BRS News

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23.09.2015

Fit durch Milchverzehr

Das Max Rubner-Institut kommt in einer 50 Seiten umfassenden Analyse aktueller Forschungsergebnisse zu dem Ergebnis, das vom Milchverzehr eher gesundheitliche Wirkungen zu erwarten sind.
Die Analyse erhalten Sie auf der Internetseite des MRI.
 
15.09.2015

Milchprodukte wirken leicht entzündungshemmend

In einem internationalen Team und unter der Leitung von Agroscope wurde eine Studie über den Einfluss von Milchprodukten auf entzündliche Reaktionen im menschlichen Körper veröffentlicht. Das Fazit aus dieser Studie: Milchprodukte verfügen – entgegen hartnäckiger Vorurteile – über eine leicht entzündungshemmende Wirkung, und besonders Personen mit einem gestörten Stoffwechsel könnten von dieser Lebensmittelgruppe profitieren, meldet Agroscope, das Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung in der Schweiz.
Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in der Fachzeitschrift Critical Reviews in Food Science and Nutrition veröffentlicht.

Zu einem vergleichbaren Ergebnis war das bayerische Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) anhand einer Metastudie gekommen. Danach soll Milchverzehr sogar vor Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Osteoporose oder Allergien schützen.
Was viele Verbraucher nicht wissen: Milchverzehr schont das Klima.
 
09.09.2015

Ausschreibung: Energieeffizienzsteigerung in Schweinehaltenden Systemen

Ein Wirtschaften nach Ökoeffizienzkriterien erfordert u.a. die nachhaltige Nutzung begrenzt verfügbarer Ressourcen und die effiziente Nutzung regenerativer Energie, um mittelfristig auf fossile Energieträger verzichten zu können. Dies gilt auch für die Schweinehaltung.
Der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion e.V. (ZDS) unterstützt ein entsprechendes Förderungs- und Entwicklungsprojekt mit Förderung durch die Landwirtschaftliche Rentenbank. Hierfür wird ein Testbetrieb gesucht vorzugsweise mit nur einer Produktionsrichtung (Ferkelerzeugung / Ferkelaufzucht oder Schweinemast), um eine Systematik zur Erkennung von Möglichkeiten der Stromeinsparung sowie der optimalen Stromnutzung auf schweinehaltenden Betrieben aufzubauen.

 
08.09.2015

„Veganvegetarische Ernährung plus Fleisch“

Peter Heller kommentiert für ScienceScepticalBlog die Beobachtung, wie Menschen Ideologien ihrem Alltag anpassen - und dabei das Denken vergessen, nur um sich gut zu fühlen. Das fängt bei der eigenen Ernährung an und setzt sich fort beim Versuch von Fluglinien, mit Gütesiegeln und Auszeichnungen eigenes ökologisch korrektes Verhalten zu demonstrieren oder im Pauschaltourismus mit einem enormen Wasserverbrauch auf Umweltschutzgründen auf den Handtuchwechsel zu verzichten. Das gilt auch für die Autoindustrie, die in eigenen Restaurants für vegane Produkte wirbt, was nicht schlimm ist, wenn dabei nicht gleichzeitig die auf Tierhaltung angewiesene Landwirtschaft an den Pranger gestellt würde.
Ganz neu dagegen das Marketing findiger Tierhalter, die seit der BSE-Krise Schweine wenig artgerecht, nämlich rein vegetarisch ernähren müssen: vegetarisches Schweinefleisch. Bis zum veganen Schwein ist es da nicht mehr weit.

Als Konsequenz der Kommentarlektüre müsste man sich fragen: Wo bleibt die Ehrlichkeit bei der Klimadiskussion?"

Weitere Informationen zu
Ernährung und Klima finden Sie auf der Internetseite faktenscheck-schwein.de".
 
04.09.2015

Wissenschaftler entschlüsseln die Wirkung von Stallstaub gegen Allergien

Menschen, die in der Nähe von landwirtschaftlichen Tierhaltungsbetrieben aufwachsen, leiden signifikant seltener an Asthma oder Allergien. Den Grund hat jetzt ein Wissenschaftlerteam um Prof. Müller herausgefunden. Atemluft, die Spuren bakterieller Bestandteile enthält, wirkt hemmend auf das Enzym A20, das die Reaktionsfähigkeit des menschlichen Immunsystems beeinflusst. Normalerweise findet man dieses Enzym besonders häufig bei Asthmatiker und Allergikern. Es ist wichtig für die Kommunikation zwischen Barriere Epithelzellen und den sog. dendritischen Zellen.

Quelle: Science 4 September 2015: Vol. 349 no. 6252 pp. 1106-1110 , DOI: 10.1126/science.aac6623
 
03.09.2015

Wo kommt eigentlich unsere Heimtiernahrung her?

Im Jahr 2014 sind allein in Nordrhein-Westfalen rund 50.700 Tonnen Katzenfutter industriell hergestellt worden, erinnert das Internetportal "Vetion" in einer Presselmeldung und beruft sich dabei auf eine Pressemeldung des statistischen Landesamtes NRW. 
Insgesamt benötigen die in Deutschland gehaltenen Heimtiere jährlich eine Fleischmenge, die z.B. identisch mit dem Fleischbedarf  der bayerischen Verbraucher sein soll. Einzuwenden ist dagegen grundsätzlich nichts, wenn lebensmitteltaugliche Nebenprodukte über diese Kanäle vermarktet werden können - und das ist meist sehr lukrativ. Wenn dagegen aufwändig erzeugtes Biofleisch im Futtertrog landet, hört für viele Verbraucher das Verständnis auf.
 
20.08.2015

Produktive Landwirtschaft Schuld am Preisverfall?

In manchen Kreisen sei es politisch korrekt, die europäische Agrarpolitik für den Hunger in Afrika verantwortlich zu machen, stellt Prof. Dr. Gabriel Felbermayr, ifo Institut und Universität München, in einer Stellungnahme zu den Ursachen des Hungers im Internetportal top agrar fest. Vertreter von Hilfsorganisationen, Umweltverbänden und Teile der Politik würden immer wieder gerne die EU-Agrarzahlungen als eine Ursache anführen, weil diese den Landwirten in der EU erlaubten, unter den Herstellungskosten zu verkaufen und so die Kleinbauern in Afrika mit Dumpingware um die wirtschaftliche Existenz bringen. Tatsächlich aber sei das Unsinn. Felbermayer macht die Produktivitätssteigerungen in der EU-Landwirtschaft verantwortlich, die zu einem höheren Angebot und zu niedrigeren Weltmarktpreisen führen.

Anm. d. Red.: Dieses Argumentation ist rel. neu. Immerhin verzichtet der Experte auf eine Verurteilung der produktiven Landwirtschaft, wohl wissend, dass eine Kritik im Widerspruch zu den Forderungen nach eine Ressourcen schonende, produktive Landwirtschaft steht. Stattdessen fordert Felbermayer z.B. für die afrikanische Landwirtschaft mehr Investitionen in Bildung, Maschinen und Infrastruktur. Eine extrem kleinteilig organisierte Landwirtschaft könne ohne Steigerung der Produktivität ihre Bevölkerung nicht ernähren. Wie das z.B. aussehen könnte, demonstriert derzeit Äthiopien.
 
17.07.2015

Tierschutz kostet Geld. Viel Tierschutz kostet viel Geld!

Anlässlich der Vertreterversammlung der Vieherzeugergemeinschaft Stuttgart am 01. Juli in Leonberg war Prof. Grethe, Universität Hohenheim, geladen, den rd. 180 Teilnehmer aus ganz Deutschland das wissenschaftliche Gutachten des Beirats für Agrarpolitik im BMEL Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung vorzustellen. In seinen Ausführungen reagierte der Wissenschaftler mit Unverständnis auf Kritik an Massentierhaltungsbetrieben. Der Begriff sei nicht geeignet, um auf vermeintliche Tier- oder Umweltschutzprobleme zu fokussieren, weil wissenschaftlich kein Zusammenhang nachweisbar sei. Außerdem würden insbesondere die großen Betriebe dringend für die Umsetzung der WBA-Empfehlungen benötigt. Die Teilnehmer der Versammlung interpretierten dies auch als Kritik an den zahlreichen Bürgerinitiativen, die regional von grünen Politikern unterstützt werden. Ohne Genehmigung für Bauanträge sind keine Investitionen in Tierschutz möglich.
 
14.07.2015

GVO: "systematische Selbsttäuschung, Scheinheiligkeit und Verlogenheit"

Prof. Dr. Ralph Bock, Direktor am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam, kritisiert in einem Essay der Zeitschrift Labourjournal (7/8 2015), dass in Politik und Öffentlichkeit beim Thema Gentechnik systematische Selbsttäuschung, Scheinheiligkeit und Verlogenheit  zur Gewohnheit würden. Er macht deutlich, dass Deutschland in fast allen Bereich von Gentechnik durchdrungen und eine Gentechnikkennzeichung nach bisherigem Muster verlogen sei, zumal die Kennzeichnungspflicht ab 0,9 % gentechnisch veränderter Bestandteile willkürlich gewählt und fachlich kaum nachvollzogen werden könne.
Nachdem der Wissenschaftler das Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion gelesen hat, befürchtet er gar, dass das Zeitalter der Aufklärung vorbei und Parawissenschaft und Ökkultismus wieder an der Reihe seien.
 
10.06.2015

Keime kommen überall vor, selbst auf dem Land

Bei Multiresistente Staphylococcus aureus (MRSA)-Keimen unterscheiden Experten zwischen Tier-assoziierten und krankenhaus-assoziierten Stämmen. das ist sehr wichtig, weil die besonders gefährliche Komponente, das Panton-Valentine Leukozidin (PVL), das häufig Ursache für besonders schwere Krankheitsverläufe ist, nicht bei den Tier-assoziierten (LA)MRSA vorliegt. Ein Schnelltest erlaubt die sichere Unterscheidung.

Die Mitglieder der Erzeugergemeinschaft Hümmling mit Sitz in Lorup haben jetzt in einer Wette mit einer Bürgerinitiative bewiesen, dass sie nicht häufiger Träger des Krankenhaus-Keims MRSA sind als andere Menschen. Dabei hätte die Bürgerinitiative nach sorgfältiger Recherche ahnen können, wie das Ergebnis ausfällt. Schließlich hat der ZDS mehrfach entsprechende Meldungen von einschlägigen Experten veröffentlicht.
Über den Wetteinsatz von 500 € darf sich jetzt eine Caritas-Einrichtung freuen.