BRS News

24.06.2016

Globales Klima und regionale Anpassungsstrategien passen nicht zusammen

Mit dem Begriff Klima beschreiben wir den mittleren Zustand der Atmosphäre über mehrere Jahrzehnte. Allein anhand der Berichterstattung in den Medien erkennt man, dass viele Journalisten "Wetterphänomene" mit "Klima" verwechseln.
Menschen beeinflussen Klima, ohne Frage. Die Kausalzusammenhänge sind aber längst nicht so einfach, wie sie häufig dargestellt werden. Insbesondere wenn man sich den Anteil Deutschlands an den Treibhausgasemissionen weltweit anschaut und dann versucht, Verhaltensänderungen in Deutschland auf das Klima vorherzusagen. Wissenschaftlich ein Ritt auf der Rasierklinge, aber Zeitgeist. Und tatsächlich gibt es einige gute Ansätze, wie z.B. das Engagement gegen Lebensmittelverschwendung. Nicht, weil es positive Auswirkungen auf das Klima hätte, sondern einfach, weil es sich um Ressourcenverschwendung handelt. Eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten in Deutschland dagegen hat keine messbaren Auswirkungen, auch wenn dies in öffentlichen Diskussionen gerne anders dargestellt wird. Bei den Diskussionen wird nämlich gerne vergessen
Die Verantwortlichen in Deutschland sollten endlich Farbe bekennen: beteiligt sich Deutschland an der Ernährungssicherung einer steigenden Weltbevölkerung oder zieht es eine Extensivierung auf Kosten der Weltgemeinschaft vor?
 
23.06.2016

Wie klimaschädlich ist der Regenwald?

In Deutschland nimmt die Klimadiskussion eine Dimension an, die in so kostenintensiven Maßnahmen münden, dass sich viele Menschen mittlerweile fragen, ob sich ein Land wie Deutschland mit 86 Mio. Einwohnern überhaupt eine Vermeidungsstrategie leisten sollte bzw. darf. Derzeit kostet die Energiewende rd. 28 Mrd. Euro, die auf die Steuerzahler umgelegt werden. Bis zum Jahr 2030 sollen 400 Mrd. Euro ausgegeben werden. Andere EU-Länder machen dagegen einen Rückzieher bei ihren Klimainvestitionen. zu teuer, begründet Dänemark seinen Rückzieher. In Schweden sollen neue Atomkraftwerke gebaut werden dürfen. Und betrachtet man den Anteil Deutschlands an den Treibhausgasemissionen, muss man sich tatsächlich fragen, ob diese gewaltigen Summen nachhaltig investiert sind. Deutsche Minderungsstrategien wirken sich Null Komma Null auf das Weltklima aus. Das bestätigt der Journalist Florian Asche, der für den Focus vorgerechnet hat: International betrachtet sei die deutsche Jahrtausendleistung völlig ohne Belang. Die so eingesparte Menge an CO2 entspräche nämlich der Ausstoßsteigerung in China innerhalb von drei Monaten". Wer das nicht glaubt, kann selber nachrechnen oder die Zahlen diskutieren.
Unabhängig davon sei in diesem Zusammenhang auf Untersuchungen verwiesen, die schon etwas älter sind und Pflanzen, u.a. den Regenwald, als wichtige Methan-Emissionsquelle ausgemacht haben wollen.
 
27.05.2016

Tierschutz in skandinavischen Ländern: Kastration kein Thema?

Einige skandinavische Länder können sich vor Besuchen aus Deutschland kaum retten: landwirtschaftliche Delegationen suchen diese Länder gerne auf, um sich die praktische Umsetzung bestimmter Tierschutzziele vor Ort anzuschauen. Das ist grundsätzlich nicht schlecht. Als es um die Optimierung der Produktion ging, waren wir oft zu Besuch in den Niederlanden, Frankreich und Spanien.
Die skandinavischen Länder unterscheiden sich bei einigen Tierschutzvorgaben von Deutschland. So hat bisher kein europäisches Land den Ausstieg aus der Ferkelkastration gesetzlich verankert, außer Deutschland. Das setzt dt. Politiker und Wirtschaft unter enormen Druck und gefährdet (landwirtschaftliche) Existenzen. Dabei könnten wir auch hier von unseren nordischen Kollegen lernen.

Jungebermast oder Impfung gegen Ebergeruch: in Schweden und Norwegen kein Thema. In Schweden wird lokal betäubt und ein Mittel gegen Schmerzen nach dem Eingriff gegeben. Politik und Tierschutz tragen dieses Vorgehen mit, weil die Wissenschaft nachweisen konnte, dass Schmerzen während und nach der Kastration signifikant reduziert werden. Ähnlich wird es in Norwegen gehandhabt.
Dänemark hat gerade die Einführung eines Tierwohllabels angekündigt. Informationen zum Verzicht auf die Kastration findet man in keiner Stufe des Labels. Derart pragmatisches Vorgehen sollte uns zu denken geben, wenn der Selbstversorgungsgrad nicht weiter sinken soll. Bereits heute werden mehr als 11 Mio. Ferkel importiert, die dann vielleicht die dt. Tierschutzvorgaben nicht erfüllen können. Ob das den Verbraucher interessieren wird?
 
22.04.2016

Diskussionsforum: Schweinehaltung im Konflikt

Schweinehaltung im Konflickt: 13.04.2016

Zu diesem Thema veranstaltete der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion e.V. (ZDS) am 13.4. 2016 in Berlin ein Diskussionsforum mit rd. 90 Teilnehmern aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft.
In seiner Begrüßung machte der ZDS-Vorsitzende, Paul Hegemann, deutlich, worum es geht: um gesellschaftliche und politische Forderungen, die z.T. gegensätzlich sind und die aufgrund anhaltend schlechter Erträge sowie fehlender Planungssicherheit nicht umgesetzt werden können. Beispielhaft nannte er die Forderung nach Außenklima für die Tiere zum einen und Auflagen zur Installation von Luftfiltern und zur Abdeckung von Güllebehältern zum anderen. Neben dem Kostendruck und in Verbindung mit diversen Vorwürfen zur Massentierhaltung führe diese Situation zu einer starken psychischen Belastung der Landwirte und ihrer Familien, bis hin zu Existenzängsten.

 
21.04.2016

Das Schweinemobil auf dem Mannheimer Maimarkt!

Der Mannheimer Maimarkt hat dieses Jahr eine neue Attraktion: Das Schweinemobil!

Vom 30. April bis zum 10. Mai können sich Besucher vor Ort ein Bild von moderner Schweinehaltung machen. Ansprechpartner sind Mitarbeiter des Kreisbauernverbandes Rhein-Neckar, des Schweinezuchtverbandes und Fachschüler.

 
17.03.2016

Das Dilemma des Schwanzkupierens

Seit Jahren bemüht sich die Fachwelt, um die Lösung eines Problemes, dass Kritiker der Tierhaltung gerne dem Haltungssystem ankreiden. Dass es so einfach nicht ist, zeigen mittlerweile mehr als 30 Forschungsprojekt in Deutschland über alle Landbau- und Haltungsformen. Sicher ist bisher nur, dass es sich um ein multifaktorielles Problem handelt und es nicht DIE Lösung gibt, sondern jeder Schweinehalter für seinen Betrieb eine Lösung finden muss. Dafür sind Beratung und viel Geld unerlässlich. Das Landwirtschaftministerium hat das erkannt und bemüht sich in sog. Modell- und Demonstrationvorhaben um die Entwicklung von Leitfäden als Orientierungshilfe.
Der Journalist Martin Krogmann hat sich für das Internetportal NWZ Online mit dem Thema beschäftigt und versucht Antworten auf offene Frage zu finden. Für Laien ein interessanter Einstieg in die Thematik.
 
14.03.2016

Ein verantwortungsvoller Medikamenteneinsatz reduziert Resistenzen

Jeder Antibiotikaeinsatz selektiert Bakterien, die bei unsachgemäßer Anwendung überleben und womöglich Resistenzen gegen das eingesetzte Medikament entwickeln. Am besten ist es, wenn man keine Medikamente einsetzen muss, Mensch und Tier womöglich über ein starkes Immunsystem verfügen. Leider nehmen Allergien und Unverträglichkeiten beim Menschen zu. Ein Ausdruck übertriebener Hygiene, meint der Ernährungspsychologe Thomas Ellrott im Interview mit Bettina Musall für den "Spiegel". Auch die Entsorgung von Medikamenten wird zu einer gesellschaftlichen Herausforderung. Abwässer sind immer häufiger mit Rückständen belastet. Das gilt für private Haushalte ebenso, wie für Klinikabwässer. Funde von resistenten Keimen in Flüssen nehmen alarmierend zu.
Gute Nachrichten kommen aus Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen der Untersuchung von Bioaerosolen auf Rückstände sog. MRSA-resistenter Bakterien durch das LANUV soll die Luftübertragung dieser Keime als nicht wahrscheinlichster Weg dargestellt worden sein. Das würde ältere Studienergebnisse aus den Niederlanden und aus Deutschland bestätigen.

Außerdem konnte das LANUV keinen Zusammenhang zwischen dem Antibiotika-Einsatz im Stall und dem Auftreten von MRSA generell feststellen.
Unabhängig davon werden derzeit verschiedene Ansätze verfolgt, um das Risiko einer MRSA-Ausbreitung zu reduzieren. Dazu zählen ein Monitoring in der Landwirtschaft mit dem Zwang, bei Überschreitung bestimmter Kennzahlen Maßnahmenpläne vorzulegen, eine (verpflichtende) Untersuchung von Personen, die beruflich mit Tieren zu tun haben - erstaunlicherweise zählen Hundebesitzer nicht dazu - und die Etablierung von (Tier-)Gesundheitsplänen.
 
12.02.2016

Produktive Landwirtschaft reduziert Treibhausgasemissionen

Die FAO fordert eine nachhaltige Intensivierung der globalen Landwirtschaft, um die steigende Nahrungsmittelnachfrage Ressourcen- und Umwelt schonend decken zu können. Die dt. Landwirtschaft konnte in den vergangenen Jahren den C02-Ausstoß um fast 30 % senken. Ähnliche Erfolgsmeldungen kommen jetzt aus Kanada.
In einer Studie unter der Leitung des Wissenschaftlers Tim McAllister von Agriculture and Agri-Food in Lethbridge werden die Emissionen am Beispiel der Rindfleischproduktion aus den Jahren 1981 und 2011 verglichen. Dank höherer Produktivität in der Haltung und Fütterung, wurde 2011 dieselbe Fleischmenge erzeugt mit weniger Tieren, weniger Land und deutlich weniger Treibhausgasen.

 
15.01.2016

Schweinehalter verkaufen Würste zum Erzeugerpreis von 12 Cent

Ein seit Jahren anhaltender ruinöser Preisdruck am Schweinemarkt macht vielen Schweinehaltern schwer zu schaffen und raubt den Betrieben die Perspektiven. Rechnet man den Preis, den ein Tierhalter für ein Mastschwein erhält, auf eine Bratwurst mit 100 Gramm um, so entspricht das einem Preis von 12 Cent je Wurst, erklärt Hans-Benno Wichert, Vizepräsident des Landesbauernverbandes (LBV), auf dem Bahnhofplatz in Esslingen am Dienstag, den 12. Januar 2016. Gemeinsam mit dem Kreisbauernverband Esslingen informiert der LBV Verbraucher über die aktuelle Lage in der Schweinehaltung und wirbt für Schweinefleisch aus Baden-Württemberg.

BW-agrar informiert ausführlich über die Aktion. Eine Bildergalerie ergänzt den Bericht.
 
14.01.2016

Ökolandbau größere Biodiversitätsverluste als konventioneller Ackerbau ?

IVA-Grafik: Artenvielfalt in Abhängigkeit der Landbauform

VCI - Die weithin verbreitete Vorstellung, dass ökologischer Landbau vorteilhafter für den Erhalt der Artenvielfalt sei als konventioneller Landbau, hält einer gründlichen wissenschaftlichen Überprüfung nur sehr bedingt stand. Lediglich bei einer Betrachtung, die allein die bewirtschaftete Ackerfläche zum Maßstab nimmt, schneidet er besser ab. Bezogen auf den Ernteertrag (z. B. eine Tonne Weizen je Hektar) geht dagegen deutlich weniger Artenvielfalt bei konventioneller Bewirtschaftung verloren. Die Ursache dafür ist der mehr als doppelt so hohe Flächenertrag der produktiveren modernen Landwirtschaft. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2016 in Berlin vorgestellte Studie der HFFA Research GmbH, der Forschungs- und Politikberatungsgesellschaft des Humboldt Forum for Food and Agriculture e. V. (HFFA). In Auftrag gegeben hatte die Studie der Industrieverband Agrar e. V. (IVA).

Die Presseverlautbarung führte zu Vorwürfen von Seiten des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), zu der der IVA hier Stellung bezogen hat.