Staatliche Kampagnen für den Ökolandbau
ZDS) - Ein Ökosiegel ist lediglich ein Marketinginstrument und erlaubt keine Aussage darüber, dass die so gekennzeichneten Produkte sicherer als andere Produkte sind. Daran erinnert der Kieler Agrarökonom Prof. Reimer von Alvensleben in seinem Beitrag
In seinem Beitrag hinterfragt der Wissenschaftler die zunehmende Verunsicherung der Verbraucher in Bezug auf Nahrungsmittel und kritisiert die dramatisierende Medienberichterstattung ebenso wie den Aktionismus der Politiker, die Verbraucherängste politisch instrumentalisieren. Als Beispiel dient dem Agrarökonom die BSE-Krise 2000/2001, die aufgrund von Wahrnehmungsverzerrungen und Risikofehleinschätzungen zum Auslöser der sogenannten Agrarwende werden konnte. Die Verunsicherung der Verbraucher über seine Nahrungsmittel sei zur wesentlichen Triebkraft einer gestiegenen Ökoproduktnachfrage geworden. Gerechtfertigt sei dies jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht. Bislang konnten nämlich noch keine wissenschaftlichen Befunde vorgelegt werden, wonach Ökoprodukte gesünder als konventionell hergestellte Produkte seien. Selbst im Ernährungsbericht 2000, der von unabhängigen Wissenschaftlern der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten herausgegeben wurde, fände sich kein Hinweis auf einen besonderen gesundheitlichen Wert von Ökoprodukten. Unverständlich sei daher, die politische Diskreditierung der Lebensmittel als
Kritisch sieht der Kieler Wissenschaftler auch die aus Steuermitteln finanzierte Kampagne für das neue Öko-Siegel. Der Slogan
Selbst die Förderung des Ökolandbaus aus umweltpolitischen Gründen sei mehr als zweifelhaft. Mehr als 50 Professoren der Agrarökonomie hätten noch im Januar 2001 darauf hingewiesen, dass die integrierte Landwirtschaft bei entsprechender Förderung Umweltleistungen kostengünstiger erbringen könne, als der Ökolandbau. Anhand umfangreicher Umweltverträglichkeitsanalysen in 190 landwirtschaftlichen Betrieben quer durch die Republik sei z.B. nachgewiesen worden, dass Umweltverträglichkeit weniger eine Folge der Wirtschaftsweise, der Intensitätsstufe, der Flächenproduktivität, der Betriebsgröße oder der Betriebsform sei, sondern vorrangig der Managementqualität.
Die Bundesregierung sei ignorant, wenn sie solche wissenschaftlichen Ergebnisse ignoriere und stattdessen - entgegen dem Vorschlag des von ihm eingesetzten `Rates für nachhaltige Entwicklung` - den ökologischen Landbau als Indikator für eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie festlege.
Grüne Illusionen, der am 10.06.2002 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen ist. Während der Verbraucher in den USA von staatlicher Seite aufgeklärt werde, vermisst von Alvensleben ähnliche Aussagen aus dem deutschen Verbraucherschutzministerium.
In seinem Beitrag hinterfragt der Wissenschaftler die zunehmende Verunsicherung der Verbraucher in Bezug auf Nahrungsmittel und kritisiert die dramatisierende Medienberichterstattung ebenso wie den Aktionismus der Politiker, die Verbraucherängste politisch instrumentalisieren. Als Beispiel dient dem Agrarökonom die BSE-Krise 2000/2001, die aufgrund von Wahrnehmungsverzerrungen und Risikofehleinschätzungen zum Auslöser der sogenannten Agrarwende werden konnte. Die Verunsicherung der Verbraucher über seine Nahrungsmittel sei zur wesentlichen Triebkraft einer gestiegenen Ökoproduktnachfrage geworden. Gerechtfertigt sei dies jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht. Bislang konnten nämlich noch keine wissenschaftlichen Befunde vorgelegt werden, wonach Ökoprodukte gesünder als konventionell hergestellte Produkte seien. Selbst im Ernährungsbericht 2000, der von unabhängigen Wissenschaftlern der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten herausgegeben wurde, fände sich kein Hinweis auf einen besonderen gesundheitlichen Wert von Ökoprodukten. Unverständlich sei daher, die politische Diskreditierung der Lebensmittel als
Masse statt Klassebzw. als
schlechter Fraß.
Kritisch sieht der Kieler Wissenschaftler auch die aus Steuermitteln finanzierte Kampagne für das neue Öko-Siegel. Der Slogan
Bioprodukte haben`s draufwerde nicht erläutert und diene nicht der Verbraucheraufklärung.
Selbst die Förderung des Ökolandbaus aus umweltpolitischen Gründen sei mehr als zweifelhaft. Mehr als 50 Professoren der Agrarökonomie hätten noch im Januar 2001 darauf hingewiesen, dass die integrierte Landwirtschaft bei entsprechender Förderung Umweltleistungen kostengünstiger erbringen könne, als der Ökolandbau. Anhand umfangreicher Umweltverträglichkeitsanalysen in 190 landwirtschaftlichen Betrieben quer durch die Republik sei z.B. nachgewiesen worden, dass Umweltverträglichkeit weniger eine Folge der Wirtschaftsweise, der Intensitätsstufe, der Flächenproduktivität, der Betriebsgröße oder der Betriebsform sei, sondern vorrangig der Managementqualität.
Die Bundesregierung sei ignorant, wenn sie solche wissenschaftlichen Ergebnisse ignoriere und stattdessen - entgegen dem Vorschlag des von ihm eingesetzten `Rates für nachhaltige Entwicklung` - den ökologischen Landbau als Indikator für eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie festlege.
Damit würden umweltökonomische Zusammenhänge mißachtet und eine weitere Verschwendung von Ressourcen in Deutschland gefördert, so der streitbare Agrarwissenschaftler.



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