09.12.2022rss_feed

Identifizierung einer genetischen Anomalie bei der Holstein-Rasse: BLIRD

Forschern des Nationalen Forschungsinstituts für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt (INRAe), des Institut de l'Elevage (IDELE), der Eliance und der Ecole Nationale Vétérinaire de Toulouse (ENVT) haben eine genetische Anomalie bei der Holstein - Rasse entdeckt. Diese betrifft die Immunität des Verdauungssystems und kann Dank des Fundes züchterisch bearbeitet werden.


Was ist BLIRD?

Diese genetische Anomalie mit der Bezeichnung BLIRD (Bovine Lymphocyte Intestinal Retention Defect) ist das Ergebnis einer Mutation bei dem Bullen (Bell) Elton, die ein für die Immunität wichtiges Gen betrifft. Sein Enkel, der Bulle O-Man Just scheint der Hauptverbreiter dieser Mutation gewesen zu sein, die sich wie folgt äußert:

  • ein Defekt in der Retention von T-Zellen im Darm
  • eine Verringerung der Fähigkeit, Darmparasiten zu bekämpfen.

Was sind die Folgen?

Was die Symptome betrifft, so zeigen Untersuchungen, dass die betroffenen Tiere eine durchschnittliche Wachstumsverzögerung von etwa 27 % und eine um 10 % höhere Sterblichkeitsrate oder frühe Abgangsrate bei Jungtieren als bei gesunden Tieren aufweisen.


Wie häufig ist BLIRD?

Die Erkrankung wird rezessiv vererbt, d. h. es müssen beide mutierten Allelversionen des Gens im Genpool des Individuums vorhanden sein, damit sie zum Ausdruck kommt. Mit anderen Worten: Nur homozygote (kranke) Tiere weisen Symptome auf. Heterozygote Tiere, die sowohl eine gesunde als auch eine mutierte Allel-Version des Gens in ihrem Erbgut haben, zeigen keine Symptome, können aber die mutierte Allel- Version des Gens an 50 % ihrer Nachkommen weitergeben.


Wie kann man damit umgehen?

Dieser Erbfehler lässt sich eindämmen, indem man die Geburt von homozygoten Trägertieren gezielt bei der Anpaarung vermeidet und so das Risiko einer drastischen Zunahme der Häufigkeit der genetischen Anomalie in der Population reduziert.
Was die Häufigkeit dieser Anomalie anbelangt, so ergeben die ersten statistischen Untersuchungen eine Prävalenz von 0,3 % von homozygoten (kranken) Individuen in der Rasse in Frankreich. Da die Mutation von französischen Forscherteams entdeckt wurde, werden die Tests und die Veröffentlichung der Ergebnisse in naher Zukunft durch eine Genotypisierung nur in Labors möglich sein, die den EuroGMD-Chip verwenden.


Übersetzung aus dem Französichen durch BRS (Prim'Holstein France Pressemeldung vom 31.08.2022)


open_in_newOriginalpressemeldung

open_in_newPrim’Holstein : Une nouvelle anomalie génétique identifiée