Bundeshaushalt 2027: Agraretat bleibt nahezu stabil – weniger Mittel für Umbau der Tierhaltung
Der Etat des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) soll im kommenden Jahr nahezu auf dem Niveau von 2026 bleiben. Der Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 sieht im Einzelplan 10 Ausgaben von rund 6,97 Milliarden Euro vor. Gegenüber den für 2026 vorgesehenen 6,99 Milliarden Euro entspricht dies einem Rückgang um rund 19,6 Millionen Euro.
Den mit Abstand größten Anteil nimmt weiterhin die landwirtschaftliche Sozialpolitik ein. Dafür sind rund 4,30 Milliarden Euro und damit mehr als 60 Prozent des gesamten Etats vorgesehen. Die Zuschüsse zur Alterssicherung der Landwirte sollen von 2,42 auf 2,47 Milliarden Euro steigen. Für die Krankenversicherung der Landwirte sind 1,71 Milliarden Euro eingeplant. Die Zuschüsse zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung sollen dagegen von 120 auf 90 Millionen Euro sinken.
Weniger Mittel für Tierhaltungsumbau und GAK
Deutlich geringer fällt 2027 der Ansatz für die Förderung des Umbaus der Tierhaltung aus. Vorgesehen sind insgesamt 148 Millionen Euro, nachdem es 2026 noch 253 Millionen Euro waren. Davon sollen 50 Millionen Euro für laufende Mehrkosten aufgrund höherer Tierwohlstandards und 98 Millionen Euro für Investitionen in Stallumbaumaßnahmen zur Verfügung stehen. Der Rückgang bei den Investitionsmitteln ist laut Regierungsentwurf auf das Auslaufen des entsprechenden Programms zurückzuführen.
Auch bei der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes
(GAK) ist ein Rückgang vorgesehen. Der Bundesanteil soll von 907 Millionen Euro auf rund 853,3 Millionen Euro sinken. Rund 606,3 Millionen Euro davon sind unter anderem für den allgemeinen Rahmenplan, die ländliche Entwicklung, den Ökolandbau und die Biodiversität vorgesehen.
Forschung und Innovation mit geringerem Ansatz
Für den Bereich Nachhaltigkeit, Forschung und Innovation
sieht der Entwurf rund 300,4 Millionen Euro vor. 2026 waren hierfür noch rund 356,1 Millionen Euro eingeplant. Mehr Mittel soll es dagegen für Marktordnung und Maßnahmen der Notfallvorsorge geben: Der Ansatz steigt von 244,4 Millionen Euro auf rund 278,1 Millionen Euro.
Zusätzliche Mittel für Aufgaben des Landwirtschaftsministeriums stehen außerhalb des eigentlichen Einzelplans unter anderem im Klima- und Transformationsfonds zur Verfügung. Für Zuschüsse zu Klimaschutzmaßnahmen in Landwirtschaft und Landnutzung sind dort rund 128,6 Millionen Euro vorgesehen, weitere rund 56,6 Millionen Euro für entsprechende Investitionsförderungen.
Bei den genannten Zahlen handelt es sich um die Ansätze des Regierungsentwurfs für den Bundeshaushalt 2027. Das parlamentarische Haushaltsverfahren steht noch bevor.
Weitere Einzelheiten zu den geplanten Ausgaben hat der Deutsche Bundestag in seiner Meldung zum Einzelplan des BMLEH zusammengestellt.
