BRS News Schwein

02.08.2021

Erneuter Schweinestau durch ASP: Betriebe in Existenznot

Am 16. Juli 2021 wurde der Verdacht der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Tieren aus zwei Hauschweinbeständen in Brandenburg bestätigt. Allen Beteiligten war zwar bewusst, dass sich die Bedingungen, unter denen Schweine aus Sperrzonen z.B. zur Schlachtung verbracht werden, weiter verschärfen werden, das genaue Ausmaß konnte allerdings keiner vorher abschätzen. Ein vollständiger Abnahmestopp von Schweinen aus allen Landkreisen, in denen ASP positive Wildschweine gefunden wurden, war somit nicht vorhersehbar.

Die Vermarktung der Schachtschweine aus Brandenburg und Sachsen war generell schon erschwert, da nur ein Schlachthof unter hohen Auflagen beliefert werden konnte. Dies hatte bereits zusätzliche Kosten von ca. 25 €/Mastschwein verursacht. Dass aktuell keine Schweine aus den Restriktionszonen geschlachtet werden, wird drastische Konsequenzen haben. Aus den Restriktionszonen fallen wöchentlich ca. 4.000 Mastschweine an, die sich nun zurückstauen. Selbst wenn die Schlachtung von Tieren aus der Sperrzone II in der nächsten Woche wieder aufgenommen wird, lässt sich der Überhang nicht zeitnah abbauen, da der Schlachthof nach unseren Informationen nur ca. 2.500 Tiere pro Woche abnehmen kann. Folglich fürchten sich einige Tierhalter vor tierschutzrelevanten Problemen auf ihren Betrieben.

Wir hoffen sehr, dass den Betrieben zeitnah eine Zukunftsperspektive geboten wird und bitten alle Beteiligten unter den besonderen Umständen und unter Einhaltung größtmöglicher Sicherheitsmaßnahmen, die Möglichkeit zu prüfen, nach der geltenden EU-Verordnung auch Tiere aus der Sperrzone III in andere Gebiete zur Schlachtung verbringen zu können. Jetzt ist auch die Solidarität der Schlachthöfe und des LEH mit den Betrieben in Form eines finanziellen Entgegenkommens gefragt. Zusätzlich muss ein Förderprogramm bei einem seuchenbedingten temporären Ausstieg aus der Schweinehaltung angestrebt werden.

 
02.08.2021

Verbundprojekt: Systemische Optimierung der Wertschöpfungskette Fleisch am Beispiel der Schweinehaltung

Das BMEL-Programm zur Innovationsförderung fördert das Verbundprojekt: Systemische Optimierung der Wertschöpfungskette Fleisch am Beispiel der Schweinehaltung durch Entwicklung und Einbettung digitaler Werkzeuge - Teilprojekt F (SPECK) mit einer Fördersumme in Höhe von 86.849 Euro. Die Projektlaufzeit wird vom 01.04.2021 - 31.03.2024 gehen. SPECK wird auf Basis einer zu entwickelnden Softwarelösung die Rückverfolgbarkeit von tierbezogenen Daten innerhalb der Wertschöpfungskette gewährleisten, inkl. dem Einsatz von Medikamenten in der Schweinhaltung. Es sollen Konzepte von Smart Farming und Smart Food Factory weiterentwickelt und erstmals in Kontext umgesetzt werden. Ressourcen- und Energieeffizienz sowie Tierwohl und Produktqualität sollen deutlich steigern. Dadurch werden Ausschüsse und Abfallproduktion entlang der WSK und Emissionen sowohl in der Tierhaltung als auch den nachgelagerten Bereichen deutlich reduziert. Hierzu erfolgt die Bearbeitung in einem integrativen inter- (Tierwissenschaften, -zucht, Agrar-, Verfahrens-, Automatisierungs- und Elektrotechnik, Energietechnik, Softwareentwicklung, Veterinärmedizin, Ökotrophologie) und transdisziplinären (Tierzucht und –haltung, landwirtschaftliche Beratung, Technologieanbieter in den Bereichen Software und Automatisierungstechnik, Schlachtung und Verarbeitung, tierärtzliche Bestandsbetreuung, Betriebswirtschaft, Wissenschaft) Ansatz, weshalb das Konsortium sowohl innovative Vertreter aus den relevanten Industrien als auch ein interdisziplinäres Forscherteam umfasst.

 
02.08.2021

Hilfestellung bei der Beurteilung von Beschäftigungsplätzen an Raufuttereinrichtungen

Gemäß der Ausführungshinweise zu Abschnitt 5 der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung muss mindestens ein Beschäftigungsplatz je 12 Schweine angeboten werden. Insbesondere bei Raufen und Raufutterautomaten stellt sich die Frage, wie diese Beschäftigungsplätze bemessen werden. In seiner Empfehlung bietet der Tierschutzdienst des LAVES eine Hilfestellung für die Berechnung der möglichen Beschäftigungsplätze an Raufuttereinrichtungen.

 
30.07.2021

Chinas Schweinefleischimporte werden 5 Mio. Tonnen erreichen

China Schweinefleischimporte sind in den ersten fünf Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 % gestiegen. Neue Produktionsmodelle sollen dem chinesischen Schweinesektor helfen, den aufgrund von ASP um 40 % reduzierten Schweinebestand wieder aufzubauen, aber bis dahin bleibt der riesige asiatische Markt auf Schweinefleischimporte angewiesen. Das Defizit für dieses Jahr wird auf 5 Mio. Tonnen geschätzt. Die heimische Produktion Chinas dürfte in diesem Jahr etwa 40 Mio. Tonnen betragen. 

 
30.07.2021

DAF-Tagung 2021 – Klimaschutz mit Land- und Forstwirtschaft

Die Landwirtschaft spielt im Vorgehen gegen den Klimawandel eine bedeutende Rolle und ist gefordert, einen umfangreichen und dauerhaften Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Um mit der Land- und Forstwirtschaft das Klima zu schützen, müssen die Möglichkeiten zur Emissionsminderung genutzt und weiter erforscht werden. Die DAF-Tagung findet digital mit Livestream unter dem Thema Klimaschutz mit Land- und Forstwirtschaft am 14. Oktober 2021 statt.

 
30.07.2021

Nationales Wissensnetzwerk Kupierverzicht: PIG-CHECK App überarbeitet

Das Kupieren der Schwänze von Schweinen ist grundsätzlich verboten und nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich. Seit der Einführung des Aktionsplans Kupierverzicht ist eine Tierhalter-Erklärung zum Nachweis der Unerlässlichkeit des Kupierens für alle Schweine haltenden Betriebe verbindlich. Diese Erklärung kann nur nach der Durchführung einer Risikoanalyse und der sich daraus ergebenden Optimierungsmaßnahmen sowie einer Dokumentation von Schwanz-/Ohrverletzungen ausgefüllt und verwendet werden. Das Nationale Wissensnetzwerk Kupierverzicht unterstützt Schweinehalter und Schweinehalterinnen bei der Umsetzung des Kupierverzichts. Das Ziel des Projektes besteht somit darin das bestehende Wissen zur Haltung unkupierter Schweine und zur Vermeidung von Schwanzbeißen zu vermitteln. Unter anderem finden regelmäßig Onlineseminare statt, in denen Hintergrundwissen zu verschiedenen Themenkomplexen vermittelt wird. Alle Termine sowie weitere Informationen rund um den Kupierverzicht finden Sie auf der Homepage www.ringelschwanz.info.

 
29.07.2021

Zentrale Datenplattform für die Landwirtschaft geht an den Start

Die staatliche Datenplattform für Agrardaten www.landwirtschaftsdaten.de wurde vom Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft freigeschaltet. Das BMEL begegnet damit den wachsenden Datenmenge in der Landwirtschaft. Auf der Plattform können Landwirtinnen und Landwirte, Unternehmen, Start-Ups und die Forschung für sie relevante Daten abrufen. Erstmals sind alle öffentlich verfügbaren Agrardaten des Bundes aus den Themenbereichen Pflanzenbau, Tierhaltung, Fischerei und Forstwirtschaft sowie Umwelt-, Geo- und statistische Daten an einer Stelle zentral gebündelt.

 
29.07.2021

German Genetic führt als weltweit erstes Zuchtunternehmen den Maternal-Faktor als Maß für die Mütterlichkeit ein

German Genetic führt in seinem German Hybrid-Zuchtprogramm als weltweit erste Zuchtorganisation einen speziellen Maternal-Faktor für Mutterrassentiere ein und setzt damit auf Mütterlichkeit und Aufzuchtleistung. Der Maternal-Faktor basiert auf genomisch optimierten Zuchtwerten und einer intensiven Leistungsprüfung in Praxisbetrieben und neutralen Prüfstationen. Ein höherer Maternal-Faktor von Muttersauen bringt mehr Ruhe in den Stall, steigert die Anzahl abgesetzter Ferkel und reduziert spürbar die Ferkelverluste. Mit der German Hybrid-Sau werden wir den gesellschaftlichen Anforderungen an die Schweinehaltung gerecht und stärken so der deutschen Ferkelerzeugung den Rücken., so Jörg Sauter, Geschäftsführer von German Genetic. Ab sofort weist German Genetic den Maternal-Faktor für alle Tiere der Deutschen Landrasse und des Deutschen Edelschweins mit direkter Auswirkung auf Hybridsauen aus.

 
29.07.2021

Afrikanische Schweinepest beim Schwarzwild: Erster amtlich bestätigter Ausbruch im Landkreis Barnim

Im Landkreis Barnim ist zum ersten Mal bei Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut hat den amtlichen Verdacht am 28.07.2021 bestätigt. Es handelt sich dabei um eine Überläuferbache, die als Fallwild auf dem Gebiet der Gemeinde Lunow-Stolzenhagen, nur wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt, am 25. Juli 2021 gefunden wurde, sowie drei Frischlinge, die in unmittelbarer Nähe am selben Tag krank erlegt wurden. Der Fundort liegt in der bereits eingerichteten Sperrzone I (Pufferzone).

 
28.07.2021

Bauernverbände fordern Nachbesserungen bei den Eco Schemes

Nach dem EU-Beschluss von Ende Juni über die GAP-Förderung hat der Deutsche Bauernverband (DBV) gemeinsam mit den Landesbauernverbänden die wichtigsten Anliegen für die weitere Umsetzung der Fördermaßnahmen in Deutschland formuliert. Ab 2023 findet eine erhebliche Aufstockung der Agrarumweltmaßnahmen von bisher etwa 0,9 Milliarden Euro auf etwa 2,5 Milliarden Euro jährlich statt. Insgesamt führt nach Einschätzung des DBV die Absenkung der Basisprämie einschließlich bisherigem Greening um mehr als 100 Euro/ha in Kombination mit einer deutlich erweiterten Konditionalität aus kostenintensiven Auflagen und einem noch unausgewogenen Angebot an Eco Schemes dazu, dass schmerzhafte Einkommensminderungen entstehen. Die Eco-Scheme-Maßnahmen müssen so kalkuliert werden, dass sie auch an Gunststandorten für die Landwirte attraktiv sind. Der Bund muss zügig die Eckdaten für die Kalkulation der Eco Schemes vorlegen, damit die Landwirte planen können. Außerdem weist der bisher vorgesehene Katalog der Eco Schemes für Grünland- und Futterbaubetriebe große Lücken auf, hier muss noch in diesem Herbst deutlich nachgebessert werden, so Joachim Rukwied, Präsident des DBV.