BRS News

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13.01.2020

Ausstieg aus Ferkelkastration ist Gemeinschaftsaufgabe

Wir Tierhalter sind die Ersten, die auf das Kastrieren der Ferkel verzichten wollen, sagt Enno Garbade. Und der Sauenhalter aus Bramstedt im Landkreis Cuxhaven fügt das große Aber an: Der Lebensmitteleinzelhandel, unsere Vermarktungsunternehmen und die Verbraucher müssen mitziehen. Die Bauernverbände im Nordwesten Deutschlands, darunter das Landvolk Niedersachsen, haben ihre Schweinehalter daher aufgefordert, erste Erfahrungen mit der Ebermast und einer Impfung gegen den Ebergeruch zu sammeln. Denn der unangenehme Geruch, der bei einigen männlichen Tieren beim Zubereiten des Fleisches entstehen kann, ist überhaupt der Grund für die Kastration der männlichen Tiere. Mit einer Impfung kann dieser Geruchsentwicklung vorgebeugt werden. Das soll das Projekt mit mindestens 100.000 geimpften Ebern praxistauglich untermauern. Die an dem Projekt beteiligten Tierhalter werden von dem Produzenten des Impfstoffes unterstützt und beraten, damit den Abnehmern Schlachtschweine in optimaler Qualität angeboten werden. Damit soll der Weg für die Ebermast mit einer begleitenden Impfung geebnet werden, die Landwirte wollen zudem Erfahrung mit diesem neuen Mastverfahren sammeln. Es gilt als einer von drei Wegen, um auf die betäubungslose Kastration der Ferkel zu verzichten. Allerdings türmen sich zurzeit noch einige Schwierigkeiten auf.

 
13.01.2020

Rinder können nicht für menschengemachten Klimawandel verantwortlich sein

Milch und Klima

In der öffentlichen Diskussion um den Klimawandel stehen insbesondere Rinder und Milchkühe im Verdacht, übermäßig zum Ausstoß von klimaschädlichen Gasen beizutragen. Dabei geht es insbesondere um Methan, das von Kühen ausgeschieden wird. Satellitenbilder der ESA zeigen jedoch: In Brasilien, einem Land mit einem besonders hohen Anteil an Rinderherden, ist die Methankonzentration in der Atmosphäre eher gering. Im stark industrialisierten China oder Erdgasförderland Russland dagegen, ist sie besonders hoch. Nach aktuellem Stand des Weltklimarates (IPCC) sind die Zusammenhänge aus dem System zwischen Luft, Boden, Gras und Tier noch nicht ausreichend bekannt. Eine zentrale Frage lautet daher: Tragen die heutigen Rinder und Milchkühe mehr zum Treibhauseffekt bei als die ähnlich großen Wildtierherden vor der industriellen Revolution? Und was würde ein Verzicht auf diese Art der Tierhaltung bedeuten? Peer Ederer untersucht verschiedene Aspekte dieser Frage und beleuchtet dabei auch die Bedeutung der domestizierten Rinderhaltung für die Ernährung und die Kultur der Menschen. Sein Fazit: Rinder und Milchkühe können kaum für einen menschengemachten Klimawandel verantwortlich sein. Es mache also weder aus klimapolitischen noch aus anderen Gründen heute Sinn, die tief im kulturellen Erbe verankerte Symbiose zwischen Rinderzucht und Gesellschaft in Frage zu stellen.

 
10.01.2020

Bewerbungsfrist Bundesbauwettbewerb: Einsendeschluss 15. Februar 2020

Das Bundeslandwirtschaftsministerium sucht innovative, zukunftsweisende Ställe für Rinder, Schweine, Geflügel, Schafe und Ziegen. Der Wettbewerb ist mit insgesamt 30.000 € ausgeschrieben. Die Bewerbungen können vom Bauherrn oder stellvertretend von seinem Beratungs- oder Architekturbüro eingereicht werden.

 
10.01.2020

Tierschutzverein: Dickes Lob für die Bauern

Tierschützer und Landwirte sind sich oft nicht grün. Winnie Bürger vom Tierschutzverein Düsseldorf lobt in ihrem Donnerstags-Blog die Bauern, übt Selbstkritik und fordert vom Verbraucher ein Umdenken.

 
10.01.2020

Polen will Tierwohl mit EU-Geldern fördern

©SuS - Die polnische Regierung will in diesem Jahr mithilfe von EU-Geldern die tierwohlgerechtere Haltung von Schweinen ausbauen. Das Kabinett beschloss gestern in Warschau einen Änderungsentwurf zum Gesetz zur Unterstützung des ländlichen Raums, der für entsprechende Maßnahmen auf Mittel aus dem Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums (EPLR) zurückgreift. 

 
10.01.2020

Humus als Klimaretter?

Standortspezifisch optimale Humusgehalte der Agrarflächen sind ein Grundpfeiler einer nachhaltigenLandwirtschaft. Deshalb streben Landwirte nach einer ausgeglichenen bis leicht positiven Humusbilanz. Dies gelang ihnen in den vergangenen Jahrzehnten gut, denn die durchschnittlichen Humusgehalte sind konstant geblieben. Eine Erhöhung des Humusgehaltes über den standortspezifisch optimalen Wert ist für die Ertragsbildung nicht erforderlich und für die Umwelt ohne Vorteil, glauben die Prof. Dr. habil. Dr. h.c. Martin Körschens (Bad Lauchstädt), Prof. Dr. habil. Gerhard Breitschuh (Jena) und Dr. Manfred Munzert (Freising), die soeben ein AgrarFakten-Extra zu Humusgehaltserhöhung um 0,1 % in bayerischen Böden herausgegeben haben. Die Autoren warnen vor der Illusion, dass Humus als C02-Senke dienen kann. Sie glauben im Gegenteil, dass eine Anreicherung eine zusätzliche undunkontrollierte N-Mineralisierung und somit die Gefahr negativer Auswirkungen auf die Wasserqualität erhöhen könnte.

 
10.01.2020

Initiative Tierwohl verkündet Meilenstein

Die Initiative Tierwohl (ITW) hat gegenüber der Zeitung WELT eine kleine Fleisch-Revolution angekündigt. Der teilnehmende LEH hat zugesagt ab 2021 das komplette Grundsortiment bei unverarbeitetem Schweinefleisch auf Haltungsstufe 2 zu heben und wird damit zukünftig bei Kunden und allen Käuferschichten in der Breite präsent sein. Hierfür plant die ITW eine starke Ausweitung der Kennzeichnung von Fleisch in Supermärkten und Geschäften.

 
10.01.2020

Nitratmessstellennetz: Ein untaugliches System?

Die Kritik am deutschen Messstellennetz für Aussagen zur Belastung des Grundwassers durch die Landwirtschaft reißt nicht ab. Sechs Jahre, nachdem der Statistiker Georg Keckl auf Ungereimtheiten aufmerksam gemacht hatte (und immer noch macht), tauchte kürzlich ein Youtube-Video von der Qualitätsgemeinschaft für nachhaltige Düngung und Ressourcenschutz (QDR) auf, das seit der Veröffentlichung bereits mehr als 60.000 Mal aufgerufen wurde. In dem Video wird der Bundesregierung vorgeworfen, Werte an die EU-Kommission übermittelt zu haben, die auf Grundlage nicht-repräsentativer Belastungsmessstellen ermittelt worden seien.

Die größte Kritik aber richtet sich gegen die wenig transparente Probenziehung. Wer misst was, wie und in welcher Tiefe, wo? Welche Untersuchungsmethoden kommen zum Einsatz und wer kontrolliert die Probennehmer? Die Stimmung wird immer gereizter, auch weil die Bundesregierung abwiegelt und erste Fragen nach systematischem Betrug auftauchen.

 
09.01.2020

Die Perspektiven von Ackerbau und Tierhaltung aus Sicht von Schulkindern

Wie Bauern und Bäuerinnen künftig für unsere Ernährung sorgen, kann auf der Internationalen Grünen Woche besichtigt werden. Auf dem ErlebnisBauernhof in Halle 3.2 des Berliner Messegeländes lässt der Verein i.m.a – information.medien.agrar in die Zukunft der Landwirtschaft blicken. Anhand von Bildern und Collagen, die Schulkinder im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs eingesandt haben, wird deutlich, wie sich die jungen Konsumenten die Agrar-Welt von morgen vorstellen.

 
09.01.2020

Food Safety Kongress am 19. und 20. Februar 2020 in Berlin

Megatrends zeigen, dass sich Ansprüche und Erwartungen der Konsumenten an Lebensmittel deutlich ändern. Sichere Lebensmittel sind die Basis, aber der Verbraucher verlangt mehr: Insbesondere Themen wie Nachhaltigkeit, Bio, Herkunft, artgerechte Tierhaltung und Klimafreundlichkeit beeinflussen das Konsumverhalten. Die Digitalisierung verstärkt diesen Trend: Schnelle Verfügbarkeit von Informationen sowie die Herstellung von Transparenz sind die großen Treiber, die die Digitalisierung in der Lebensmittelwirtschaft immer stärker Einzug halten lässt. Kommen Sie am 19. und 20. Februar 2020 nach Berlin und diskutieren Sie mit Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, welche konkreten Auswirkungen diese Trends auf Lebensmittelsicherheit und -qualität haben und wie wir diesen Herausforderungen wirkungsvoll begegnen können.