Dialog Rind Schwein

07.05.2021

Hohe Bedeutung von Grünland für Deutschland

20210324 Dauergruenland C Speicher 1

Grünland und die damit verbundene Tierhaltung stellen ein wichtiges Standbein der deutschen Landwirtschaft dar. Als Futtergrundlage für die heimische Tierhaltung trägt das Grünland maßgeblich zur Nahrungsmittelversorgung in Deutschland bei. Zudem dient es der Bevölkerung auch als Erholungsraum und bietet vielfältige Leistungen für Natur und Umwelt. Die Landwirtschaft ist mit der Tierhaltung wesentlich für die Entstehung des Grünlandes verantwortlich und ein Garant für dessen Erhalt: Landwirtschaft und Grünland bedingen sich gegenseitig.

Der Deutsche Bauernverband hat hierzu seine Grünlandagenda veröffentlicht, mit der die Bedeutung des Grünlands mit seiner Nutztierhaltung herausgestellt wird. Sie benennt Ansätze und Maßnahmen, um die Grünlandbewirtschaftung zu erhalten, gemeinsam mit den Landwirten weiterzuentwickeln und die gesellschaftlichen Anforderungen an das Grünland sicherzustellen.

Was kaum jemand weiß: Grünland speichert rd. 1,5 Mrd. t C02äq. (= 420 Mio t Humuskohlenstoff) in den oberen 30 Zentimetern. Die jährlichen Emissionen der Landwirtschaft dagegen betragen 67,9 Mio. Tonnen C02äq (8,4 % der dt. THG-Emissionen). Der jährliche Mitigationseffekt von Grünland ist jedoch schwer abschätzbar, da sich der vorhandene Humus-Pool durch Abbau und Fixierung bei günstiger Bearbeitung ungefähr die Waage halten dürften. Trotzdem: wenn nur 20 % der jährlichen Biomasse (rd. 3,8 ± 1,4 t/ha) dauerhaft als Humus gebunden würden, wären das 17 Mio. t, die Dauergründland der Atmosphäre entzieht.

 
06.05.2021

Rinder produzieren Corona-Antikörper

Ende des 18. Jahrhunderts hatte der englische Arzt Edward Jenner die Kuhpockenimpfung erfunden. Das Serum, das aus Kühen gewonnen wurde, die an Kuhpocken erkrankten, wurden per Hautritz verabreicht und war gegen das gefährlichere Menschenpockenvirus sehr wirksam. Das Beef Magazine informiert über Versuche des Unternehmens SAB Biotherapeutics in Sioux, South Dacota, das Rinder genetisch so verändert hat, dass sie ein teilweise menschliches Immunsystem haben. Diese Herde wird für die Produktion menschlicher Antikörper genutzt, die das Coronavirus neutralisieren sollen. Die von diesen Rindern produzierten Antikörper werden bereits in einer vom National Health Institute (NHI) geförderten Studie an Menschen mit leichter bis mittelschwerer COVID-19 getestet. Die Antikörper sollen an mehr als eine Stelle auf dem Coronavirus binden können und entspräche damit einer normalen menschlichen Abwehrreaktion. 

Der Name Vakzination leitet sich übrigens von dem lateinischen Wort vacca für Kuh ab.

 
30.04.2021

Können wir mit unserem Essverhalten das Klima retten?

(c)Elanco: Enough - Innovationen in der Tierhaltung

Immer mehr Verbraucher machen sich Gedanken über die Nachhaltigkeit ihrer Essgewohnheiten und ob sie damit das Klima retten können. Insbesondere tierische Produkte stehen dabei im Fokus. Simulationen aus 2019 bestätigen die Annahme. Allerdings müsste der Verzehr in Europa um 50 Prozent sinken, damit die Treibhausgasemissionen um 4 Prozent sinken. Für Deutschland bedeutet das: die Wirkungen veränderter Essgewohnheiten wären für das Weltklima nicht messbar. Andere Wissenschaftler warnen sogar vor dieser Diät bezogenen Klimabetrachtung: sie sehen das Risiko, dass die wirklichen Übeltäter (fossile Branchen) aus dem Blickwinkel geraten könnten und die Chancen, die die Tierhaltung für den Klimaschutz und eine ausgewogene Ernährung darstellt, vergessen werden.