Internationale Angelegenheiten
Exportunterstützung
Der Fachbereich Internationale Angelegenheiten des BRS unterstützt seine Mitglieder bei Fragen rund um den Export lebender Zuchttiere und genetischem Material. Ein zentraler Bestandteil dieser Aufgabe ist die enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachreferaten des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Dazu zählen insbesondere das Referat 324 (Veterinärangelegenheiten im Export), das Referat 424 (Internationale Grundstoffpolitik, Export, Absatzförderung) sowie das Referat 425 (Messen). Darüber hinaus besteht ein enger Austausch mit dem Referat 180 des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), welches die Registrierung deutscher Besamungsstationen im Ausland koordiniert.
Neben der themenspezifischen Zusammenarbeit mit den jeweiligen Ansprechpartnern vertritt der BRS die Interessen seiner Mitglieder im Rahmen von Verbändeanhörungen. Darüber hinaus ist der BRS in verschiedenen privatwirtschaftlichen Gremien engagiert. So wird die deutsche Tierzucht durch German Livestock e.V. (GLS e.V.) in der German Export Association for Food and Agriproducts (GEFA e.V.) repräsentiert. Ziel ist es, eine enge Abstimmung mit anderen deutschen Exportverbänden sicherzustellen, gegenüber BMLEH mit gemeinsamer Stimme aufzutreten, Exportunterstützung und gemeinsame Vernetzungsveranstaltungen mit internationalen Partnern und Politikern zu organisieren. Besonders gefreut hat uns in diesem Zusammenhang, dass der BRS über GEFA die neue Agrarexportstrategie mitprägen konnte und der Export bei der jetzigen Hausspitze des BMLEH einen höheren Stellenwert einnimmt als zuvor.
Wichtige internationale Plattformen sind außerdem die European Platform of Exporters of Bovine Genetics (ExPla) sowie – seit Dezember 2024 – das European Forum of Farm Animal Breeders (EFFAB), wo der BRS sich mit seinen europäischen Verbandsäquivalenten abstimmt. In der BRS-internen AG-Export
werden aktuelle Entwicklungen analysiert und gezielte Maßnahmen abgestimmt. Ein besonderer Dank gilt allen Mitgliedern dieser Arbeitsgruppe für ihr ihre wertvolle Unterstützung.
Veterinärzertifikate
Änderungen bei den Veterinärzertifikaten waren 2025 vor allem durch den Ausbruch der Maul- und Klauenseuch und bezüglich BTV/EHD notwendig. Dies betraf beispielsweise die Rindersamenzertifikate für die Ukraine (hier konnte eine Zusatzbescheinigung erreicht werden), Bosnien und Herzegowina, Serbien, Albanien und Ecuador. Für Serbien gibt es seit November 2025 und für Albanien seit Januar 2026 ein neues Zertifikat für Rindersamen. Im Vorfeld der anstehende Delegationsreise nach Südafrika im März 2026 wurde ein neuer Entwurf für eine Veterinärzertifikat für Rindersamen erarbeitet. Dieser soll dazu dienen, die seit Jahren stockenden Verhandlungen über ein bilaterales Zertifikat wiederzubeleben und eine Marktöffnung zu erreichen. Eine 2025 beim BMLEH in Auftrag gegeben Marktstudie hat verdeutlicht, welch hohes Potential der südafrikanische Markt für Rinderzucht bietet. Für den Export von Rindersamen nach Vietnam wurde beim BMLEH ein Marktöffnungsverfahren angestoßen. Beim Rinderembryonenzertifikat für Peru wurden Änderungen sowie beim Zuchtrinderzertifikat für Serbien wurden bezüglich BTV eingereicht. Um für ein Ende des Importstopps von Rindersamen in den USA zu werben nahm Frau Dr. Hammer im November 2025 an der Delegationsreise in die USA mit Bundesminister Rainer teil. Auf die Durchführung von Delegationsreisen des Ministers nach China und Südafrika wurde durch den BRS immer wieder beim BMLEH gedränt. Daher freut es uns, dass beide Reisen im ersten Quartal 2026 stattfinden werden.
Registrierung Deutscher Besamungsstationen
Die Registrierungsverlängerung deutscher Besamungsstationen in China steht weiterhin aus. Im Sommer 2025 reiste Staatssekretär Prof. Schick nach China. BMLEH und BRS hatten vorab alle fachlichen Fragen ausgearbeitet. Durch die Reise von Bundeskanzler Merz nach China Ende Februar 2026 wurde ein positives Signal in Richtung eines Regionalisierungsabkommens bezüglich ASP im Bereich Schweinefleisch gesetzt. Dies lässt auf einen Durchbruch für die deutschen Besamungsstationen bei der geplanten Delegationsreise von BM Rainer im April hoffen. Für Ecuador wurde die Registrierungsverlängerung im Mai 2025 abgeschlossen. Probleme gibt es weiterhin für einige Stationen bei der Registrierungsverlängerung in Peru. BVL und BRS sind bemüht hier regelmäßig bei den Behörden in Deutschland und Peru nachzuforschen.
Exportstatistik Zuchtrinder
2025 setzte sich der 2020 begonnene Trend rückläufiger Zuchtfärsenexporte fort. Es wurden 27783 Tiere exportiert, was einem Rückgang zum Vorjahr von 29,1 % entspricht. Erfreulicherweise bewegten sich die Preise pro exportierter Zuchtfärse mit durchschnittlich rund 2.000 €/Färse einem deutlich höheren Niveau als 2024 (ca. 1.770 €/Färse), sodass der Umsatzrückgang von 17,0 % resultierte. Rund 66 % der Färsen wurden dabei nach Italien, Belgien und Tschechien exportiert.
Gespräche mit dem BMLEH bezüglich einer Wiederaufnahme des Exports von Zuchtfärsen in sogenannte Tierschutz-Hochrisikostaaten
bzw. ein wenigsten Minimaler Rückhalt bei der Nutzung von Wirtschaftszertifikaten, fielen leider ernüchternd aus. Auf Unterstützung seitens BMLEH ist in dieser Hinsicht momentan nicht zu hoffen.
Die gesellschaftliche Debatte um Tiertransporte bleibt präsent und spiegelt sich in der geplanten Verschärfung der EU-Tiertransportverordnung wider. Hier setzt sich der BRS ein, damit Anpassungen realistisch und für die Wirtschaft vertretbar bleiben. Auch unser BRS-Politikbrief sowie unser Schreiben an die Bundestierschutzbeauftragte Breher thematisierten den Export von Zuchtrindern in bestimmte Drittstaaten.
Messen und Veranstaltungen
Zum Jahresbeginn 2025 hatte der BRS wieder einen Messestand auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) und beteiligte sich aktiv am Austausch mit Branchenvertretern, unter anderem im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) und bei vielen weiteren Gelegenheiten. Beim Deutsch-Ukrainischen Verbandsdialogtreffen mit BM Rainer konnten Kontakte zu ukrainischen Schweine-Verband geknüpft werden und beim Verbändetreffen mit der britischen Ministerin für Food Security and Rural Affairs
gab es die Möglichkeit SPS-Angelegenheiten und Handelshemmnisse anzusprechen. Der Fachbereich IAV war außerdem übers Jahr hinweg auf zahlreichen Vernetzungsveranstaltungen mit Export-Bezug vertreten, z.B. beim GEFA-Diplomatensalon, Treffen mit den EL-Referenten des BMLEH, Ambassadors Buisiness Roundtable und dem Wirtschaftstag im Auswärtigen Amt.



