BRS News

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10.12.2018

Risikowahrnehmung Klima: Preise schwanken mehr als die Erträge

Die Landwirtschaft hängt stark vom Wetter ab. Das war in diesem Sommer überall zu beobachten. Der größte Feind des Bauern ist das Wetter aber nicht, haben Wissenschaftler des Thünen-Instituts jetzt herausgefunden. Dafür werteten sie Daten von mehr als 3.000 landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland über einen Zeitraum von 20 Jahren aus. Dabei konnten sie bei vielen Anbaukulturen tatsächlich einen leichten Anstieg der Ertragsschwankungen beobachten. Aber der Ertrag ist nur einer von vielen Faktoren, die das Einkommen eines landwirtschaftlichen Betriebes bestimmen, sagt Agrarökonom Dr. Frank Offermann vom Thünen-Institut, der gemeinsam mit seinem Kollegen Christoph Duden die Studie durchgeführt hat. Unsere Auswertungen zeigen zum Beispiel, dass die Preise mehr schwanken als die Erträge. Zudem hat das Preisrisiko für pflanzliche Produkte viel stärker zugenommen als das Ertragsrisiko.
Also alles halb so schlimm? Mitnichten! Auch unabhängig von Extremwetter-Situationen ist das Einkommensrisiko in vielen landwirtschaftlichen Betrieben in den vergangenen 20 Jahren deutlich angestiegen. Im Vergleich zwischen den Betriebsformen weisen Milchviehbetriebe immer noch die niedrigsten Einkommensschwankungen auf, während sie in Schweine- und Geflügelbetrieben und Ackerbaubetrieben am stärksten ausgeprägt sind.
 
10.12.2018

Neuer Film zum sicheren Umgang mit Rindern

SLVFG - Die meisten Unfälle in der Landwirtschaft passieren im Umgang mit Rindern, viele aus Unwissenheit über die Wahrnehmung und natürlichen Verhaltensweisen der Tiere. Wissen schützt und Schulung macht schlau – in ihrem neuen Film stellt die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) ihre Schulungen zum sicheren Umgang mit Rindern vor.
In den Seminaren durch speziell geschulte SVLFG-Mitarbeiter erfahren die Teilnehmer, wie Rinder ihre Umwelt mit dem Seh- oder Hörsinn wahrnehmen. Ein Praxisteil mit Tipps und Tricks im Umgang mit Rindern rundet das Tagesprogramm ab.
13 weitere kurze Schulungsfilme zu Detailthemen werden demnächst auf YouTube zur Verfügung stellen. Themen dieser Kurzfilme werden unter anderem sein: die Wahrnehmung von Rindern, sicheres Treiben, sichere Verladung, Sicherheit am Melkstand oder der Fangstand.
 
10.12.2018

Milchviehtagungen 2018: Die Fachvorträge jetzt zum Herunterladen

Die diesjährigen beiden Milchviehtagungen in Rodenkirchen und Harsefeld waren mit insgesamt 515 Besuchern gut besucht. Veranstalter waren die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Masterrind GmbH, die Deutsche Tiernahrung Cremer GmbH und der DLV Verlag.
Die Vorträgen zur Arbeitserledigung im Milchviehbetrieb (Josef Assheuer, LWK NRW)), die optimale Fütterung von Milchkühen (Thomas Engelhard, LLG Iden) und die Betriebsreportage von Henning Rothert aus Berdum / LK Wittmund stehen jetzt zum Download bereit.
 
10.12.2018

Fahrverbote: Grenzwerte und Messstationen überprüfen

hib - Die AfD-Fraktion fordert angesichts drohender und bereits verhängter Fahrverbote für Dieselfahrzeuge unter anderem, den europäischen Grenzwert für Stickstoffdioxid sowie die Standorte der Messstellen in Deutschland zu überprüfen. In einem Antrag (19/6060) verweist die Fraktion unter anderem darauf, dass der Grenzwert nicht ausreichend toxikologisch begründet sei. Zudem gebe es in den Kriterien zur Aufstellung der Messstationen einen signifikanten Spielraum. Dies führt in der Praxis zu massiven Defiziten bei der Vergleichbarkeit der gemessenen Stickstoffoxidwerte. Zudem wird zu Recht beklagt, dass der Standort der Messstationen nur eingeschränkte Aussagen über die tatsächliche Exposition der Menschen zulassen, heißt es in dem Antrag.

 
10.12.2018

Fast überall sinken die Produktionskosten, nur in Deutschland nicht

InterPig-Report 2017:  Average costs of production, 2012–2017 (€/kg deadweight) InterPIG ist eine Expertengruppe aus landwirtschaftlichen Betriebswirtschaftern der wichtigsten Schweineerzeugerländer (EU, Brasilien, Kanada und den USA). Das Gremium trägt jedes Jahr Produktions- und Wirtschaftsdaten zusammen, die im InterPig-Report veröffentlicht werden. Aus Deutschland stammen die Daten aus der Datenbank der Erzeugerringe.
Soeben wurde der Bericht mit Daten aus 2017 veröffentlicht. Während die Produktionskosten in Brasilien und Amerika bei einem Euro / kg Schweinefleisch liegen, lagen die mittleren Produktionskosten in Europa bei rd. 1,55 €/kg. Aber auch innerhalb Europas gibt es große Unterschiede. In Dänemark lagen die Kosten mit rd. 1,38 € / kg am niedrigstenm, während sie in Italien mit 1,88 € / kg am höchsten waren.
 
10.12.2018

Mehr Bioplastik führt nicht zwingend zu mehr

idw - Bioplastik wird gerne als umwelt- und klimafreundliche Alternative zu herkömmlichen Kunststoffen auf Erdölbasis vermarktet. Eine Analyse der Universität Bonn legt nun aber nahe, dass eine Umstellung auf pflanzenbasierte Kunststoffe weniger positiv wirken könnte als gedacht. So dürfte eine steigende Nutzung von Bioplastik den weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen zunächst sogar erhöhen. Die Studie erscheint in den Environmental Research Letters, ist aber bereits online abrufbar.
 
09.12.2018

F.R.A.N.Z.-Projekt mit Deutschem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet

Das Dialog- und Demonstrationsprojekt F.R.A.N.Z. der Umweltstiftung Michael Otto und des Deutschen Bauernverbandes (DBV) wurde mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2019 in der Kategorie Forschung ausgezeichnet. Die Jury würdigte insbesondere die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz sowie den frühen Praxis-Check und die gleichzeitig intensiven wissenschaftlichen Untersuchungen der entwickelten und erprobten Biodiversitätsmaßnahmen. Die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V., die diese Auszeichnung unter anderem in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung verleiht, überreichte den Preis gestern in Düsseldorf.
 
07.12.2018

Bundesregierung befürwortet Tiergesundheitsdatenbank

hib - Die Bundestagsfraktion DIE LINKE hatte am 25. Oktober 2018 eine kleine Anfrage zur Verbesserung der Tierschutzmaßnahmen und -kontrollen in der Nutztierhaltung an die Bundesregierung gerichtet (Drucksache 19/5277). Darin bezieht sich Fraktion auf Ergebnisse jüngerer Studien sowie Schlachttier- und Fleischuntersuchungen,  die  auf  Defizite  im Tierschutz  hindeuteten  und  fragt  nach  der  Etablierung  einer  Tiergesundheitsdatenbank. Seit dem 9. November 2018 liegt die Antwort der Bundesregierung vor (Drucksache 19/5649). Aus der Antwort auf die kleine Anfrage geht hervor, dass die Bundesregierung der Einführung einer Tiergesundheitsdatenbank, wie sie die Bundestierärztekammer (BTK) vorgeschlagen hat, positiv gegenüberstehe. Zuvor müsse allerdings die Zielsetzung einer solchen Datenbank klargestellt, geeignete Parameter  identifiziert  und  datenschutzrechtliche  Fragen  einbezogen  werden.  Die  Abstimmungen  zwischen Bund und Ländern zu diesen Fragen seien bereits aufgenommen worden. Bisher jedoch ohne kon-krete Ergebnisse.
 
07.12.2018

Handel stimmt für das freiwillige, dreistufige staatliche Tierwohlkennzeichen trotz eigener Labelbestrebungen

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat sich mit Vertretern des Bundesverbandes des Lebensmittelhandels, der Unternehmen des Einzelhandels und der Gastronomieverbände zum Tierwohlkennzeichen ausgetauscht. Das staatliche Tierwohllabel wird dem BMEL zufolge keine  Haltungskennzeichnung sein. Die  Anforderungen sollen stattdessen  sowohl ressourcen-, als auch management- und insbesondere tierbezogene Kriterien umfassen. Bereits in der Eingangsstufe sollen die Anforderungen über dem gesetzlichen Mindeststandard liegen.

Damit folgen das MInisterium und der Handel der Expertenmeinung, dass Haltungssysteme nicht automatisch mehr Tierwohl bedeuten. Wichtig sind objektive, wiederholbare und messbare Kritierien, wie z.B. Organbefunde oder eine Tiergesundheitsdatenbank. Etwas überraschend in diesem Zusammenhang ist die Ankündigung verschiedener Lebensmittelkonzerne, zur Grünen Woche eigene Haltungskennzeichen zu platzieren, die sich grundlegende von dem staatlichen Label unterscheiden und keine Tierindikatoren beinhalten sollen.
 
07.12.2018

Kastration: Düsser Ergebnisse zur Lokalbetäubung

©SuS - Der Düsser Versuch zur Ferkelkastration unter lokaler Betäubung zeigt, dass moderne Anästhetika den Tierschutz verbessern können. Die Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt der Uni München, des Schweinegesundheitsdienstes NRW (SGD) und des Versuchs- und Bildungszentrums Haus Düsse wurden kürzlich vorgestellt.
Die Düsser Studie hat unter den Fachleuten Diskussionen ausgelöst. Drei Fachtierärzte schildern ihre Position, wie die lokale Betäubung weiterentwickelt werden müsste. Den kompletten Bericht Kastration: Lidocain lindert Schmerz sowie die Statements der Experten lesen Sie in der SUS 6/2018.