BRS News

Kategorie
14.07.2015

GVO: "systematische Selbsttäuschung, Scheinheiligkeit und Verlogenheit"

Prof. Dr. Ralph Bock, Direktor am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam, kritisiert in einem Essay der Zeitschrift Labourjournal (7/8 2015), dass in Politik und Öffentlichkeit beim Thema Gentechnik systematische Selbsttäuschung, Scheinheiligkeit und Verlogenheit  zur Gewohnheit würden. Er macht deutlich, dass Deutschland in fast allen Bereich von Gentechnik durchdrungen und eine Gentechnikkennzeichung nach bisherigem Muster verlogen sei, zumal die Kennzeichnungspflicht ab 0,9 % gentechnisch veränderter Bestandteile willkürlich gewählt und fachlich kaum nachvollzogen werden könne.
Nachdem der Wissenschaftler das Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion gelesen hat, befürchtet er gar, dass das Zeitalter der Aufklärung vorbei und Parawissenschaft und Ökkultismus wieder an der Reihe seien.
 
10.07.2015

Neue Quelle von Treibhausgasen entdeckt

idw - Unscheinbare Lebewesen überraschen mit einer für das Klima wichtigen Eigenschaft: Flechten, Moose und Cyanobakterien geben große Mengen des Treibhausgases Lachgas (N2O) und geringe Mengen Methan (CH4) an die Atmosphäre ab. Wie neueste Untersuchungen ergaben, sind kryptogame Schichten, wie der flächige Bewuchs aus Flechten, Moosen, Cyanobakterien und weiteren Mikroorganismen wissenschaftlich genannt wird, für vier bis neun Prozent des aus natürlichen Quellen stammenden N2O verantwortlich. Dies fanden Wissenschaftler der Universitäten Gießen und Heidelberg und des Max-Planck-Instituts für Chemie in umfangreichen Laboruntersuchungen heraus.
 
10.06.2015

Keime kommen überall vor, selbst auf dem Land

Bei Multiresistente Staphylococcus aureus (MRSA)-Keimen unterscheiden Experten zwischen Tier-assoziierten und krankenhaus-assoziierten Stämmen. das ist sehr wichtig, weil die besonders gefährliche Komponente, das Panton-Valentine Leukozidin (PVL), das häufig Ursache für besonders schwere Krankheitsverläufe ist, nicht bei den Tier-assoziierten (LA)MRSA vorliegt. Ein Schnelltest erlaubt die sichere Unterscheidung.

Die Mitglieder der Erzeugergemeinschaft Hümmling mit Sitz in Lorup haben jetzt in einer Wette mit einer Bürgerinitiative bewiesen, dass sie nicht häufiger Träger des Krankenhaus-Keims MRSA sind als andere Menschen. Dabei hätte die Bürgerinitiative nach sorgfältiger Recherche ahnen können, wie das Ergebnis ausfällt. Schließlich hat der ZDS mehrfach entsprechende Meldungen von einschlägigen Experten veröffentlicht.
Über den Wetteinsatz von 500 € darf sich jetzt eine Caritas-Einrichtung freuen.
 
16.05.2015

Geht von Stallemissionen ein besonderes Gesundheitsrisiko aus?

Nein! Bioaerosole sowie Emissionen aus Ställen werden oft von Bürgerinitiativen als Argument gegen Stallbauten missbraucht. Die Landwirtschaftszeitung Rheinland hat hierzu Prof. Dr. Wolfgang Dott vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin des Uniklinikums in Aachen befragt. Das wenig überraschende Ergebnis: Mikroorganismen aus Tierställen spielen kaum eine Rolle für die menschliche Gesundheit. Tatsächlich könne sogar anhand epidemiologischer Studien nachgewiesen werden, dass Landwirte und ihre Kinder, die am meisten betroffen sein müssten, weniger Allergien aufweisen als der Rest der Bevölkerung.
 
07.04.2015

"Den Deutschen Fleischbauern gehört die Zukunft"

Regnet es in Äthiopien mehr, wenn wir uns weniger duschen? Hat die Weltbevölkerung mehr zu essen, wenn wir weniger Fleisch verzehren? Beide Fragen kann man mit Nein beantworten. NGO dagegen wollen den deutschen Verbraucher aber vom Gegenteil überzeugen - in einer globalisierten Welt. Anstatt eine steigende Lebensmittelnachfrage als Chance für die heimische, Ressourcen schonende und effiziente heimische Landwirtschaft zu begreifen, wird Verzicht gepredigt. Unvorstellbar, wenn dies für andere Branchen ebenso gefordert würde. Dabei glauben die Kritiker deutscher Lebensmittelexporte, mit veredelten Produkten würden Importmärkte zerstört. Das Gegenteil ist der Fall.

Eckhard Fuhr, Korrespondent für Kultur und Gesellschaft für die renommierte Zeitschrift Die Welt zeigt den Widerspruch auf, sich als Landwirt einerseits am Weltmarkt behaupten und andererseits zu nicht wettbewerbsfähigen Produktionsbedingungen produzieren zu müssen. Als Indikatoren nennt er den Wegfall der Milchquote bei gleichzeitiger Forderung nach zukunftsfähigen Tierhaltungssystemen. Beides geht nicht!

 
31.03.2015

Mit dem "Schweinemobil" zum Verbraucher

Janosch T. Gock informiert in seinem Blog über seinen Einsatz als Standbetreuer am Schweinemobil, das am 28.03. mitten in Münster aufgestellt wurde, um mit den Verbrauchern ins Gespräch zu kommen. Dabei konnten so manche Vorurteile ausgeräumt werden.
Der Lehrling im dritten Lehrjahr war mit seiner Berufsschulklasse vor Ort, um über die Lebensmittelerzeugung in Deutschland aufzuklären.
 
13.02.2015

Kupierverzicht: Projekte treten auf der Stelle

Nach Studien zum Verhalten von Schweinen in verschiedenen Haltungsformen sind sich Wissenschaftler und Praktiker einig: Es gibt keine Methode, das gegenseitige Knabbern an Schwänzen zu verhindern, fasst die SVZ aktuelle Untersuchungsergebnisse des Instituts für Tierproduktion der Landesforschungsanstalt in Dummerstorf zusammen. Es gibt keine Alternative zum Kupieren von Schwänzen bei Schweinen. Je eher, desto besser, weil schmerzfreier, wird der Forschungsleiter zitiert. Die Wissenschaftler waren daraufhin öffentlich angegriffen worden, weil die Ergebnisse nicht dem Zeitgeist entsprachen. In verschiedenen Kommentaren haben sich die Beteiligten zu den Anschuldigungen geäußert.

Anm. d. Red.: Die Forschungsergebnisse decken sich mit zahlreichen vergleichbaren Untersuchungen, die derzeit in ganz Europa durchgeführt werden. Prof. Dr. Thomas Blaha (TiHo, Hannover), der im Auftrag des niedersächsischen Ministerium eine ähnliche Studie durchgeführt hatte, forderte sogar ein Umdenken vor Einführung einer Ringelschwanzprämie durch die Politik.
Was gut gemeint ist, könnte für die Tiere zu einem Tierschutzrelevanten Desaster ausarten.
 
16.12.2014

"Tomorrows Table": Ökolandbau meets Gentechnik

Pamela Ronald, Professorin für grüne Gentechnik, und ihr Mann Roul Adamchak, Biobauer, beide Dozenten an der Universität von Kalifornien in Davis, beschreiben in ihrem Buch Tomorrows Table eine mögliche Liason von ökologischem Landbau und Gentechnik - pragmatisch und völlig ideologiefrei. Vor dem Hintergrund einer steigenden Weltbevölkerung eine Vernunftehe? Die Autoren machen deutlich, dass in der amerikanischen Ökoszene am wenigsten Vorbehalte gegen einen Gentransfer innerhalb eines Pflanzenstammes beständen.
Die Virusepedemie aller Papayaplantagen auf Hawai hat die Vorbehalte gegen Gentechnik mit Angebot einer genveränderten, gegen das Virus veränderten Pflanze sehr schnell beseitigt, weil insbesondere die Kleinbauern von der neuen Sorte profitiert hätten.
 
26.11.2014

Keimgutachten fragwürdig

Um die Genehmigung größerer Stallbauvorhaben nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz zu bremsen, werden mittlerweile aufwändige Keimgutachten verlangt.
Damit könnte künftig Schluss sein, interpretiert man zwei aktuelle Urteile. Nach Ansicht der Richter des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg (Az 12 LA 55/10) und des Verwaltungsgerichts Oldenburg (Az 5 B 1651/11) fehle es an gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen über die mit der Stallluft vermeintlich  in die Umgebung getragenen sog. Bioaerosole. Auch das gesundheitsgefährdende Potential sei vollkommen unklar. Erschwerend käme weiterhin hinzu, dass es überhaupt keine Grenzwerte und damit keine gesetzliche Grundlage gäbe.

Betroffene Betriebe können jetzt u.U. sogar Schadenersatz für Nachteile verlangen, die ihnen mit den unrechtmäßig verlangten Keimgutachten entstanden seien, meint der Rechtsanwalt Dr. jur. M. Devermann aus Meppen.

 
19.11.2014

Je mehr Ställe, desto weniger Allergien

Bioaerosole sowie Emissionen aus Ställen werden oft von Bürgerinitiativen als Argument gegen Stallbauten missbraucht. Die Landwirtschaftszeitung Rheinland hat hierzu Prof. Dr. Wolfgang Dott vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin des Uniklinikums in Aachen befragt. Das wenig überraschende Ergebnis: Mikroorganismen aus Tierställen spielen kaum eine Rolle für die menschliche Gesundheit. Tatsächlich könne sogar anhand epidemiologischer Studien nachgewiesen werden, dass Landwirte und ihre Kinder, die am meisten betroffen sein müssten, weniger Allergien aufweisen als der Rest der Bevölkerung. Dies gelte auch für die Anwohner von Ställen. Der Umweltmediziner stellte im Interview auch klar: Die Resistenzen von Krankenhauskeimen haben nichts mit denen in einem landwirtschaftlichen Bereich gemein.

LZ Rheinland, 47/2014