ASP in Spanien: Rufe nach Marktöffnungen
AgE - Zwei Monate nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Barcelona befürchtet die spanische Schweinefleischwirtschaft für 2026 massive Verluste und ruft immer lauter nach einer Lockerung der Importbeschränkungen von wichtigen Drittstaaten. Wie der Branchenverband Interporc jetzt gegenüber heimischen Medien erklärte, sind gemessen am Exportwert aktuell 70% des Drittstaatenmarktes für Spaniens Schweinefleischexporteure gesperrt. Damit müsse man für ein Viertel der Gesamtausfuhren neue Abnehmer finden.
Der Fleischindustrieverband ANICE hält es für sehr wichtig
, dass ehemals große Abnehmer wie Japan, Mexiko, die Philippinen und Malaysia die vollständige Sperrung ihrer Märkte aufheben und eine Regionalisierung der Schutzmaßnahmen akzeptieren. In diesem Zusammenhang wird in der spanischen Schweinefleischbranche auf China verwiesen, das der wichtigste Drittstaatenmarkt für die Spanier ist und ein erst wenige Wochen vor dem ASP-Ausbruch vereinbartes Regionalisierungsabkommen unverändert akzeptiert. Auch der katalanische Bauernverband unterstrich die Notwendigkeit einer verbesserten Absatzlage und damit einer Stabilisierung des Schlachtschweinepreises. Denn sollte dieser bis Ende 2026 das Niveau von Anfang November 2025 weiter um mindestens 30 Cent pro Kilogramm Lebendgewicht (LG) verfehlen, sei im Gesamtjahr rein rechnerisch mit einem allein preisbedingten Gesamtschaden von mindestens 2 Mrd. Euro für die spanischen Schweinehalter zu rechnen. Im Restriktionsgebiet bei Barcelona stieg die Zahl der ASP-infizierten Wildschweine weiter an, und zwar um 18 auf 103. Außerhalb der Schutzzone wurde das Virus bislang nicht nachgewiesen. Und auch im Haustierbestand gibt es weiter keinen Fall. Während man bei der Recherche der Herkunft der bei Barcelona festgestellten Virusvariante weiter im Dunkeln tappt, werden der Bau von Zäunen und die Verkleinerung des regionalen Wildschweinbestands laut Angaben des spanischen Landwirtschaftsministeriums fortgesetzt. Dabei kommen auch Fallen zum Einsatz. Für die Suche speziell in der Nacht und in der Dämmerung hat die Regionalregierung von Katalonien jetzt zwei Drohnen mit Wärmebildtechnologie angeschafft. Das Landwirtschaftsministerium in Madrid setzte seine Gespräche mit Jagdverbänden zur Einbindung des Jagdsektors in die Seuchenbekämpfung fort. Dabei ging es unter anderem um eine gezielte Sensibilisierung und Ausbildung der Jäger sowie um einen Ausgleich der von den Jägern erbrachten Leistungen.
