Mit nur noch 1,40 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht und rund 30 Euro je Ferkel fehlt vielen Betrieben die wirtschaftliche Grundlage für Investitionen
, sagt Enno Garbade, Vorsitzender des Arbeitskreises Sauenhaltung im Landvolk Niedersachsen. Das eigentliche Problem ist die immer größer werdende Lücke zwischen Kosten und Erlösen. Wer dauerhaft mehr leisten muss als seine europäischen Wettbewerber, verliert am Ende seine Zukunft.
Besonders Sauenhalter stehen unter erheblichem Druck. Die Vorgaben der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung erfordern insgesamt milliardenschwere Investitionen in Stallumbauten. Das Landvolk kritisiert, dass Deutschland mit nationalen Sonderregelungen die Anforderungen weiter verschärft, während in anderen EU-Staaten niedrigere Anforderungen gelten. Tierwohl braucht Akzeptanz und Planungssicherheit. Es kann aber nicht funktionieren, wenn deutsche Betriebe immer höhere Auflagen erfüllen müssen und gleichzeitig mit Weltmarktpreisen konkurrieren
, erklärt Garbade.
Ein politisches Umdenken sei deshalb notwendig, es brauche verlässliche Rahmenbedingungen und einen Abbau nationaler Wettbewerbsnachteile. Zudem müsse der Lebensmitteleinzelhandel sein Bekenntnis zu Schweinefleisch mit 5D-Herkunft – also geboren, aufgezogen, gemästet, geschlachtet und verarbeitet in Deutschland – konsequent einhalten und regionale Erzeugung stärker honorieren. Hilfreich wäre es zudem, wenn auch Gastronomie und Kantinen verstärkt deutsches Schweinefleisch verarbeiten würden.
Trotz der schwierigen Lage sieht das Landvolk Perspektiven. Europaweit werden Schweinebestände reduziert, sodass sich die Märkte mittelfristig wieder stabilisieren könnten. Damit Niedersachsen auch künftig ein bedeutender Standort der Schweinehaltung bleibt, braucht es jetzt die richtigen politischen Weichen. Denn Schweinehaltung sichert Wertschöpfung, Arbeitsplätze und regionale Wirtschaftskreisläufe – weit über die landwirtschaftlichen Betriebe hinaus. (LPD 56/2026)
