Einleitung zum Geschäftsbericht 2025
Der Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) vertritt 115 Mitgliedsunternehmen, die in verschiedene Gruppen unterteilt sind: Milchrind, Doppelnutzung Rind, Fleischrind, Leistungs- und Qualitätsprüfung sowie Schwein. Darüber hinaus ermöglicht die außerordentliche Mitgliedschaft 65 Unternehmen aus der vor- und nachgelagerten Branche einen branchenübergreifenden Austausch und eine erfolgreiche Netzwerkarbeit im Sinne der Landwirte.
Alle Mitglieder eint das Ziel, die deutsche Tierzucht und Tierhaltung zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die Bedeutung der Nutztierhaltung für eine nachhaltige Lebensmittelerzeugung sowie für die wirtschaftliche Stabilität der Landwirtschaft bleibt ungebrochen. Die Zahlen sprechen für sich:
Der landwirtschaftliche Produktionswert in Deutschland belief sich im Jahr 2025 nach ersten Schätzungen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) auf rund 76,8 Milliarden Euro und lag damit leicht über dem Niveau des Vorjahres. Maßgeblich für diese Entwicklung war insbesondere die positive wirtschaftliche Entwicklung im Bereich der tierischen Erzeugung.
Der Produktionswert der tierischen Erzeugung stieg auf rund 39,3 Milliarden Euro und stellt damit weiterhin einen zentralen Pfeiler der landwirtschaftlichen Wertschöpfung in Deutschland dar. Der Pflanzenbau entwickelte sich hingegen weniger dynamisch und blieb hinter dem Vorjahresniveau zurück.
Auch über die landwirtschaftliche Primärproduktion hinaus bleibt das Agribusiness ein bedeutender Bestandteil der deutschen Volkswirtschaft. Für das Jahr 2025 wird ein Branchenumsatz von rund 299 Milliarden Euro erwartet. Damit entfallen weiterhin mehr als 13 % des Umsatzes des verarbeitenden Gewerbes auf diesen Sektor. Insgesamt trägt das Agribusiness mit rund 6 % zur Bruttowertschöpfung in Deutschland bei und unterstreicht damit seine große wirtschaftliche und strukturpolitische Bedeutung.
Schwerpunkt der BRS-Arbeit / angepasste Strukturen
Der BRS konzentriert sich auf folgende Kernaufgaben:
- Erarbeitung von einheitlichen Regeln und Grundsätzen für die Branche,
- Gemeinsame Interessenvertretung gegenüber Politik, Behörden und anderen Organisationen auf nationaler und internationaler Ebene,
- Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung,
- Unterstützung von Innovationsprojekten in der Tierzucht und Tierhaltung,
- Sicherung und Förderung der Qualität tierischer Erzeugung.
Jährlich kommen neue Herausforderungen hinzu oder es verschieben sich Arbeitsschwerpunkte.
Angesichts des strukturellen Wandels und des steigenden Einflusses von Politik und Gesellschaft passt der BRS seine Strukturen entsprechend an. Es wird nun zwischen übergeordneten gemeinsamen Themen und fachspezifischer Arbeit innerhalb der Mitgliedergruppen unterschieden. Die fachliche Arbeit erfolgt klar abgegrenzt in den jeweiligen Mitgliedergruppen mit eigenen personellen Zuständigkeiten.
Der neu geschaffene Bereich Public Affairs
wird sich mit einem klar definierten Team um alle übergeordneten Themen kümmern, insbesondere in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Politik und Gesetzgebung, internationale Angelegenheiten, aber auch Veranstaltungen. Durch diese Anpassungen strebt der BRS eine stärkere Sichtbarkeit für die Mitgliederanliegen sowie eine höhere Effektivität in der gemeinsamen Interessenvertretung an.
Politische Rahmenbedingungen und Herausforderungen
Die Nutztierhaltung in Deutschland steht weiterhin vor erheblichen Herausforderungen, die maßgeblich durch die agrarpolitischen und regulatorischen Rahmenbedingungen geprägt sind. Die Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass sich der Strukturwandel in der Tierhaltung weiter fortsetzt. Zwischen 2020 und 2023 sank die Zahl der viehhaltenden Betriebe von rund 168.800 auf etwa 161.700 Betriebe – ein Rückgang von rund 4 % beziehungsweise über 7.000 Betrieben (Agrarstrukturerhebung 2023). Zwischen 2020 und 2025 ist die Zahl der viehhaltenden Betriebe in Deutschland um rund 11.000 bis 13.000 Betriebe bzw. etwa 7–8 % zurückgegangen (Trendfortschreibung durch Viehzählungen).
Besonders deutlich zeigt sich der Strukturwandel in der Schweinehaltung. Zum Stichtag 3. Mai 2025 gab es in Deutschland noch rund 15.250 schweinehaltende Betriebe. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 3,3 % (-520 Betriebe). (Statistisches Bundesamt)
Zum Stichtag 3. November 2025 wurden in Deutschland noch 15.220 Betriebe mit Schweinehaltung gezählt. Damit ging die Zahl der Betriebe gegenüber dem Vorjahresstichtag um 2,7 % (-430 Betriebe) zurück, während sie gegenüber Mai 2025 nahezu unverändert blieb. (Statistisches Bundesamt)
Auch in der Rinderhaltung zeigt sich weiterhin eine rückläufige Entwicklung. Zum Stichtag 3. November 2025 wurden in Deutschland rund 10,5 Millionen Rinder gehalten und damit 0,4 % weniger als im Vorjahr. (Statistisches Bundesamt)
Diese Entwicklungen verdeutlichen die anhaltenden strukturellen Veränderungen in der deutschen Nutztierhaltung. Steigende Anforderungen in den Bereichen Tierwohl, Umwelt- und Immissionsschutz, hohe Investitionskosten sowie mangelnde Planungssicherheit stellen viele Betriebe vor große wirtschaftliche Herausforderungen.
Vor diesem Hintergrund kommt der politischen Ausgestaltung der Rahmenbedingungen eine zentrale Bedeutung zu. Die agrarpolitischen Weichenstellungen der kommenden Jahre werden maßgeblich darüber entscheiden, ob landwirtschaftlichen Betrieben verlässliche Perspektiven eröffnet werden. Eine klare, praktikable und wirtschaftlich tragfähige Agrarpolitik ist entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Tierhaltung zu sichern und den Betrieben langfristige Planungssicherheit zu geben.
Der Bundesverband Rind und Schwein e. V. (BRS) setzt sich weiterhin mit Nachdruck dafür ein, dass die Interessen der Nutztierhalter in politischen Entscheidungsprozessen angemessen berücksichtigt werden. Gemeinsam mit unseren Mitgliedsorganisationen und Partnern arbeiten wir daran, tragfähige Lösungen für eine zukunftsfähige, nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Tierhaltung in Deutschland zu entwickeln.
In diesem Geschäftsbericht stellen wir daher die Themen in den Mittelpunkt, die den Verband seit der letzten Mitgliederversammlung im April 2025 besonders geprägt haben und die auch aktuell von zentraler Bedeutung für die deutsche Rinder- und Schweinehaltung sind.