Mitgliedergruppe Doppelnutzung / ASR
Einbeziehung neuer Länder in Zuchtwertschätzung Fleckvieh (Italien, Kroatien)
Italien und Kroatien werden erstmals in die gemeinsame Zuchtwertschätzung integriert, was die Datenbasis für die Fleckviehpopulation deutlich erweitert.
Italien liefert seit 1990 umfangreiche Daten (ca. 280.000 Kühe, 900.000 Kalbungen), Kroatien seit 2000 (ca. 160.000 Kühe, 740.000 Kalbungen). Die Datenmenge ist im Vergleich zur Gesamtpopulation gering (jeweils ca. 1,8 % bzw. 1,1 %), beeinflusst die bisherigen Schätzungen aber nur marginal.
Die Einbeziehung führt zu kleinen Änderungen bei den Zuchtwerten, insbesondere bei Bullen mit deutlichem Datenzuwachs. Die Korrelationen zwischen den Ländern liegen nahe 1,0, was die Vergleichbarkeit bestätigt.
Für Italien ist die Teilnahme ein bedeutender Schritt, da bisher Unterschiede in den Schätzsystemen bestanden. Die Integration ermöglicht künftig auch die Bewertung weiterer Merkmale wie Eutergesundheit und Fleischqualität, was die Wettbewerbsfähigkeit der Rasse stärkt.
Klauenpflegedaten aus Italien werden ebenfalls erstmals berücksichtigt, was die Datenbasis für die Klauengesundheit erweitert, jedoch nur minimalen Einfluss hat.
EVF-Arbeitsgruppe Exterieur tagt in Österreich
Im Oktober 2025 trafen sich die Ländervertreter der Arbeitsgruppe Exterieur der Europäischen Vereinigung der Fleckviehzüchter (EVF) in Österreich. Austragungsort des diesjährigen Treffens waren die Räumlichkeiten der GENOSTAR Rinderbesamung in Gleisdorf in der Steiermark. Die Arbeitsgruppe Exterieur zählt zu den aktivsten Gruppierungen innerhalb der EVF. Ihr Ziel ist die europaweite Harmonisierung der linearen Beschreibung von Fleckviehkühen mittels FleckScore sowie die fachliche Weiterbildung der Ländervertreter in Exterieur- und Züchtungsfragen. Der Leiter der Arbeitsgruppe, Reinhard Pfleger, konnte Vertreter aus 13 Mitgliedsländern der EVF in Österreich begrüßen. Der starke Zuspruch zeigt einerseits das große Interesse an dem zweitägigen Fachprogramm und unterstreicht andererseits die enge Kooperation der europäischen Fleckviehländer. Der erste Seminartag stand ganz im Zeichen der praktischen Anwendung von FleckScore zur linearen Beschreibung von Fleckviehkühen. Für diese Einheit bot der Zuchtbetrieb von Barbara und Benedikt Hiebaum in St. Margarethen an der Raab ideale Bedingungen. Im Auslauf des Betriebs standen sechs Fleckvieh-Jungkühe zur Bewertung bereit. Die Beurteilung erfolgte Mithilfe des Online-Tools www.fleckscore.com. Die anschließende Auswertung der individuellen Bewertungen im Vergleich zur Referenz wurde mithilfe des integrierten Tools FleckSchool durchgeführt. Damit konnten die Teilnehmer ihre Ergebnisse unmittelbar analysieren und gemeinsam mit den Chefbewertern aus Deutschland und Österreich diskutieren. Diese Form der Praxiseinheit dient nicht nur der Justierung des eigenen Beurteilungsauges, sondern auch der weiteren Harmonisierung der FleckScore-Bewertungen auf internationaler Ebene. Der Fleckvieh-Zuchtbetrieb Hiebaum umfasst aktuell 113 Kühe mit einem Herdendurchschnitt von 12.900 Kilogramm Milch und hat in den vergangenen Jahren eine beachtliche betriebliche Entwicklung in Zucht und Management vollzogen.
EMBRACE-BS: Länderübergreifendes Forschungsprojekt zur Reduktion der Methanemissionen bei Brown-Swiss Milchkühen gestartet
Die Zuchtorganisationen der Brown-Swiss-Rasse aus der Schweiz, Österreich und Deutschland bestreiten gemeinsam zusammen mit dem Förderverein Bioökonomieforschung (FBF) das Forschungsprojekt Züchterische Minderung von Methanemissionen in kleinen Rinderpopulationen – eine länderübergreifende Flagship Initiative mit Brown Swiss EMBRACE-BS, das von dem Bezos Earth Fund (BEF) und dem Global Methane Hub (GMH) gefördert wird. Ziel des Projekts ist die Reduzierung der Methanemissionen der Rasse Brown-Swiss, um damit ein Beitrag zur Verbesserung der Nachhaltigkeit der Milchwirtschaft zu leisten. Durch länderübergreifende Zusammenarbeit soll eine fundierte Datengrundlage geschaffen werden, um die genetischen Hintergründe von Methanemissionen zu untersuchen und neue Zuchtstrategien zu entwickeln.
Im Rahmen des Projekts werden umfangreich Phänotypen zur Methanemission erhoben. Die Methanemissionen werden durch Sniffer in kommerziellen Milchviehbetrieben mit automatischen Melksystemen gemessen. Dabei werden auch Gesundheitsdaten und Fütterungsinformationen erfasst sowie Proben vom Pansen-Mikrobiom entnommen, um ein umfassendes Bild der Methanemissionen und seiner biologischen Hintergründe zu gewinnen.
Die im Projekt EMBRACE-BS generierten phänotypische Daten sind eine wesentliche Voraussetzung, um das genetische Potenzial zur Reduzierung von Methanemissionen zu untersuchen. Sie ermöglichen die Schätzung von Erblichkeit und genetischen Korrelationen sowie die Optimierung von Zuchtzielen und Zuchtstrategien. EMBRACE-BS setzt hier an, indem es eine breite Datenerhebung zu Methanemissionen durchführt und diese in genetische Zuchtbewertungen integriert. Die im Projekt gewonnenen Daten dienen als Basis für die Etablierung einer routinemäßigen genetischen Bewertung von Methanemissionen.
Die in EMBRACE-BS beteiligten Organisationen verfügen bereits über langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit zum Thema Zucht. EMBRACE-BS soll weiter die Synergien der Partner nutzen, um ein Merkmal züchterisch erfolgreich zu bearbeiten. Somit soll mit EMBRACE-BS ein bedeutender Beitrag zur nachhaltigeren Milchviehhaltung geleistet werden.
breed4green
Direkte und indirekte Merkmale für Futtereffizienz und Treibhausgasemissionen für Zucht und Herdenmanagement beim Rind
Züchterische Verbesserungen in der Futter- bzw. Energieeffizienz und Reduktion der Treibhausgas-Emissionen sind wichtige Hebel, um die Umweltwirkungen zu reduzieren und damit die Nachhaltigkeit der Rinderwirtschaft weiter zu verbessern. Im Projekt breed4green wird an Grundlagen für die genomische Selektion auf Futtereffizienz und Reduktion von Treibhausgasemissionen geforscht.
Ziel von breed4green ist es, Strategien zur Züchtung auf Energieeffizienz und Reduktion von Treibhausgasemissionen für die österreichische Rinderwirtschaft zu erforschen.
Um dies zu erreichen, wird eine Datengrundlage für die Entwicklung und Validierung neuer Parameter für die Züchtung im Bereich der Futtermitteleffizienz und der Reduktion der Treibhausgasemissionen entwickelt. Methan und CO2 Messungen an Einzeltieren in Versuchs- und Praxisbetrieben in Kombination mit einer umfangreichen Merkmalserfassung für Gesundheit und Energieeffizienz (Gesundheit, Gewicht, BCS, Stoffwechsel, Energieaufnahme, MIR-Spektren), bestehenden Daten zur Futteraufnahme auf der Station und weiteren Datengrundlagen aus Stationsdaten sowie Praxisbetrieben im Rinderdatenverbund bilden die Grundlage zur Erforschung dieses Themengebietes.
Das genetische Potenzial des direkten Merkmals Methan- und CO2-Emission und die genetischen Korrelationen zu Gesundheit und anderen Merkmalen im Gesamtzuchtwert, sowie die Faktoren, die den Methanausstoß der Tiere beeinflussen, werden für die Rassen Fleckvieh und Brown Swiss analysiert. Die neue Datengrundlage wird auch zur Entwicklung und Validierung von MIR (Mid Infra Red) - Gleichungen verwendet, das Potenzial des indirekten Merkmals MIR-Methan wird analysiert und indirekte Merkmale für die Energieeffizienz werden entwickelt. Ihr Potenzial zur Verbesserung der Energieeffizienz wird in Verbindung mit anderen relevanten Merkmalen analysiert. Das Projekt soll Grundlagen für die genomische Selektion auf Futtereffizienz und Reduktion von Treibhausgasemissionen legen. Weiters wird die Umweltwirkung relevanter Milch- und Rindfleischerzeugungssystemen in Österreich erforscht.
Überarbeitung des GZW bei FV und BS – erstes Treffen der Arbeitsgruppe im Mai 2026
- Vorstellung des Fahrplans 2026-2028
- Einrichtung der Zuchtziel-Arbeitsgruppe mit Vorsitz Dr. Herold/Dr. Ertl
- Erstes Treffen am 12. Mai 2026 mit Impulsbeiträgen der Organisationen, dabei sollen auch Züchtermeinungen mit einbezogen werden.
- Diskussion und Vorbereitung der GZW-Methodik bis 2028


