BRS News

05.07.2022

ASP: in den Restriktionszonen gilt u. a. ein striktes Transport- und Beförderungsverbot für Schweine

(SuS) - Angesichts des amtlich bestätigten ASP-Falles in einem Ferkelerzuegerbetrieb hat der zuständige Landkreis Emsland eine tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung erlassen. Diese ist heute in Kraft getreten. So wurde um den Seuchenbestand eine Schutzzone mit einem Radius von rund drei Kilometern gebildet. In dieser Zone liegen 31 Betriebe mit rund 28.950 Schweinen. In der Überwachungszone, die einen Umkreis von zehn Kilometern um den Seuchenbetrieb bildet, sind nochmals 151 Betriebe mit knapp 103.000 Schweinen ansässig. Damit sind von den Auflagen in beiden Restriktionszonen rund 182 emsländische Betriebe mit annähernd 131.000 Tieren betroffen. Hinzukommen noch 70 Schweinebetriebe mit mehr als 63.000 Tiere, die in die Ausläufer der Überwachungszone im Landkreis Grafschaft Bentheim fallen. Der Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen grenzt direkt an diese Überwachungszone an.

 
05.07.2022

Milchbetriebe: Verbesserte Klimabilanz durch Umstellung auf ökologische Produktion

Laut einer neuen Studie unter Leitung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO), kann ein Milchviehbetrieb  seinen Klimafußabdruck um bis zu neun Prozent reduzieren, wenn er seine Produktion von konventionell auf ökologisch umstellt. Für die Studie wurde ein Milchbetrieb über zwei Jahre bei diesem Prozess begleitet. Trotz des Mehraufwands blieben auch die Erträge auf hohem Niveau, wie das Team im Fachjournal Agronomy for Sustainable Development schreibt.

 
05.07.2022

Precision Farming – Nullnummer oder Nutzbringer?

Mit Precision Farming hält aktuell eine vielversprechende Innovation Einzug in die Landwirtschaft. Trotz der Vorteile, die die Technologie mit sich bringen soll, hält die Anwendung nur langsam Einzug in die landwirtschaftliche Praxis. In dieser Studie wurden die Motive für die Adaption von Precision Farming in der deutschen Landwirtschaft untersucht. Die Ergebnisse der Online-Umfrage zeigen, dass es in den Gruppen der Nutzer und Nicht-Nutzer Unterschiede hinsichtlich Berufsbildungsabschluss, Betriebsgröße, Wirtschaftlichkeit sowie des Datenschutzes gibt. Zudem ergibt die Studie eine subjektiv gesteigerte Zufriedenheit hinsichtlich ökonomischer und ökologischer Vorteile bei den Landwirten, die durch die Nutzung der Technologie hervorgerufen wurden. Insgesamt sind von verschiedenen Akteuren der landwirtschaftlichen Branche weitere Anstrengungen zur Verbesserung der Technologie notwendig. Dies würde auch die breite Adaption von Precision Farming in Deutschland fördern und so zu einer nachhaltigen Zielerreichung in den Bereichen Umwelt-, Boden- und Artenschutz beitragen.

 
04.07.2022

Verbändegemeinschaft unterstreicht Bedeutung von Biogas für die Versorgungsicherheit

Gemeinsam äußern der Bundesverband Erneuerbare Energien e.V. (BEE), der Fachverband Biogas e.V. (FvB) und der Deutsche Bauernverband e.V. (DBV) ihr großes Unverständnis, warum die Bundesregierung die Versorgungssicherheit im kommenden Winter ausschließlich über fossile Brennstoffe wie Kohle und importiertes Fracking-Gas sicherstellen will, das kurzfristig mobilisierbare Potenzial von nachhaltiger heimischer Bioenergie aber ungenutzt lassen möchte. Aktuell haben viele Biogas-Bauern noch mehr als ausreichend Substratvorräte aus der Ernte von 2021. Diese können im kommenden Winter aktiviert und für die Erzeugung von Strom, Wärme und Biomethan genutzt werden. Die Bundesregierung sollte dafür jetzt den Weg freimachen, so der Präsident des Bauernverbandes Joachim Rukwied. Weitere Schritte zur Hebung des Biogaspotentials haben die Bioenergieverbände in einer Stellungnahme festgehalten.

 
04.07.2022

Was genau ist Valorisierung?

Nebenprodukte Tierernährung

Weltweit werden jährlich etwa ein Drittel der produzierten Lebensmittel verschwendet. Das sind 1,6 Mrd. Tonnen im Wert von rund 1,6 Bio. USD, erinnert die LEROMA GmbH in ihrem aktuellen Newsletter. In Deutschland entstehen jährlich etwa 12 Mio. Tonnen Lebensmittelabfälle. Davon stammen 3,6 Mio. Tonnen aus der Landwirtschaft und der verarbeitenden Industrie (30%). Ein Großteil dieser Reststoffe bietet jedoch ein großes Potential der Wiederverwertung. Valorisierung bedeutet die Umwandlung oder die Gewinnung von Lebensmittel- oder Futtermittelabfällen in Lebensmittel- oder Futtermittelzutaten.

 
04.07.2022

Niedersachsen: Landkreise und Landwirtschaftskammer fordern Änderungen im Baurecht für Ställe

Der Niedersächsische Landkreistag (NLT) und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) fordern politische Initiativen zur Änderung des Baurechts für Ställe zur Förderung des Tierwohls. Viele tierhaltende Betriebe sind bereit, ihre Ställe umzubauen, um noch mehr für das Wohl der Tiere zu tun. Dies scheitert aber oftmals am geltenden Baurecht, weil in diesen Fällen der Bestandsschutz der erteilten Baugenehmigung gefährdet ist. Die Landwirte haben aber langfristig investiert und brauchen Planungssicherheit, erläuterte der Präsident der LWK, Gerhard Schwetje, nach einem Spitzengespräch mit der teilweise neu formierten Verbandsspitze des NLT. Die Landkreise würden gerne helfen, ihnen sind aber die Hände gebunden. Das ist nicht weiter akzeptabel. Den wortreichen Bekenntnissen zu mehr Tierschutz müssen im Baurecht nunmehr auch Taten folgen. Wir wollen die Wertschöpfung der Landwirtschaft erhalten und gleichzeitig den Tierschutz verbessern. Das muss jetzt auf der Bundesebene in Angriff genommen werden. Das Agrarland Niedersachsen kann dafür Initiativen über den Bundesrat ergreifen, ergänzte NLT-Präsident Landrat Sven Ambrosy.

 
04.07.2022

Fleischindustrie: Gut 24 % des Umsatzes im Jahr 2021 entfielen auf 1 % der Betriebe

In der Fleischindustrie haben die 19 größten Betriebe mit 1 000 und mehr Beschäftigten im Jahr 2021 ein Viertel (24,5 %) des Umsatzes der Branche erzielt. Insgesamt erwirtschafteten die 1 445 erfassten Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten 2021 einen Umsatz in Höhe von 40,6 Milliarden Euro. Das waren 8,8 % weniger Umsatz als im Jahr 2020, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Der Rückgang gegenüber dem Vor-Corona-Niveau des Jahres 2019 betrug 11,2 %. Die Verbraucherinnen und Verbraucher müssen für Fleisch zunehmend überdurchschnittliche Preissteigerungen hinnehmen. So kosteten Fleisch und Fleischwaren im Mai dieses Jahres 16,5 % mehr als im Mai 2021. Unter den Fleischsorten verteuerte sich am stärksten Geflügel mit +23,8 %. Rind- und Kalbfleisch kostete 22,3 % mehr, Schweinefleisch war 21,2 % teurer. Im Jahr 2021 sank der preisbereinigte Umsatz im Einzelhandel mit Fleisch und Fleischwaren auf den tiefsten Wert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1994. Innerhalb von 25 Jahren und gegenüber dem Höchstwert des Jahres 1996 ist er um 67,1 % gesunken. 

 
04.07.2022

Ohne Gas, keine Lebensmittel: DBV fordert Vorrang für Lebensmittelerzeuger

Zitatgrafik Dr. Christian Janze

Der Deutsche Bauernverband fordert, die politische Rahmenbedingungen an die aktuelle Versorgungskrise anzupassen. Kurzfristig ist unter anderem angezeigt, die Gasversorgung für die Ernährungs- und Landwirtschaft als systemrelevant einzustufen.

Ähnlich formulierte diese Forderung der Wirtschaftsanalyst Dr. Christian Janze anlässlich der Fachtagung des BRS am 25. April in Berlin: Die Politik sollte den landwirtschaftlichen Sektor stärker in seiner strategischen Dimension wahrnehmen und das Zielbild für den Sektor und seine Transformation neu definieren sowie dessen Finanzierung zügig absichern. Eine steigende Weltbevölkerung, drohende Dünger- und damit auch Getreideengpässe würden es notwendig machen, eigene Positionen zu überdenken, um Ressourcen klug und umweltschonend nutzen zu können. Janze riet zu mehr Innovations- und Technologieoffenheit und warnte vor ideologischen Grabenkämpfen und Scheindebatten sowie einer selektiven Wahrnehmung wissenschaftlicher Erkenntnisse.

 
02.07.2022

Afrikanische Schweinepest bei Hausschweinen in der Uckermark

Wie das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg auf Nachfrage des BRS heute mitteilte, ist die Afrikanische Schweinepest (ASP)  im Landkreis Uckermark erstmals in einem Mastschweinebestand mit rund 1.300 Masttieren festgestellt worden.

 
02.07.2022

Afrikanische Schweinepest in Niedersachsen nachgewiesen

Die Afrikanischen Schweinepest (ASP) hat erstmals Niedersachsen erreicht. Der Ausbruch ist in einem landwirtschaftlichen Betrieb im südlichen Landkreis Emsland festgestellt worden. Wie das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium mitteilte, liegt seit heute (2.7.) die Bestätigung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) vor. Der Betrieb in der Gemeinde Emsbüren hält 280 Sauen und rund 1500 Ferkel. Der komplette Bestand wird morgen tierschutzgerecht getötet. Die Kontaktbetriebe werden derzeit recherchiert. Die Schweinepest ist für Menschen ungefährlich.

Die Eintragsursache ist bisher unbekannt. Um den Betrieb wurde eine Sperrzone in einem Radius von insgesamt 10 Kilometern eingerichtet. In diesem Bereich liegen 296 Schweinebetriebe, in denen insgesamt rund 195.000 Schweine gehalten werden. Die Sperrzone erstreckt sich auch auf Gebiete des angrenzenden Landkreises Grafschaft Bentheim. Zu den Maßnahmen in der Sperrzone zählen unter anderem Stichproben-Untersuchungen in allen Betrieben und das Verbot, Schweine zu verbringen (Durchgangsverkehr erlaubt).