12.10.2016

Schließen sich Ökologie und Gentechnik aus? Nicht unbedingt, findet Prof. Schäfer

Im Interview mit dem Zeit-Journalisten Bernd Eberhart widerspricht der Ökologe Hanno Schäfer, Professor für Biodiversität der Pflanzen an der TUM, der These, dass Ökologie und grüne Gentechnik sich prinzipiell ausschließen. Er wirbt sogar für die Ausweitung der grünen Gentechnik und ist damit nicht allein. Der Schweizer Ökowissenschaftler Urs Niggli hatte sich im Interview mit der TAZ ähnlich geäußert - und dafür viel Kritik einstecken müssen.
Allerdings scheint der Widerstand mit neuen biotechnologischen Methoden, die auf einen Einbau von Fremdgenen verzichten, tatsächlich zu sinken. Stefan Jansson von der Universität Umeå hatte in seinem Garten das erste CRISPR-Gemüse angebaut und öffentlichkeitswirksam verkostet, um zu der Auseinandersetzung um die rechtliche Einstufung von neuen Züchtungsverfahren und deren Beurteilung beizutragen. Auch in Amerika denkt man über einen Einsatz von Gentechnik im Ökolandbau nach.
Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, die Kritik an der Gentechnik zu überdenken und sich die Studien, die Risiken proklamieren, noch einmal genau anzuschauen?