Nicht-Mehlbestandteile des Weizens oder die Nicht-Stärkebestandteile des für die Bioalkoholproduktion verwendeten Roggens (Schlempe) im Futtertrog, alledings erst nach erfolgreicher Zertifizierung. Bester Verwerter ist und bleibt das Schwein.
Aktuelle Futterrationen mit Sojaschrot sind in jedem landwirtschaftlichen Wochenblatt zu finden.
In der aktuellen SuS wird beschrieben, wie man Futterkosten senken kann.
 

28.07.2011

Fleischverzehr und Gesundheit

Die Ergebnisse von sog. Beobachtungsstudien müssen immer wieder dafür herhalten, einen vermeintlichen Zusammenhang zwischen Fleischverzehr und Gesundheit herzustellen. Beste Chancen zitiert zu werden, haben Langzeitbeobachtungen. Selbst die Deutsche Gesellschaft für Ernährung greift gerne auf solche Studien zurück, um ihre Ernährungsempfehlungen zu rechtfertigen. Dabei lassen solche Studien kaum Aussagen über Ursache und Wirkung einer Beobachtung zu. Schon gar nicht, wenn innerhalb von zehn Jahren nur einmal nach dem Fleischverzehr gefragt werde, meint die Ernährungsberaterin Ulrike Gonder in einer Stellungnahme zu der größten amerikanischen Verzehrsstudie.
Das gilt wahrscheinlich auch für Studienergebnisse, die ein höheres Darmkrebsrisiko trotz Fleischverzicht gefunden zu haben meinen.
 

26.07.2011

Wie wahrscheinlich sind Kriege um Wasser?

Die Kriege des 20. Jahrhunderts werden ums Öl ausgefochten, die Kriege des 21. Jahrhunderts werden ums Wasser geführt werden - so lautet eine der meistzitierten Prognosen, die 1995 vom damaligen Vizepräsidenten der Weltbank aufgestellt worden ist. Die Fakten indes sprechen eine andere Sprache. Wendy Barnaby, Herausgeberin des britischen Wissenschaftsmagazin People & Science erklärt in der Mai-Ausgabe des Geo-Magazins warum auch die Länder mit knappen oder erschöpften Ressourcen keine Kriege führen (müssen). Der Grund ist virtuelles Wasser. "Wer Äpfel, Getreide oder andere Agrarprodukte auf dem Weltmarkt einkauft, importiert auch das Wasser, das für die Produktion des Lebensmittels benötigt worden ist. Für die Produktion von einem Apfel sind 70 Liter Wasser, für die Produktion von 1 kg Weizen 1.300 Liter Wasser nötig.
 

15.07.2011

Wann wird Ernährungsberatung zur Religion?

Was macht den Menschen so anfällig auf Beratung jeglicher Art, wenn es um das Essen geht? will Christian Düblin im Interview mit dem Lebensmittelchemiker Udo Pollmer für das Internetportal http://www.xecutives.net wissen. Verantwortlich seien Ernährungsberater, die mit wechselnden Dogmen dem Menschen das in seinen Grundzügen bei der Geburt mitgegebene Selbstvertrauen sukzessive untergraben, meint Pollmer. Man habe ihm erklärt, das Thema Ernährung sei eine anspruchsvolle Wissenschaft, die man sich zuerst aneignen müsse, bevor man sich an den Tisch setzen dürfe. So verlerne der Mensch, auf die Signale des eigenen Körpers zu hören. Immer noch der beste Ratgeber.
Wenig Positives kann der Fachbuchautor, Referent und Dozent sowie wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften e. V. (EU.L.E.) in München der Nährwertampel abgewinnen.
Die Ampel ruiniert die Lebensmittelqualität. Damit kriegen wir alle traditionellen Lebensmittel kaputt.
 

15.07.2011

Warum werden Schweineställe eingezäunt?

Vergangene Woche strahlte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) eine Folge der Sendung Panorama mit einem Beitrag zur Veredlungsproduktion aus, der überwiegend in Südoldenburg gedreht wurde. In der Fernsehsendung mit dem Titel Das Geschäft mit dem Schwein wurden  verseuchtes Wasser, gefährliche Keime oder fehlender Tierschutz  als Begleiterscheinungen der hiesigen Veredlung genannt. Land&Forst sprach mit Dr. Michael Alt, Tierarzt im Schweinegesundheitsdienst der LWK, über die dort behandelten Themen.
 

15.07.2011

Mitwirkung von Tierschutzvereinen im Baugenehmigungsverfahren

Die NRW-Landesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach anerkannten Tierschutzvereinen ein Verbandsklagerecht eingeräumt werden soll. Zugleich soll diesen Vereinen die Mitwirkung an tierschutzrelevanten Rechtsetzungs- und Verwaltungsverfahren ermöglicht werden. Betroffen sind davon auch die kreisangehörigen Städte und Gemeinden in ihrer Funktion als untere Bauaufsichtsbehörde.
Der Städte und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen hat in einer Pressemeldung dazu jetzt Stellung genommen. Die Gesetzgebungskompetenz des Landes wird in Frage gestellt. Außerdem wird bemängelt, dass eine Kostenfolgenabschätzung nach den Vorschriften des KonnexAG fehle. Die Mitwirkungs- und Informationsrechte nach § 2 des Entwurfes würden zu erheblichem organisatorischem Mehraufwand bei den Genehmigungsbehörden führen. Kosten, die der Steuerzahler zu tragen habe.
Im Übrigen wären die Städte wegen ihrer Funktion als untere Bauaufsichtsbehörde auch Beklagter und würden daher im Falle einer gerichtlichen Einschätzung, die von der veterinärrechtlichen Stellungnahme abweiche, die Kosten des Verfahrens zu tragen haben (§ 154 Abs. 1 VwGO). Derweil beklagen betroffene Wirtschaftsverbände das Verfahren an sich. Die Verbändeanhörung sei eine Farce. Hier solle ein Gesetz vor der Sommerpause ohne wirkliche Mitwirkung der Betroffenen durchgepeitscht werden. Bereits in wenigen Tagen soll ein Gesetz durchgewunken werden, wobei der endgültige Entwurf erst am 13. Juli vorgelegt worden sei. Vielen Landtagsabgeordneten bleibe also gar keine Zeit für Studium des Texte, fachliche Bewertung und Folgenabschätzung.
 

14.07.2011

Gesund altern: welche Rolle spielt der Fleischverzehr?

Die Europäer leben immer länger. Das ist eine gute Nachricht, aber auch eine Herausforderung, denn die Menschen sollen möglichst nicht nur lange leben, sondern auch so lange wie möglich gesund bleiben. In dem von der EU geförderten Projekt NU-AGE soll untersucht werden, wie Ernährung die Gesundheit älterer Menschen fördern und altersbedingte Erkrankungen vermeiden helfen kann.
Das Forschungskonsortium umfasst 31 Partner und soll u.a. in einer speziellen Ernährungspyramide münden, mit Augenmerk u.a. auf Nährstoffdichte, Vitamin D und Vitamin B12.
 

13.07.2011

Nitrat - das neue Brainfood

Schon seit längerem ist bekannt, dass der Körper mit Nitrat bzw. mit Nitrit Krankheitserreger bekämpft. So tritt beispielsweise Karies umso seltener auf, je mehr Nitrit im Speichel enthalten ist. Und das Nitrit, das bildet unsere Mundflora aus dem Nitrat, informiert der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer im Deutschland-Radio.
Nitrat in unseren Lebensmitteln sei daher für den Erwachsenen - entgegen den bisherigen Annahmen - sogar von gesundheitlichem Vorteil - solange es aus einer hygienischen Quelle stammt.
Nitratbelastungen spielen bei Tränkewasserqualität eine eher untergeordnetete Rolle, weil viele Inhaltsstoffe geogener Herkunft wie Eisen/Mangan und auch Sulfat den Geschmackt & Stoffwechsel eher belasten können und auch Nitrat im Bedarfsfall mit einem einfachen Ionentauschverfahren wie bei Entkalkern aus dem Wasser entfernt werden könnte, meint die Expertin Mirjam Lechner, die u.a. als Produktionsberaterin für die Unabhängige Erzeugergemeinschaft Hohenlohe-Franken im Einsatz ist. Der Gesetzgeber mache hier strenge Vorgaben. Lt. Trinkwasserverordung gelten für Nitrat und Nitrit folgende Grenzwerte: 50 bzw. 0,5 mg pro Liter. Dieser Grenzwert stelt sicher, dass bei lebenslangem Genuss eine Schädigung der menschlichen Gesundheit nicht zu befürchten ist.
Bei Schweinen kommt es ab Nitratgehalten von 2000 mg/l (Sorensen et a. 1994) zu Leistungsdepressionen. Auch hohe Nitritwerte werden toleriert, wenngleich die kritische Grenze lt. Literaturangaben zwischen 160 und 328 mg/l liegen soll (Seerley et al 1995).
 

10.07.2011

Kipp: kritische Gedanken zu Bioimporten

Trotz eines wachsenden Biomarktes steigen nur wenige Landwirte auf ökologischen Anbau um, beklagte Bioland-Präsident Thomas Dosch im Jahr 2010. Die Folgen sind bekannt: Bioprodukte müssen aus anderen (Dritt-)Ländern importiert werden. Rudolf Kipp, Autor des ScienceScepticalBlog, glaubt darin Ökoimperialismus (mit tödlichen Folgen für die heimische Bevölkerung) zu erkennen. Insbesondere dann, wenn europäische Vorgaben, Menschen gefährden. Er macht dies an Uganda deutlich, wo das Insektizid DDT erfolgreich zur Malariabekämpfung eingesetzt werde.
Der Blog von Kipp setzt sich kritisch mit den Themen Klima, Umwelt und Energie auseinander. Dort ist sein Artikel am 19.06.2011 unter dem provokanten Titel Bio tötet – diesmal in Afrika zuerst erschienen.
Hier können Sie den Artikel des Bloggers Kipp kommentieren.

Die größte Gefahr für den heimischen Biolandbau gehe nach Ansicht von Dosch übrigens von der Biogasförderung aus.
 

08.07.2011

WWF: Nachhaltigkeitsdefinition überdenken

Dr. Jason Clay, Senior Vize Präsident des World Wildlife Fund (WWF) beeindruckte dieser Tage mit realistischen Zielvorgaben: um eine wachsende Weltbevölkerung ernähren zu können, müssten vorhandene Ressourcen effektiver genutzt werden. Seine Vorstellungen präsentierte er auf der Jahreshauptversammlung der amerikanischen Rinderhalter, wobei er sich nicht scheute, eine weitere Intensivierung der Landwirtschaft einzufordern, um die Nahrungsmittelproduktion mit weniger Mitteln zu verdoppeln. Auf der Basis wissenschaftlicher Ergebnisse müssten die eingeschlagenen Effizienzziele überprüft und ggfs. nachjustiert werden.
Zitat: We can argue a lot today about what is and what is not sustainable. But by 2050, with 9 billion people on the planet, nearly 3 billion more than today, consuming twice as much as we are now, whatever is sustainable today isn’t going to be in 2050. So we’ve got to get better. We’ve got to figure out how to do more with less. I think with livestock, what we need to do is figure out where we are and what the ranges are. Then we can look at what role management and genetics and other things have to do with improving production.
 

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