Projekte & Aktivitäten des FBF

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Der Förderverein Bioökonomieforschung e. V. (FBF) gestaltet gemeinsam mit Unternehmen und Verbänden der Tierzucht, Besamung sowie Leistungs- und Qualitätsprüfung die praxisnahe Forschung von morgen. Wir initiieren, koordinieren und begleiten Verbundprojekte rund um moderne Tierhaltung, Zucht und innovative Technologien – und sorgen dafür, dass Forschungsergebnisse ihren Weg in die Praxis finden und dort Wirkung entfalten. Durch die enge Vernetzung des FBF mit dem Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS), dem Dachverband der deutschen Tierzucht, ist eine gemeinsame Zielführung in vielen wichtigen Bereichen gewährleistet.


Aufgaben FBF

Die Struktur des FBF umfasst fünf Fachgruppen, die sich mit verschiedenen Aspekten der Tierzucht befassen, darunter die Genomanalyse für Rinder und Schweine, die Reproduktion von Rindern und Schweinen sowie die Leistungs- und Qualitätsprüfung.


FBF Organigramm

Aktuelle Projekte und Aktivitäten des FBF e.V.

Ein Großteil dieser Arbeiten ist nur durch öffentliche Förderprogramme möglich. Der FBF übernimmt hierbei die Rolle der Koordinationsstelle zwischen Praxis, Wissenschaft und Fördergebern und stellt sicher, dass die eingesetzten Mittel effizient genutzt werden und direkt den Mitgliedsorganisationen und Betrieben zugutekommen.


Genomanalyse Rind

Im Forschungsbereich Genom Rind stehen züchterische Ansätze zur Reduktion von Methanemissionen bei gleichzeitiger Verbesserung von Futtereffizienz, Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit im Fokus. Grundlage bilden umfangreiche Praxisdatenerhebungen und genomische Analysen, unter Einbindung des Pansenmikrobioms sowie Gesundheitsmerkmalen. Ergänzend werden Themen wie die genomische Selektion auf Klima- und Energieeffizienz, die Nutzung von Kreuzungszucht mit Beef on Dairy zur Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten sowie der Einsatz künstlicher Intelligenz für Management-, Anpaarungs- und Gesundheitsentscheidungen bearbeitet. Weitere Forschungsschwerpunkte liegen auf der Verbesserung der Klimaresilienz, insbesondere der züchterischen Bewertung von Hitzetoleranz.


Methabreed

Mit der Zucht auf einen verringerten Methanausstoß bei Rindern beschäftigt sich das Projekt MethaBreed - Nachhaltige Reduktion von Methanemissionen in Milchkuhbetrieben mittels züchterischer Strategien bei gleichzeitiger Verbesserung der Futtereffizienz und Tiergesundheit. Das Projekt umfasst Langzeitstudien auf Praxisbetrieben mit einer umfangreichen tierindividuellen Merkmalserfassung und einen ganzheitlichen Ansatz bestehend aus Methanausstoß, Futtereffizienz, Pansen-Mikrobiom und Tiergesundheit, um die Zucht auf einen verminderten Methanausstoß im Einklang mit weiteren Interessen des Landwirts zu ermöglichen.


Embrace BS

Bei der Rasse Brown Swiss gibt es ebenfalls ein Projekt, das sich mit der Zucht auf einen verringerten Methanausstoß beschäftigt: EMBRACE-BS - Enhancing Methane Mitigation Through Breeding in Small Cattle Populations - a Flagship Across Country Initiative with Brown Swiss. Hierbei handelt sich um ein Verbundprojekt mit Partnern aus der Schweiz, Österreich und Deutschland, die ebenfalls umfassende Datenerhebungen und genetische Analysen bezüglich des Merkmalskomplex Methanausstoß von Rindern durchführen


Breed4Green Logo

Die Fachgruppe unterstützt weitere Projekte mit der wissenschaftlichen Untersuchung des Methanausstoß von Milchkühen. Hierzu gehört das Projekt Breed4Green - Züchterische Verbesserung der Futtereffizienz und Reduktion des Methanausstoßes. Im Projekt Breed4Green werden Strategien zur züchterischen Verbesserung der Futtereffizienz und zur Reduktion des Methanausstoßes in der österreichischen Rinderwirtschaft entwickelt. Ziel ist es, Grundlagen für die genomische Selektion zu schaffen, um Energieeffizienz zu steigern und Treibhausgasemissionen nachhaltig zu senken. Das Projekt läuft von Mai 2023 bis Oktober 2027 und wird im Rahmen des DAFNE-Programms gefördert.


Regi RindNRW

Bereits seit 2024 ist ein gemeinsames Projekt des FBF mit seinen Partnern zum hochaktuellen Themenfeld Beef on Dairy in Umsetzung. Milchviehbetriebe setzen zunehmend Fleischrassen zur Kreuzung ein, um besser vermarktbare Kälber für die Mast zu erzeugen. Das Projekt Optimierte Kreuzungsanpaarung auf Milchviehbetrieben zur Etablierung einer regionalen Wertschöpfungskette Rindfleisch in NRW (RegioRind NRW) untersucht alternative Rassen zum Weißblauen Belgier für die regionale Erzeugung von Kreuzungskälbern und verfolgt das Ziel, die Vernetzung der Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette nachhaltig zu stärken.


MilkiTools

Neue Horizonte soll das Projekt Mil-KI - Tools für KI-gestützte Managemententscheidungen in der Milchviehhaltung zur Verbesserung der wirtschaftlichkeit, des Tierwohls und der Klimawirkung eröffnen. Als erstes FBF-Projekt unter Einsatz von künstlicher Intelligenz, besteht die Zielsetzung darin, bestehende Datenflüsse und Erhebungsmodelle zu nutzen. Die Unterstützung der Landwirte in ihren Verkaufs- und Anpaarungsentscheidungen sowie in der Krankheitsprophylaxe ist ein wesentlicher Aspekt des Projektes. Zur praktischen Umsetzung soll das entwickelte KI-Tool in den LKV-Herdenmanager integriert werden.


Zu weiteren von der Fachgruppe unterstützten Projekten zählt insbesondere das Projekt zur Implementierung eines Prototyps der genomischen Zuchtwertschätzung für Hitzetoleranz bei der Rasse Deutsche Holsteins (ZWS Hitzetoleranz). Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung einer belastbaren genomischen Zuchtwertschätzung für Hitzetoleranz auf Basis bewährter, historischer und populationsweit verfügbarer Daten.


Bildquelle: Wagyuverband Deutschland e.V.

Neben den dargestellten Projekten unterstützt die Fachgruppe weitere Vorhaben zu aktuellen wissenschaftlichen Fragestellungen. Hierzu wird jährlich eine gezielte Rückstellung zur Aufklärung genetischer Besonderheiten in der Rinderzucht gebildet. Ziel ist es, genetische Ursachen zeitnah zu identifizieren, potenzielle Risiken für die Zuchtpraxis einzuordnen und eine fundierte Entscheidungsgrundlage für den weiteren Umgang zu schaffen.

Unter anderem wird die sogenannte AK9-Mutation untersucht. Gegenstand ist eine genetische Variante im AK9-Gen, die mit männlicher Subfertilität beim Rind in Zusammenhang gebracht wird, obwohl die routinemäßig erhobenen Spermaqualitätsparameter unauffällig sind.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der bovinen spastischen Parese (BSP), einem rasseübergreifend relevanten Merkmal. Die Untersuchungen hierzu wurden in den vergangenen Jahren deutlich intensiviert.

Der FBF stellt vit und der LfL jährlich ein Budget zur Verfügung, mit dem gezielt Implementierungsarbeiten sowie kleinere, klar abgegrenzte Forschungsprojekte finanziert werden. Dadurch können fachliche Fragestellungen flexibel und zeitnah bearbeitet und wissenschaftliche Erkenntnisse effizient in die züchterische Praxis überführt werden.


SlickValOs

Mit der Zucht auf Klimaresilienz befasst sich das in den Startlöchern stehende Projekt Slick-ValOS-100, das die gezielte Einführung des SLICK-Gens in eine Teilpopulation von Osnabrücker Holstein-Zuchtbetrieben verfolgt. Ziel ist die Weiterentwicklung der Holstein-Zucht durch die Einkreuzung der hitzetoleranten SLICK-Genvariante in genomisch hochwertige Jungrinder mit hohem Gesamtzuchtwert. Ergänzend erfolgt eine ganzheitliche Simulation der Zuchtplanung, um die langfristigen Auswirkungen auf Zuchtfortschritt, Inzuchtentwicklung und genetische Diversität fundiert zu bewerten und eine nachhaltige, klimaangepasste Zuchtstrategie zu ermöglichen.


Bei der Rasse Fleckvieh wird im Jahr 2026 ein Projekt zu den genomischen Determinanten der weiblichen Fruchtbarkeit durchgeführt. Im Fokus steht ein Data-Mining-Ansatz zur Identifikation von Haplotypen, die mit weiblicher Unfruchtbarkeit assoziiert sind, insbesondere mit Fokus auf Loss-of-Function-Mutationen.


Reproduktion Rind

Die Fachgruppe Reproduktion Rind des FBF unterstützt kontinuierlich aktuelle Fragestellungen und fördert diverse Forschungsprojekte in diesem Bereich. Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Spermaqualität, ihrer Bedeutung für die Fruchtbarkeit sowie der Umsetzung in Besamungsstationen und landwirtschaftlichen Betrieben. Dabei werden auch biotechnologische Verfahren sowie Projekte zum Einsatz von Jungbullen gezielt weiterentwickelt und optimiert. Im Rahmen dieser Förderungen ergeben sich zudem gezielte Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Im Jahr 2025 wurde eine neue Projektausschreibung im Bereich Reproduktion Rind veröffentlicht, auf die insgesamt zehn Forschungsanträge eingingen. Sieben ausgewählte Projekte werden ab Anfang 2026 gefördert und fachlich durch die zuständige Fachgruppe begleitet.


Leistungs- und Qualitätsprüfung

Die Fachgruppe Leistungs- und Qualitätsprüfung begleitet die Weiterentwicklung und Stärkung der Milchleistungsprüfung (MLP) als zentrales Instrument für Zucht, Management und Beratung. Ein Schwerpunkt der Projektarbeit liegt auf der Erweiterung des Beratungsangebots der Landeskontrollverbände im Bezug zu aktuellen politischen Entwicklungen und Interessen der Mitgliedsorganisationen.

Für das Jahr 2026 ist der Beginn des Projekts MilchPS - Moderne Milchanalytik als Basis innovativer Konzepte zur Prävention von Stoffwechselerkrankungen bei Milchkühen in Management und Zucht (vorbehaltlich der Bewilligung) geplant. Dieses Projekt strebt an, die aus der Routinemilchanalytik vorliegenden Ketoseindikatoren, die über unterschiedliche Verfahren zur Milch-MIR-Spektraldateninterpretation ermittelt wurden, erstmals für übergreifende Analysen zusammenzuführen. Unter Einbezug von gesundheits- und leistungsbezogenen Daten sollen die Rahmenbedingungen für eine abgestimmte Weiterentwicklung der Verwendung der Milch-MIR-Spektraldaten zur Prävention von Stoffwechselerkrankungen, v.a. Ketosen, im Management und der Zucht geschaffen werden. Es besteht das große Potential, die aus den Milch-MIR-Spektraldaten abgeleiteten Hilfsmerkmale zur Verbesserung der Zuchtwertschätzung der Gesundheitsmerkmale zu nutzen, um langfristig die Stoffwechselstabilität der Milchkühe zu verbessern. Weiterhin soll der Landwirt die Milch-MIR-Spektraldaten selbst unmittelbar für die Krankheitspräventionen nutzen können, indem er frühzeitig auf das erhöhte Risiko einer Kuh-individuellen Stoffwechselerkrankung hingewiesen wird, wodurch wiederrum ein Beitrag zur Verbesserung der Bestandsgesundheit und des Tierwohls geleistet wird.

Die Fachgruppe stellt selbst finanzielle Mittel für eine Machbarkeitsstudie zur Verfügung, in der geklärt werden soll, ob es Alternativen zu den in der Milchanalytik üblicherweise eingesetzten Konservierungsmitteln Bronopol und Kathon gibt. Die bisher verwendeten Konservierungsmittel sind in der Anwendung potenziell gesundheitsgefährdend. Ein alternatives Konservierungsmittel darf weder die Analytik noch die Analysegeräte beeinträchtigen, muss eine ausreichende Konservierungswirkung aufweisen und mit einem Farbstoff kompatibel sein.

Weitere Themen, die derzeit in der Fachgruppe diskutiert werden und für die Ausschreibungen von Projektträgern beobachtet werden, umfassen den Einsatz künstlicher Intelligenz im Herdenmanagement und zur LKV internen Prozessoptimierung sowie die Klima- und Nährstoffbilanzierung.


Genomanalyse Schwein

Das übergeordnete Ziel der Fachgruppe Genomanalyse Schwein ist die kontinuierliche Weiterentwicklung der Merkmalserfassung für die Selektion. Dabei stehen die Anwendung neuer Methoden sowie die Weiterentwicklung von Zuchtzielen im Hinblick auf eine nachhaltige Schweinezucht im Fokus. Es werden unter anderem Projekte zur Reduktion genetischer Besonderheiten und zur verbesserten Diagnostik chromosomaler Auffälligkeiten bearbeitet. Darüber hinaus unterstützt die Fachgruppe auch Projekte zur Futtereffizienz, welche durch die Einbindung mikrobieller Information auf eine hologenomische Selektion zielen.


BrokenPig

Mit dem im Jahr 2025 gestarteten Projekt BrokenPig wurde ein Vorhaben initiiert, das die Etablierung der genomischen Selektion zur weiteren Reduktion unerwünschter genetischer Besonderheiten mit polygener Ursache beim Schwein zum Ziel hat. Weiteres Ziel ist die weitere Verringerung von Verlusten in Ferkelaufzucht und Mast. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der gezielten Erfassung polygen bedingter Defekte mit später Ausprägung mittels systematischen Monitorings in Aufzucht und Mast. Ziel ist der Aufbau einer belastbaren Datenbasis (Lernstichprobe), die künftig die Schätzung genomischer Zuchtwerte für genetische Besonderheiten in deutschen Zuchtorganisationen ermöglicht.


RTDetect

Das Projekt RT-Detect verfolgt das Ziel, ein innovatives, nicht-invasives Verfahren zur Detektion reziproker Translokationen (RT) direkt aus Spermaproben zu entwickeln, zu etablieren und zu validieren. Mithilfe hochauflösender DNA-Durchflusszytometrie soll ein praxistauglicher Routinetest zur züchterischen Qualitätssicherung bei Ebern und Bullen geschaffen werden. Das Verfahren stellt eine effiziente Alternative zur konventionellen, blutbasierten Karyotypisierung dar und soll eine frühzeitige Identifikation genetisch bedingter Fruchtbarkeitsrisiken ermöglichen.


Eine weitere Projektskizze Hologenomische Selektion zur züchterischen Verbesserung der Futter- und Nährstoffeffizienz beim Schwein (PigBreedE) zur züchterischen Verbesserung der Nährstoffeffizienz von Schweinen wurde im Rahmen einer Bekanntmachung der Innovationsförderung des BMLEH eingereicht.

Des Weiteren wurde das Projekt FixThePig (Skizzenphase) beim EIP Netzwerk Agrar & Innovation Niedersachsen eingereicht. Das Vorhaben befasst sich mit genom-basierten Zuchtstrategien zur Selektion genetischer Besonderheiten beim Schwein. Zentrale Ziele sind die Analyse von Sequenzierungs- und Genotypisierungsdaten zur Etablierung eines Reverse Phenotyping sowie die Schätzung genomischer Zuchtwerte für unerwünschte Merkmale. Ziel ist das frühzeitige Erkennen genomischer Risikofaktoren und die langfristige Reduktion unerwünschter genetischer Besonderheiten in der Schweinezucht.

Die Fachgruppe diskutierte darüber hinaus die zunehmende Relevanz von KI-Themen und deren Bedeutung für zukünftige Projekte. Dabei wurde hervorgehoben, dass diese Fragestellungen strategisch und großrahmig betrachtet werden sollten. Als potenzielle Anwendungsbereiche mit besonderer Relevanz für den Einsatz von KI wurden insbesondere die Exterieurbeurteilung, Schlachtkörpermerkmale und -befunde sowie Gesundheitsdaten identifiziert.


SNP-Typisierung

Der FBF koordiniert die SNP-Typisierung der Zuchtschweine in den im FBF gebündelten Zuchtorganisationen. Dazu gehören die Erstellung eines Custom Bereiches auf dem SNP-Chip, sowie der zentrale Erwerb und die Koordination der Weitergabe der Chips an die typisierenden Labore. Ein großer Teil der Daten aus der SNP-Typisierung werden den Zuchtorganisationen der Fachgruppe zentral über eine Genomdatenbank zur Verfügung gestellt. Des Weiteren besteht in Absprache mit der Fachgruppe Genomanalyse Schwein die Möglichkeit, Forschungsprojekte durch die Bereitstellung der SNP-Chips zu unterstützen. Die Integration neuer DNA-Marker auf dem SNP-Chip wird regelmäßig geprüft, dabei spielen insbesondere die Ergebnisse von Forschungsprojekten eine große Rolle. In Zusammenarbeit mit universitären Forschungseinrichtungen werden dazu identifizierte und publizierte Marker in den bestehenden Populationen geprüft.


Reproduktion Schwein

In der Fachgruppe Reproduktion Schwein sind Schweinebesamungsstationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gebündelt. Gemeinsames Ziel der Fachgruppe ist die Qualitätssicherung der Spermaproduktion. Die enge Zusammenarbeit mit spermatologischen Referenzlaboren sichert einen hohen Standard, ohne dabei die Anforderungen der Praxis aus dem Blick zu verlieren.

 


BRS Sperma Qualität

Im Rahmen des jährlichen FBF-Stationsmonitorings senden die im FBF gebündelten Besamungsorganisationen einmal jährlich Spermaproben an das Referenzlabor der TiHo Hannover. Die Spermaqualität von Ebern der FBF-Stationen wird anhand einer repräsentativen Stichprobe untersucht. Dabei werden mittels spezieller Diagnostik extern verschiedene Merkmale wie Motilität, Morphologie, Membranstatus, Volumen und Spermienzahl ermittelt und über die Jahre hinweg verglichen.

Die Ergebnisse haben ebenfalls eine hohe Relevanz für die BRS-Mitglieder, da basierend auf den Versuchsergebnissen auch Anpassungen des BRS Standards Spermaqualität diskutiert werden können.


Für das Jahr 2026 sind mehrere Forschungsprojekte geplant. Ein Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung von Leptospiren in verdünntem, langzeitkonserviertem Ebersperma. Ziel ist die Analyse der Wachstumsdynamik und Vitalität von Leptospiren sowie die Bewertung des Einflusses von Gentamicin und unterschiedlicher Lagerungstemperaturen. Darüber hinaus soll die Wirksamkeit und Notwendigkeit des Einsatzes von Antibiotika zur Kontrolle von Leptospiren im konservierten Sperma geprüft werden.

Ein weiteres geplantes Projekt ist DeepMorph, das die Entwicklung und Anwendung einer KI-basierten, automatisierten Analyse der Spermienmorphologie zum Ziel hat. Mithilfe moderner KI-Modelle sollen Spermien in Echtzeit erkannt und klassifiziert werden. Durch die automatisierte Auswertung morphologischer Merkmale – wie Kopfform, Plasmatropfen, Schwanzdefekte oder kopflose Spermien – soll die Objektivität, Genauigkeit und Effizienz gegenüber der bislang überwiegend manuellen Analyse deutlich verbessert werden.

Das Projekt StallView wurde im Rahmen der EIP-Ausschreibung Niedersachsen eingereicht und befindet sich noch in der Skizzenphase. Das Projekt zielt auf die Entwicklung und Integration einer digitalen Beratungsplattform für das Gesundheits- und Bestandsmanagement in der Schweinehaltung ab. Kernbestandteil ist die Einführung des digitalen Tools StallView, das virtuelle Betriebs- und Stallbesuche ermöglicht und damit Beratung, Ausbildung und Kontrollen unabhängig von räumlicher Distanz, Quarantäneauflagen oder Personalmangel unterstützt.


Fachgruppenübergreifende Projekte

Tierzucht macht Schule

Ziel des Projektes Erfolgsgeschichte Tierzucht war die Erhöhung des Vertrauens der Verbraucher und der Politik in die Nutztierhaltung und die Tierzucht durch faktenbasierte Darstellung der Erfolge und Entwicklungen in der Tierzucht. Nach Abschluss des Projektes gilt es nun diese Inhalte weiter in der Gesellschaft zu verstetigen. Das Projekt Tierzucht macht Schule fokussiert auf die Dissimilation der Inhalte in Schulen. In Kollaboration mit der i.m.a. konnten zwei Unterrichtsbausteine zu der Tierzucht erstellt werden, ein weiterer Unterrichtsbaustein befindet sich in der Ausarbeitung. Diese können auf der Seite der i.m.a. abgerufen werden (Erhalten und verbessern – Nutztierzucht im Wandel der Zeit; Ernährungssicherheit und Tierwohl – Basis der Schweinezucht). Als weitere Maßnahmen zur Verbreitung der Inhalte sind unter anderem die Teilnahme an der Didakta als Messe für Pädagogen sowie die Verbreitung an der Eurotier geplant.


TierzuchtmachtSchule I

TierzuchtmachtSchule II

Veranstaltungen und weitere Aktivitäten

Vernetzung (© Pixabay.com)

Zur Vernetzung, der Umsetzung des Wissenstransfers und Planung neuer Projekte organisiert der FBF jedes Jahr verschiedene Veranstaltungen. Dazu zählen die Ergebnistagung der Fachgruppe Reproduktion Rind, das Anwenderseminar für Labormitarbeiter der Schweinebesamungsstationen, die Jahrestagung der Schweine KB-Stationen und verschiedene Workshops und Sessions auf wissenschaftlichen Tagungen (z.B. FBF-Session bei der Jahrestagung Physiologie und Pathologie in der Fortpflanzung) und selbstverständlich die verschiedenen Fachgruppensitzungen sowie die jährliche Mitgliederversammlung mit angeschlossener Fachtagung. Am 24. März 2025 fand der Abschluss Workshop des Projektes EffiPig in Kassel statt, organisiert vom FBF. Weiterhin werden Projektergebnisse in Fachartikeln und im Rahmen verschiedener Vorträge in die Praxis transferiert.

Zudem beobachtet der FBF Patentanmeldungen und -erteilungen im Europäischen Patentregister in Kooperation mit der Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovation e.V. (GFPi). Dank dieser Beobachtung wurde in der Vergangenheit erfolgreich ein Einspruch gegen das Patent EP3385394 Verfahren zur genomischen Beurteilung von Vieh eingereicht. Dieses Patent beschäftigt uns jedoch weiterhin, da weitere Anträge zu inhaltlich ähnlichen Patenten eingereicht wurden, gegen die wir Einsprüche beziehungsweise Einwendungen vorbereiten. Diese Patente beziehen sich auf die Nutzung von Zellen aus dem Fruchtwasser zur Bestimmung des Zuchtwertes eines Fötus (Rind) sowie zur Verwendung als Ausgangsmaterial zur Erstellung von Klonen. Nach deutscher Rechtsprechung ist nicht eindeutig auszuschließen, dass auch Nachkommen dieser so erzeugten Klone oder Produkte daraus (Eizellen, Sperma) unter Patentschutz fallen könnten. Im Fokus der Patentüberwachung stehen aktuell Patente zur Entwicklung von Selektionsmethoden, zur Selektion von Leistungsmerkmalen und genetischen Besonderheiten, sowie Patente die Gene Editing nutzen.

Zu den Aktivitäten des FBF zählen weiterhin die Beratung der Mitglieder zu verschiedenen Themen wie Projektideen, Förderanträgen und regionalen Forschungsprojekten, sowie die Koordination der Datenbereitstellung für Forschungsprojekte oder bei Anfragen Dritter und die Absicherung von Proben- oder Datenlieferungen über Material-Transfer Vereinbarungen. Zusätzlich fällt die Durchführung von Recherchen zu aktuellen Forschungsthemen und das Halten von Vorträgen für die Mitgliedsorganisationen zum Spektrum des FBFs, um die Mitglieder über relevante Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.


Unser Team E-Mail Telefon
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Geschäftsführerin Elena Frenken fe(at)fbf-forschung.de -48
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Elisabeth Jonas je(at)fbf-forschung.de -46
Wissenschaftliche Mitarbeiter Robin Joest jr(at)fbf-forschung.de -25
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Lea Möhle (in Elternzeit) ml(at)fbf-forschung.de -43
Assistenz Nicole Jost nj(at)fbf-forschung.de -43