09.03.2012rss_feed

Was haben Kühe mit Kurzumtriebsplantagen gemein?

Der Fleischverzehr wird gerne mit Klima schädlichen Treibhausgasen in Verbindung gebracht. Als Beleg bedient man sich oft eines Vergleichs der C02-Emissionen eines Autos und der einer Kuh. Zu Unrecht, wie Experten meinen.

Ziel der Wiederkäuerernährung ist es, möglichst viel Milch aus Grundfutter zu produzieren. Grundfutter besteht i.d.R. aus Pflanzenmaterial (Gras-, Maissilagen usw.), das für die menschliche Ernährung nicht verwertbar sind. Lt. Prof. Taube aus Kiel kann eine Kuh aus Grundfutter bis zu 30 Liter Milch geben.

Glaubt man Literaturangaben sollen pro kg Rindfleisch 13 kg Kohlendioxid emittiert werden. Dabei handelt es sich um C02 aus regenerativen Quellen. Also aus Pflanzen, die vorher C02 gebunden haben.

Bei der Diskussion um erneuerbare Energien ist dies DAS Hauptargument für die Förderung sog. Kurzumtriebsplantagen, um die Verfeuerung von Holzpellets durch private Kleinfeuerungsanlagen (Kamine) zu rechtfertigen. Völlig zu Recht! Die Holzverfeuerung von 100 jährigen Bäumen ist dagegen nicht nachhaltig.

Daher ist es für Experten auch völlig abwegig, den C02-Ausstoß einer Kuh mit dem von Autos zu vergleichen. Denn Autos nutzen - anders als Kühe - sowohl bei der Herstellung und Entsorgung als auch für den Betrieb ausschließlich (oder überwiegend) fossile Energieträger.

Nach Berechnung Rostocker Wissenschaftler sollen die Treibhausgasemissionen des Weltrinderbestandes bei 3,7 % liegen. Die deutsche Rindviehaltung hat sogar nur einen Anteil von 0,04 %. Die Landwirtschaft insgesamt hat nach Schätzungen des IPCC einen Anteil von rd. 13,5 % an den Treibhausgasemissionen - allerdings überwiegend als regeneratives C02.


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Die Rohproteinversorgung wurde faktoriell abgeleitet und berücksichtigt auch die N-Versorgung der Pansenmikroben bei maximaler Proteinsynthese. Hohe und schwankende Preise zur gleichen Zeit für Eiweißfuttermittel zwingen zum Einsatz günstiger Komponenten in der Fütterung von Mastrindern. Hier besteht Einsparpotential! Rapsextraktionsschrot, als günstiges Eiweißfutter, lässt sich wie Sojaextraktionsschrot als alleinige Eiweißkomponente ohne Leistungseinbußen einsetzen. Es können aber auch andere heimische Eiweißträger, wie z.B. Rapskuchen, Biertreber oder auch Ergänzungsfuttermittel für Rinder eingesetzt werden (siehe Beispiele auf Seite 21 ff.). Die Höhe der Einsatzmenge hängt vom Bedarf und der Preiswürdigkeit ab.