Wiederholte Grippeimpfung bei Kälbern – Effekte auf Tiergesundheit und Entwicklung in der Gruppenhaltung
Proteinmarkt - Atemwegserkrankungen bei Rindern, insbesondere bei Kälbern und Jungrindern, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die ersten Lebenswochen sind dabei eine besonders kritische Phase in der Kälberaufzucht. In diesem Zeitraum ist das Risiko für Erkrankungen deutlich erhöht, was gleichzeitig mit einer gesteigerten Mortalität einhergeht. Klinisch treten diese Erkrankungen meist etwas verzögert auf und häufen sich insbesondere ab der vierten Lebenswoche. Die Folgen für die betroffenen Tiere sind erheblich: Erkrankte Kälber zeigen geringere tägliche Zunahmen und eine insgesamt verzögerte Entwicklung. Dies hat nachgewiesenermaßen Einfluss auf ihre spätere Produktivität, Langlebigkeit und Milchleistung als Kuh.
Routinemäßige intranasale Impfungen gegen Erreger der Rindergrippe gelten nicht zuletzt aus diesen Gründen in vielen Betrieben mit Kälberaufzucht als bewährte Standardmaßnahme zur Stabilisierung der Tiergesundheit. Dennoch kommt es vor, dass trotz konsequenter Impfung, regelmäßig respiratorische Erkrankungen bei Kälbern in der Gruppenhaltung auftreten. Vor diesem Hintergrund wurde an der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) in Iden (Sachsen-Anhalt) geprüft, ob ein angepasstes Impfschema die Widerstandsfähigkeit der Tiere zusätzlich verbessern kann.
