Mitgliedergruppe Fleischrind
Zu den wichtigsten Themen und Maßnahmen im Geschäftsjahr 2025/26 gehörten:
- Herdbuchfragen und Koordination Zuchtleiter
- Weiterentwicklung der Zuchtwertschätzung
- Weitere Rassen einbezogen
- Entwicklung Kalbezuchtwert und Gesamtzuchtwert
- Interbeef
- Validierung von genetischen Besonderheiten/Erbfehlern
- Gemeinsames Positionspapier zur GAP nach 2027
- BRS-Fleischrinder-Awards 2025
- Herausgabe der Fachzeitschrift Fleischrinder Journal
- Zusammenarbeit mit dem Verband deutscher Fleischrind Jungzüchter e.V.
Weiterentwicklung der Zuchtwertschätzung
Einbeziehung neuer Rassen
Nach einem erfolgreichen Zuchtwertschätzungs-Testlauf Anfang 2025 der neuen
Rassen, wurden im Dezember 2025 für folgende Rassen erstmalig offizielle Zuchtwerte geschätzt:
RZF: Pinzgauer-Fleisch
RZL: Pinzgauer-Fleisch, Aubrac, Dexter, Glanrind und Welsh Black
Entwicklung Kalbezuchtwert und Gesamtzuchtwert
Die Fleischrind- Zuchtleiter entwickeln gemeinsam mit dem vit, einen Zuchtwert für den Kalbeverlauf sowie einen Gesamtzuchtwert. Die Einführung des neuen Gesamtzuchtwertes ist für die Zuchtwertschätzung 2027 geplant.
Interbeef
Nach gründlicher Überlegung haben sich die Zuchtleiter dafür entschieden, aus Interbeef zu Ende 2025 auszusteigen.
Validierung von genetischen Besonderheiten/Erbfehlern
Die Validierung von genetischen Besonderheiten und Erbfehlern ist seit der Nutzung der SNP-Typisierung fester Bestandteil des Fleischrinder-Alltags. Im zurückliegenden Jahr 2025/2026 wurde die Doppellender-Variante L64P für die Rassen Glanrind, Gelbvieh-Fleisch und Rotes Höhenvieh erfolgreich validiert. Außerdem konnte Rotfaktor für die zusätzliche Rasse Dexter validiert werden.
Der BRS ist in engem Austausch mit der Rinderzucht Austria, um sich bei Validierungen von wichtigen genetischen Besonderheiten und Erbfehlern gegenseitig zu unterstützen.
Gemeinsames Positionspapier zur GAP nach 2027
Insgesamt taten sich über 40 tierartübergreifende Organisationen zusammen und unterzeichneten im Herbst 2025 das Positionspapier der Verbändeplattform GRÜNLAND vom Deutschen Grünlandverband zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027.
Auch der BRS und einige Landes- und Rassedachverbände unterstützen die Forderungen. Denn ohne regelmäßige Mahd, ausreichend Weidevieh und ein faires Einkommen für unsere Landwirtinnen und Landwirte kann das multifunktionale Grünland nicht erhalten werden. Das Papier fordert eine starke, einfache und verlässliche Agrarpolitik, die Planungssicherheit bietet, ein angemessenes Einkommen sichert und den Beitrag des Grünlands zu Biodiversität, Klimaschutz und Ernährungssicherheit anerkennt.
BRS-Fleischrinder-Awards 2025
Ursprünglich sollten die BRS-Awards erstmalig im Rahmen der BRS-Convention vergeben werden. Die Convention konnte leider aufgrund zu geringer Anmeldezahlen nicht stattfinden. Die Awards hat der BRS trotzdem vergeben.
Mit diesen Awards zeichnet der BRS Betriebe aus, die sich schon lange der Fleischrinderzucht widmen, die ein sehr gutes Herdenmanagement betreiben und deren Bewertungs-Niveau der Kühe deutlich über dem Durchschnitt liegt. Außerdem gehören zu den Bewertungskriterien der Gesamteindruck des Betriebes, Öffentlichkeitsarbeit, Haltungsform (vor allem im Winter), Zuchttier- und Direktvermarktung, Schau- und Auktionsbeschickung sowie das Weidemanagement und Landschaftspflege. Die positive Vererbung von verkauften Zuchttieren im In- und Ausland spielt auch eine Rolle.
Die Jury setzt sich aus mehreren Zuchtleitern aus verschiedenen Regionen Deutschlands zusammen. Sie hatte die ehrenvolle Aufgabe aus 5.000 Fleischrinder-Herdbuchbetrieben in Deutschland die sechs nominierten und daraus die zwei Gewinner- Betriebe zu ermitteln.
Gewinner Fleischrinderzüchter extensiv 2025: Gallowayzüchter Familie Wiegmann, Sulingen, Niedersachsen
Herausgabe der Fachzeitschrift Fleischrinder Journal
Seit Anfang 2025 erscheint die Fachzeitschrift Fleischrinder Journal unter der kompletten Regie des BRS. Mit unserem starken Partner, dem Deutschen Landwirtschaftsverlag in München (DLV) an unserer Seite, konnten wir uns gut in die neuen Aufgaben einfinden. Die Ziele und Gründe der Eigenregie konnten voll erreicht werden. Diese lagen vor allem in der stabilen Gestaltung der Bezugs- und Anzeigengenpreise, Mitspracherecht im Inhalt und eine attraktivere Gestaltung des Heftes.
Zusammenarbeit mit dem Verband deutscher Fleischrind Jungzüchter e.V.
Am 15. April 2025 fand die Mitgliederversammlung des Verbandes deutscher Fleischrind-Jungzüchter statt. Neben dem Geschäftsbericht standen Vorstandswahlen auf der Tagesordnung. Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Carolin Nagel (Verband deutscher Simmentalzüchter) als 1. Vorsitzende, Sandra Hartenstein (Masterrind) als 2. Vorsitzende, Vanessa Friedel (Qnetics) als Kassenwart, zum Beisitzer und erstmalig gewählt wurden Sophia Tornow (Bundesverband deutscher Gallowayzüchter, Kate Bunde (Jungzüchter Allianz) und Tobias Schenk (Brandenburger Jungzüchterverein).
Der Bundeswettbewerb fand vom 11. bis 13. Juli 2025 in Tarmstedt mit 92 Teilnehmern statt. Außerdem organisierte der VdFJ wieder eine Preisrichterschulung für die älteren Jungzüchter.



