20.04.2023rss_feed

Milch Marker Index 2/2023: Sinkende Milchpreise bei steigenden Kosten

Wie das Milch Board in einer Pressemeldung mitteilt, liegt der Milch Marker Index (MMI) mit einem Stand von 116 (2015 = 100) im Januar 2023 auf Höchstniveau. Nachdem die Milcherzeugungskosten bereits im Oktober mit 47,51 Cent auf einem neuen Allzeithoch lagen, stiegen sie bis Januar 2023 noch um weitere 0,19 Cent auf 47,70 Cent pro Kilogramm. Gegenläufig dazu sanken die Milchauszahlungspreise von 59,33 auf 56,91 um 2,42 Cent pro Kilogramm. Die Kostendeckung verringerte sich damit bereits um ganze sechs Prozent. Die Milcherzeuger*innen in der Region Nord waren von dem stärksten Abfall bei den Milchauszahlungspreisen betroffen (- 4,22 Cent pro Kilogramm), wobei die Preise in Niedersachsen mit -5,45 Cent bzw. -8,90 Prozent am stärksten abfielen. Wir erleben wieder einmal ein Marktversagen, stellt der Vorstandsvorsitzende der MEG Milch Board Frank Lenz fest. Verantwortlich dafür ist - wieder einmal - die nachträgliche Festsetzung der Milchauszahlungspreise. Nach wie vor fehlen den Erzeugern zum Zeitpunkt der Produktionsentscheidung wichtige Informationen zur Marktsituation. Marktsignale wie beispielsweise eine sinkende Nachfrage werden nicht zeitnah, das heißt vor der Produktion der Milch, an die Milcherzeuger weitergegeben. Die MEG Milch Board begrüßt es daher, dass zukünftig das Bundeskartellamt Missstände des Wettbewerbs, die es im Rahmen einer Sektoruntersuchung feststellt, mit geeigneten Maßnahmen abstellen kann.