Gefährdete Rassen

Deutsches Gelbvieh

Zuchtziel

Gelbvieh ist eine fleischbetonte Zweinutzungsrasse, die sowohl in der Milchviehhaltung (Einsatz in Low-Input-Betrieben) als auch in der Mutterkuhhaltung geschätzt wird. Durch die Herkunft aus Franken wird es auch als gelbes Frankenvieh bezeichnet. Es zeichnet sich durch eine gute Bemuskelung und mittlere Milchleistung aus. Ein hohes Futteraufnahmevermögen in Verbindung mit sehr gutem Fleischansatz, guter Fruchtbarkeit, problemlosen Abkalbungen, Anpassungsfähigkeit und dadurch lange Nutzungsdauer, starke Knochen und widerstandsfähige Klauen sind seine Kennzeichen. Gelbvieh ist daher interessant in Reinzucht und bei Gebrauchskreuzungen mit milchbetonten Rassen. Das Merkmal der genetischen Hornlosigkeit ist ein wichtiges Zuchtziel. Eine Gelbviehkuh weist eine Widerristhöhe von 138 – 145 cm bei einem Gewicht von 700 bis 850 kg auf. Der Widerrist ausgewachsener Bullen liegt zwischen 148 – 160 cm bei einem Gewicht von 1.100 bis 1.300 kg. Die durchschnittliche Milchleistung schwankt je nach Nutzungsintensität und lag 2011 bei den Herdbuchkühen bei knapp 6.000 kg pro Jahr mit rund 4,2 % Fett und 3,5 % Eiweiß. Das Erstkalbealter liegt zwischen 24 und 28 Monaten, die Zwischenkalbezeit bei 365 Tagen. Junge Bullen zeigen ein lang anhaltendes Fleischwachstum ohne qualitätsmindernde Verfettung bei voller Bemuskelung in den wertvollen Fleischpartien. Bei Intensivmast werden Tageszunahmen von rund 1.300 g erreicht. Hinzu kommen hohe Ausschlachtungsprozente von ca. 60 % mit Schlachtgewichten bei Jungbullen um 600 bis 700 kg. Die Fleischqualität ist feinfaserig, zart, gut marmoriert und von ausgezeichnetem Geschmack. Bei ausschließlicher Verwendung zur Fleischproduktion wird ein robustes Rind mit optimaler Fleischleistung angestrebt. Die gute Milchleistung der Muttertiere ist Voraussetzung für hohe Absetzgewichte der Kälber.



Pinzgauer

Pinzgauer Kühe sind mit ihrer markanten kastanienbrauen und weißen Fellzeichnung auch optisch sehr hübsch

Pinzgauer Kühe sind mit ihrer markanten kastanienbrauen und weißen Fellzeichnung auch optisch sehr hübsch

Zuchtziel

Angestrebt wird ein leistungsbetontes, rahmiges Zweinutzungsrind. Dabei ist die Konsolidierung im Rahmen und in der Bemuskelung besonders wichtig. Zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit ist eine große Aufnahme von wirtschaftseigenem Futter und eine regelmäßige Fruchtbarkeit sowie der Frohwüchsigkeit und Anpassungsfähigkeit ein besonderes Augenmerk zu schenken. Des Weiteren ist bei der Selektion auf korrekte, trockene Gliedmaßen mit fester Klaue und auf leichtmelkende, gut gesetzte Euter mit fester Aufhängung zu achten.

Bei den Kühen wird eine mittlere Laktationsleistung von 5.800 kg mit 4 % Fett und 3,5 % Eiweiß angestrebt.

In der Jungbullenmast werden Zunahmen von 1.250 bis 1.300 g angestrebt, mit einem sehr guten Schlachtkörperwert und einer Schlachtausbeute von ca. 58 % und einem hohen Fleischanteil. Die bisher schon hervorragende Fleischqualität muss erhalten

Die Kreuzhöhe bei ausgewachsenen Bullen soll um 150 cm, bei ausgewachsenen Kühen um 140 cm liegen. Das Gewicht bei ausgewachsenen Bullen soll ca. 1.200 kg, bei ausgewachsenen Kühen ca. 750 kg erreichen.

 

Beschreibung

Die Grundfarbe des Haarkleides ist kastanienbraun, selten auch schwarz. Eine keilförmige Rückenblässe beginnt am Widerrist, verbreitet sich bis zum Schwanzansatz und geht dann in eine Bauchblässe über, die sich bis zum Brustbein erstreckt. Um Unterarme und Unterschenkel verlaufen handbreit weiße Streifen, die sogenannten Fatschen (Binden).

 

Verbreitung

Im deutschsprachigen Raum vorallem verbreitet im Südöstlichen Oberbayern, Österreich (vor allem im Bundesland Salzburg) und weltweit in ca. 30 Staaten.

 

Leistungen

Die Milchleistung der 678 Herdbuchkühe in Bayern betrug im Jahr 2019 5.743 kg Milch, 3,95 % Fett, 227 kg Fett, 3,35 % Eiweiß, 192 kg Eiweiß.

Das gut marmorierte Fleisch ist bei Gourmets sehr geschätzt. Die Rasse besitzt gute Muttereigenschaften, deshalb erfolgt ein vermehrter Einsatz in der Mutterkuhhaltung. Pinzgauer Stiere wurden schon immer aufgrund ihrer Wüchsigkeit und guten Schlachtkörperqualität sowie wegen ihres guten Beinwerks und ihrer harten Klauen geschätzt. Die Rasse kommt auch mit wiedrigen Umweltbedingungen gut zurecht und wird daher häufig zur Beweidung von Almen eingesetzt.



Murnau-Werdenfelser

Murnau-Werdenfelser leben vorwiegend in Süddeutschland

Murnau-Werdenfelser leben vorwiegend in Süddeutschland

Zuchtziel

Die Murnau-Werdenfelser weist – als alte Landrasse sozusagen bayerisches Kulturgutstreben –  neben einer wirtschaftlichen Milch- und Fleischleistung insbesondere eine im Vergleich zu anderen Rassen überlegene Langlebigkeit, Anspruchslosigkeit, Härte der Klauen und insgesamt Belastbarkeit des Fußwerks an. Dadurch ist diese Rasse hervorragend für die Mutterkuhhaltung geeignet.

 

Beschreibung

Die Tiere sind einfarbig gelb bis rotbraun, wobei die Bullen oft dunkler sind als die Kühe. Flotzmaul und Schwanzquaste sind dunkel, Klauen und Hornspitzen schwarz. Das Flotzmaul ist zudem hell gesäumt.

 

Verbreitung

Landkreis Garmisch-Partenkirchen , das Werdenfelser Land und umliegende Landkreise.

 

Leistungen

Genügsamkeit, Vitalität, gute Fruchtbarkeit und Langlebigkeit sind die hervorragenden Eigenschaften dieser robusten alten Landrasse. Die Michleistung aller geprüften Herdbuchkühe (352) betrug 2019:

4325 kg Milch, 3,83 % Fett, 166 kg Fett, 3,38 % Eiweiß, 146 kg Eiweiß.



Angler Rind alter Zuchtrichtung

Das ursprünglicher Anglerrind ist fast vollständig durch die Einkreuzung anderer Rassen verdrängt worden
© Claus-Peter Tordsen

Das ursprünglicher Anglerrind ist fast vollständig durch die Einkreuzung anderer Rassen verdrängt worden

Beschreibung

Das Angler Rind alter Zuchtrichtung (a. Z.) stammt von der Norddeutschen Halbinsel Angeln und wird seit 1879 gezielt züchterisch bearbeitet. Die Rasse zeichnet eine rote Einfarbigkeit mit dunklem Hautpigment, eine hohe Grundfutterleistung, hohe Milchinhaltsstoffe und Langlebigkeit aus. Es besteht ein gutes ökonomisches Verhältnis von Gesamtfutteraufwand zum Milchertrag. Die Rasse ist leichtkalbig und zeichnet sich durch geringe Kälberverluste aus. Mit einer guten Marschfähigkeit durch gesunde Klauen und Beine eignet sich die Rasse hervorragend zur Beweidung in Küstenregionen. Sie bringt jedoch auch Leistungssicherheit und Anpassungsfähigkeit in anderen Klimazonen mit.

Angler alter Zuchtrichtung erreichen ein Stockmaß von 1,26 bis 1,42 m bei einem Gewicht von 450 bis 650 kg. Gegenüber anderen Rassen ist die Futterverwertung um ca. 15 % höher. Sie sind wache und temperamentvolle Rinder mit einer edlen Ausstrahlung. Zumeist haben sie eine vollständig rotbraune Färbung. Gelegentlich treten weiße Flecken an Euter und Bauch auf. Einige Linien haben schwarze Masken und schwarze Beine.

Die Rasse wurde um und nach 1900 insbesondere auf einen hohen Fettgehalt gezüchtet, was gleichzeitig die Ursache für den späteren starken Populationsrückgang war, als Milchmenge wichtiger wurde als der Fett- und Eiweißgehalt der Milch. Dies erhöhte den Druck auf die Rasse und es kam zu massiven Einkreuzungen nordischer Rotviehrassen und der rotbunten Holsteinrasse. Zur alten Zuchtrichtung zählen heute alle Tiere mit einem Anteil von mindestens 62,5 % alter Blutführung. Die Population umfasst nur noch etwa 325 Kühe und gilt damit als extrem gefährdete Rasse.

 

Leistungen

Milch:

  • Fettgehalte von 4,5 bis 6 %
  • Eiweißgehalte von 3,2 bis 4,0 % (mit besonders hohem Anteil an der Kappa-Kasein-Variante BB in der Population, die bessere Verkäsungseigenschaften aufweist als AA)
  • gute Milchleistungen

Fleisch:

  • kurzfaseriges, zartes Fleisch
  • geringer Bindegewebsanteil
  • gutes Safthaltevermögen
  • gute Marmorierung

Früher wurden Angler a. Z. zusätzlich als Arbeits- und Zugtiere genutzt.

 

Verbreitung

Zu finden ist die Rasse hauptsächlich in Schleswig-Holstein in der Region Angeln, eine Halbinsel an der Ostseeküste. Sie wurde in viele andere Rassen eingekreuzt (Harzer Rotvieh, Frankenvieh, Glanrind und andere).



Originial Braunvieh (Braunvieh alter Zuchtrichtung)

Das Original Braunvieh zeichnet sich insbesondere durch seine hohe Langlebigkeit aus

Das Original Braunvieh zeichnet sich insbesondere durch seine hohe Langlebigkeit aus

Zuchtziel

Das Original Braunvieh wird auf zweiseitige Nutzung, nämlich Milch und Fleisch, gezüchtet. Besonderer Wert soll dabei auf die Langlebigkeit der Tiere gelegt werden. Die langlebige Zweinutzungskuh soll nicht zu frühreif sein, aber jedes Jahr ein Kalb bringen. Sie soll einen mittleren Rahmen aufweisen, ein gesundes Fundament (gute Klauen) zeigen und ein leicht melkbares, drüsiges Euter mit gut ausgebildetem Zentralband und korrekten Zitzen haben. Neben einer guten Milchleistung ist der Bemuskelung die größte Beachtung zu schenken, damit eine wirtschaftliche Nutzung von Tieren zur Mast und Schlachtung gewährleistet ist. Die Tiere sollen Qualitätsfleisch mit einem hohen Schlachtkörperwert zeigen. Ein hohes Grundfutteraufnahmevermögen mit einer hohen Futterverwertung ist mit großer Flankentiefe und Brustbreite anzustreben. Als robustes, widerstandsfähiges Rind soll das Original Braunvieh besonders zur Weidehaltung sowohl im Flachland als auch im Gebirge geeignet sein.

In der Mutterkuhhaltung wird von der langlebigen Original Braunviehkuh eine regelmäßige Fruchtbarkeit und gute Aufzuchtleistung erwartet; zudem soll sie leichtfuttrig und anspruchslos sein. Vitale, frohwüchsige Kälber sollen zum Kennzeichen des Original Braunviehs werden. Sie sollen von der ersten Stunde an einen stark ausgeprägten Saugtrieb haben. Die Grundvoraussetzungen für hohe Aufzuchtergebnisse und hohe Absetzgewichte sind gute Muttereigenschaften, wie Leichtkalbigkeit, eine ausreichende Milchleistung und ein guter Mutterinstinkt (sofortige Annahme des Kalbes nach der Geburt). Die Original Braunviehtiere sollen ein ruhiges Weideverhalten zeigen, gute Klauen besitzen und im Umgang problemlos für den Halter sein (besonders die Bullen). Die Original Braunviehbullen sollen gepaart mit anderen Mutterrassen und milchbetonten Rassen optimale Kreuzungskälber erzeugen.

Es wird eine Milchleistung von 6.000 kg pro Laktation mit 4,0 % Fett und 3,5 % Eiweiß angestrebt. Die Milchfluss soll bei 1,8 bis 2,8 kg/min liegen. In der Mast werden bei Bullen 1.000 bis 1.300 g tägliche Zunahmen angestrebt, in der Kälbermast 1.300 g und mehr. Die täglichen Zunahmen bei männlichen Absetzern sollen Werte von 1.100 bis 1.250 g und bei weiblichen Werte von 950 bis 1.100 g erzielen. Die optimale Zwischenkalbezeit liegt bei 365 Tagen während 7 und mehr Laktationen erreicht werden sollen. Die Kühe sind idealerweise 130 bis 140 cm groß mit einem Gewicht von 550 bis 700 kg, während die Bullen eine Wiedderristhöhe von 145 bis 155 cm und einem Gewicht von 900 bis 1.200 kg erreichen sollen.

Beim Original Braunvieh werden zwei Kategorien unterschieden:
Kat. A mit nachweislich 0 % Brown Swiss Blutanteil
Kat. B mit nachweislich bis zu 12,5 % Brown Swiss Blutanteil

 

Beschreibung

Die Farbe reicht vom einfarbig braunen bis einfarbig graubraunen Körper in den Farbabstufungen von hell bis dunkel. Das Flotzmaul ist dunkel pigmentiert mit hellem Saum. Die Klauen sind dunkel pigmentiert.

 

Verbreitung

Hauptverbreitungsgebiet in Deutschland ist in Bayern und Baden-Württemberg. Die Anzahl der HB-Kühe beträgt in Bayern und in Baden-Württemberg ca. 880 Kühe (Stand: 30.9.2020).

 

Leistungen

Die Rasse ist langlebig, robust, hat eine gute Fruchtbarkeit sowie ein hohes Grundfutteraufnahmevermögen. Daher eignet sich die Rasse insbesondere für extensiv wirtschaftende Betriebe mit wenig Kraftfuttereinsatz.



Hinterwälder

Herde Hinterwälder Kühe
© Schneider

Herde Hinterwälder Kühe

Rassemerkmale

Die Fellfarbe ist gelb und rot mit unterschiedlichen Anteilen von Weiß. Der Körper ist gedeckt, gescheckt, gefleckt oder gesprenkelt. Der Unterbauch ist überwiegend weiß, Füße und Schwanzquaste zum Großteil ebenso weiß, Kopf weiß, das Flotzmaul im Regelfall hell. Augenflecke kommen vor. Die Hinterwälderkuh ist angepasst an die schwierigsten Bedingungen der höchsten Regionen des Südschwarzwaldes. Sie ist von daher genügsam und kommt mit schlechten Umweltbedingungen recht gut zurecht. Auffallend ist das schnelle Jungendwachstum der Absetzer, bekannt die Zartheit des Fleisches und dass die Tiere ein hohes Alter bei guter Fruchtbarkeit erreichen. Der Knochenbau ist auffallend fein. Das Fundament ist klar, in den Gelenken gut ausgeprägt und genügend gewinkelt.

Die Rasse eignet sich gut zur Mutterkuhhaltung. Dank ihrer guten Milchleistung entwickeln sich gut bemuskelte Absetzer, die entweder direkt vermarktet oder ausgemästet werden können.

Ausgewachsene Hinterwälderkühe weisen eine Widerristhöhe von 118 bis 122 cm bei einem Gewicht von 380 bis 420 kg auf.

Hinterwälder werden sowohl in der Doppelnutzung (Milch und Fleisch) im Milchviehbetrieb als auch in der Fleischnutzung im Mutterkuhbetrieb gehalten. Der überwiegende Anteil der Tiere wird inzwischen im Mutterkuhbetrieb gehalten. In beiden Zuchtrichtungen wird eine günstige Wirtschaftlichkeit durch eine gute Grundfutterverwertung in Verbindung mit regelmäßiger Trächtigkeit und sehr leichten Geburtsverläufen erreicht. Die Milchleistung liegt bei meist extensiver Haltung bei 3.150 kg Milch mit 3,95 % Fett und 3,38 % Eiweiß.

Etwa 80 % der Schlachttiere werden in die vom Markt gewünschten Handelsklassen R und besser klassifiziert.

 

Zuchtziel

Für die Rasse ist das nachfolgende Zuchtziel festgelegt worden:

Im Zucht- und Haltungsgebiet der Hinterwälder-Population südlich des Feldberges und des Belchens werden die durch besondere Haltungsverhältnisse (Urgesteinsböden, flache Krumen, Allmendbewirtschaftung, der stark hängigen Weiden, lange An- und Abmarschwege, raues Klima) entwickelten Landrasseneigenschaften durch Selektion planmäßig gefördert. Um wirtschaftliche Leistungen im Verhältnis zum Körpergewicht zu erzielen, werden ein nicht zu großer Rahmen, ein langer, tonniger Rumpf, ein mittelgroßes, gleichmäßiges, straff sitzendes, gut melkbares und leistungsfähiges Euter, feine, gut ausgeprägte, normal gewinkelte Gliedmaßen und harte Klauen angestrebt. Die milchbetonten, aber doch genügend bemuskelungsfähigen Kühe weisen eine lange Nutzungsdauer bei guter Fruchtbarkeit auf. Die Rasse wird in Milchviehherden und Mutterkuhhaltungen genutzt. Besonders die hohe Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit, das schnelle Jugendwachstum bei guter Fleischleistung, die Zartheit des Fleisches, niedrige Endgewichte, die auffallend gute Futterverwertung, die Trittsicherheit und Steigfähigkeit zeichnen die Rasse aus und befähigen sie zur Milch- und Mutterkuhhaltung in allen schwierigen Gebieten.

Hinterwälder sind an karge Lebensbedingungen gewöhnt und deswegen robust und genügsam und zeigen gute Muttereigenschaften.

Des Weiteren wird die Verbreitung der natürlichen Hornlosigkeit angestrebt.

 

Geografisches Gebiet und Umfang der Zuchtpopulation

Der Zuchtverband RBW betreut die Rasse Hinterwälder im geografischen Gebiet Baden-Württemberg. Zentraler Schwerpunkt sind die höchsten Regionen des südlichen Schwarzwaldes. Die Zuchtpopulation umfasst alle im Zuchtbuch eingetragenen Tiere. Aktuell (Stand 30.09.2020) umfasst die Zuchtpopulation 120 Herdbuchbullen und a) 347 Herdbuchmilch- und b) 1.628 Herdbuchmutterkühe. Tiere der Kategorie a) unterliegen in vollem Umfang der Leistungsprüfung und dienen als Paarungspartner für den Besamungseinsatz. Am Zuchtprogramm beteiligen 27 Milchvieh- und 201 Mutterkuhzüchter.



Vorderwälder

Vorderwälder Milchkuh
© Maus

Vorderwälder Milchkuh

Zuchtziel

Durch hervorragende Anpassungsfähigkeit an die im Schwarzwald gegebenen Umweltfaktoren wie Urgesteinsverwitterungsböden, steile Hanglagen, kurze Vegetationsdauer und raues Klima, soll ein konstitutionsstabiles, futterdankbares, weidetüchtiges, milchbetontes Zweinutzungsrind im Landrassentypus angestrebt werden. Hohe Wirtschaftlichkeit wird erreicht durch ein gutes Aufnahmevermögen für wirtschaftseigenes Futter, gute Fruchtbarkeit, lange Nutzungsdauer, ein leicht melkbares, leistungsfähiges, straff sitzendes, gleichmäßiges Euter mit korrekter Strichstellung. Das Fundament muss klar, in den Gelenken gut ausgeprägt und genügend gewinkelt, das Klauenhorn hart sein.

Die Rasse eignet sich zur Mutterkuhhaltung dank ihrer guten Weidetüchtigkeit und Widerstandskraft, Wachstumskapazität und Bemuskelung, ihrer hohen Verdauungsleistung und Anpassungsfähigkeit. Letztlich mündet das in einer guten Milchleistung, einer Mitvoraussetzung für gute Absetzer. Des Weiteren wird die Verbreitung der genetischen Hornlosigkeit angestrebt. 

  • Milchleistung: Mittlere Jahresleistung: 6.000 kg Milch bei 4% Fettgehalt und 3,65% Eiweißgehalt
  • Fleischleistung: tägliche Zunahme bei Jungbullen: mind. 1.100 g; tägliche Zunahme bei männlichen Absetzern: mind. 1.200 g
  • Fruchtbarkeit: 7 Kälber, mittlere ZKZ 380 Tage
  • Widerristhöhe: Ausgewachsene Kühe: 135 - 138 cm; ausgewachsene Bullen: 140 - 150 cm
  • Gewicht: ausgewachsene Kühe: 550 - 650 kg; ausgewachsene Bullen: 950 - 1.050 kg
  • Farbe und Zeichnung: rotscheckige bis rotblanke Tiere, weiße Köpfe mit Kopfabzeichen

Wichtig ist, dass Größe und Gewicht der Tiere im mittleren Segment bleiben. Nur dadurch ist die übliche Weidetauglichkeit im Hauptverbreitungsgebiet gewährleistet.

 

Geografisches Gebiet und Umfang der Zuchtpopulation

Der Zuchtverband RBW betreut die Rasse Vorderwälder im geografischen Gebiet Baden-Württemberg und Bayern. Zentraler Schwerpunkt ist der südliche und mittlere Schwarzwald. Die Zuchtpopulation umfasst aktuell (Stand 30.09.2020) 160 Herdbuchbullen und a) 5.406 Herdbuchmilch- und b) 1.351 Herdbuchmutterkühe. Tiere der Kategorie a) unterliegen in vollem Umfang der Leistungsprüfung und dienen als Paarungspartner für den Erst- und Prüfeinsatz der Besamungsbullen. Am Zuchtprogramm beteiligen sich 246 Milchvieh- und 128 Mutterkuhzüchter



Weitere Informationen zu gefährdeten Rassen finden Sie bei der ASR, der RBW und beim Netzwerk Angler a. Z..