20.05.2020rss_feed

Züchterische Möglichkeiten, um Ferkelverluste zu senken

Quelle: Ester Maren Heuß, Genetic analyses of piglet survival and postnatal growth, 2020 Bonn

Schweine gehören zu den sog. multiparen Tierarten. Aufgrund der rel. hohen Sterblichkeit in der Natur, können diese Tier viele Nachkommen pro Trächtigkeit austragen und sichern so wenigsten einigen Tieren das Überleben und den Fortbestand der Art. Der Mensch hat sich das zunutze gemacht. Das Schwein ist ein beliebtes Nutztier, das mehr als 30 Ferkel je Wurf bekommen kann. Dank Gruppenabferkelung und Geburtsüberwachung liegen die Ferkelverluste mit 15 bis 18 Prozent deutlich unter denen ihrer wilden Artgenossen. Aufgrund von Witterung, Futtermangel, Räubern oder Krankheiten erreicht häufig mehr als die Hälfte das erste Lebensjahr nicht. Die Wissenschaftlerin Esther Maren Heuß, Doktorin der Agrarwissenschaften (Dr. agr.) der Landwirtschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, hat sich in ihrer Doktorarbeit mit der Frage beschäftigt, wie ob die Ferkelverluste züchterisch positiv beeinflusst werden können (Genetic analyses of piglet survival and postnatal growth, 2020).

Die meisten Tierverluste (rd. 60 %) sind demnach um den Geburtstermin zu beobachten (Totgeburten, Lebensschwäche, Sepsis). Die Erdrückungsverluste werden mit rd. 7,8 % angegeben. Gegen Erdrückungsverluste soll der sog. Ferkelschutzkorb helfen; einen züchterischen Ansatz gegen die anderen Verluste hängt demnach von der Erblichkeit dieser Merkmale ab. Heuss ging in ihrer Arbeit der Frage nach, ob eine Selektion auf eine verbesserte Überlebensfähigkeit der Ferkel möglich ist und welche Merkmale unter Einbeziehung des Immunsystems dafür am besten geeignet erscheinen. Hierfür standen umfangreiche Datensätze eines deutschen Schweinezuchtunternehmens für 168,823 Ferkel und 4,642 Sauen zur Verfügung.

Diese Ergebnisse zeigen, dass uniforme Geburtsgewichte die Voraussetzung sind, um die Chancen eines Ferkels, tot geboren zu werden, zu verringern und gleichzeitig die Vitalität für das Überleben der Saugferkelphase sicher zu stellen. Eine Zucht auf eine verbesserte ÜFK ist möglich und kann durch genomweite Assoziationsstudien (GWAS) und genomische Selektion (GS) noch effizienter umgesetzt werden.