18.09.2020rss_feed

Modellrechnung MONERIS zur Ausweisung von phosphatbelasteter Regionen nicht geeignet

UBA: 11 Phosphatquellen

Vorgestern hatte der Agrarausschuss des Bundestages zu einem nicht öffentlichen Fachgespräch zum Thema Ausweisung von nitratbelasteten Gebieten mit besonderen Düngeauflagen geladen. Dabei sei am Rande auch über die Eignung der bisher für die Nitratbelastung genutzten Modellrechnung MONERIS für die Ausweisung phosphatbelasteter Regionen gesprochen worden. Der BRS erinnert in diesem Zusammenhang an eine Aussage des Hessischen Gewässerexperten, Dr. Peter Seel, die von topagrar bereits 2019 veröffentlicht wurde. Danach ist der Beitrag der Landwirtschaft an Überdüngung der Fließgewässer mit Phosphor nur gering – bisherige Modellrechnungen methodisch ungeeignet. Derzeit werden elf Eintragungswege von Phosphat in Oberflächengewässer beschrieben (siehe UBA-Grafik); davon scheint der Gesetzgeber acht zu ignorieren und bei drei weiteren den Landwirtschaftsanteil zu überschätzen. Es ist richtig und wichtig, den Phosphateintrag in den Flüssen zu reduzieren. Das darf aber nicht allein der Landwirtschaft auferlegt werden. 


Auf Nachfrage des BRS teilt das Thünen-Institut mit, dass sich die sehr komplexe regionale Nährstoffsituation (eine flächendeckende, regional hoch aufgelöste Betrachtung aller relevanten Eintragsquellen, Eintragpfade,  unter Berücksichtigung aller Abbauprozesse)  nicht hinreichend durch ein Modell abbilden lässt. Aus diesem Grund wurde vor rund 15 Jahre der Modellverbund AGRUM entwickelt, der sich aus mehreren Modellen (1. Landwirtschaft: RAUMIS, 2. das hydrologische/hydrogeologischen Modellpaket: mGROWA-DENUZ-WEKU-MEPhos; 3. Nährstoffeintragsmodell: MONERIS) mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten zusammensetzt. Die neue Modellierung nennt sich AGRUM.