BRS News

09.01.2017

Pünktlich zur Grünen Woche: "Wünsch Dir was"

Pünktlich zur Grünen Woche, dem Schaufenster der internationalen Ernährung, überschlagen sich diverse Organisationen mit Forderungen, die durch eigene Studien untermauert werden und oft dazu herhalten müssen, die Landwirtschaft zu kritisieren. Erstaunlicherweise schaffen es diese Wünsch-Dir-Was - Papiere sogar in die Nachrichten. Dabei hat jede gute Redaktion heute auch Wissenschaftsjournalisten, die durchaus in der Lage sind, Thesen und Behauptungen durch mindestens zwei unabhängige Expertenmeinungen abzusichern. Das kostet Zeit und damit Auflage oder Online-Klicks. Also Aufmerksamkeit. Schade, dass auch die Bundesregierung mit eigenen Bundesbehörden mitmischt.
So postfaktisch hat das Jahr begonnen:
Man darf gespannt sein, was noch folgen wird.
 
09.01.2017

Gesundheitsrisiko vegane Ernährung

Simone Rau informiert im Tagesanzeiger über ein Phänomen zunehmender Nährstoffunterversorung von Kindern durch vegane Eltern. Eine Bedarfsgerechte Ernährung von Kindern und Heranwachsenden ist nicht so einfach. Vegane Ernährung ist Mangelernährung, die ein Versorung mit Zusatzstoffen notwendig macht. Daher rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu einer fachlichen Ernährungsbegleitung.
 
09.01.2017

Gemeinsam für mehr biologische Vielfalt in der Landwirtschaft - Projekt F.R.A.N.Z. mit Demonstrationsbetrieben im Naturschutz gestartet

Was kann die Landwirtschaft tun, um die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft zu erhalten und zu fördern? Antworten auf diese Frage soll ein neues Forschungsprojekt liefern, das die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz und der Deutsche Bauernverband gemeinsam durchführen. Unter dem Projektnamen F.R.A.N.Z. (Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft) werden in zehn landwirtschaftlichen Demonstrationsbetrieben in Deutschland effiziente Naturschutzmaßnahmen umgesetzt. Die Maßnahmen sollen die Artenvielfalt auch auf intensiv bewirtschafteten Feldern, Wiesen und Weiden erhalten und verbessern. Das Projekt wird sowohl vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft als auch vom Bundesumweltministerium gefördert und begleitet.

 
09.01.2017

Witterung für schlechte Erträge im Ökolandbau verantwortlich?

Das Ertragsniveau des ökologischen Landbaus in Deutschland ist im Vergleich zum konventionellen Anbau weiter zurückgegangen. Während Bio-Bauern in den drei Wirtschaftsjahren 2007/08 bis 2009/10 auf vergleichbaren Flächen noch durchschnittlich 45 Prozent der Weizenerträge ihrer konventionell wirtschaftenden Berufskollegen erzielten, sind die Erträge in den Wirtschaftsjahren 2011/12 bis 2013/14 auf durchschnittlich 43 Prozent gefallen, heißt es in einer Pressemeldung des Industrieverbandes Agrar.
Der IVA beruft sich dabei auf aktuelle Auswertung von Vergleichsbetriebsdaten durch die HFFA Research GmbH, der Forschungs- und Politikberatungsgesellschaft des Humboldt Forum for Food and Agriculture e. V. (HFFA). Die Datengrundlage lieferte das sogenannte Testbetriebsnetz des Bundeslandwirtschaftsministeriums.
 
09.01.2017

Fehlende Zinsanpassungen kosten Kreditkunden bares Geld

Stiftung Warentest  - Die Bankaktiengesellschaft (BAG) forderte von einem Kreditkunden einer Genossenschaftsbank 73.000 Euro zu viel, heißt es in einer aktuellen Pressemeldung von Stiftung Warentest. Die BAG habe bei einem Immobilienkredit mit variabler Verzinsung einen Satz verlangt, der bereits 2009 weit über dem marktüblichen gelegen hätte. Wie Stiftung Warentest weiter berichtet, konnte durch juristischen Beistand für den Kunden erreicht werden, dass nur noch 52.000 statt 125.000 Euro gezahlt werden musste. Die Stiftung Warentest nimmt den Fall zu Anlass, auf ihrer Internetseite vorzurechnen, wie teuer unterlassene Zinsanpassungen Verbraucher zu stehen kommen können. Davon kann man eine juristische Überprüfung seiner (alten) Kreditverträge abhängig machen.
 
09.01.2017

Mit offenen Märkten gegen den Klimawandel

Der Agrarökonom Hermann Lotze-Campen vom Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam hat in der Süddeutschen Zeitung ein Plädoyer für den Freihandel um Schutz des Klimas veröffentlicht. Aus Sicht des Wissenschaftlers könnten offene Agrarmärkte den Klimawandel besser auffangen, weil Länder mit schlechter Ressourcenausstattung (z.B. Wasser) geschont würden. Nach Berechnungen des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung könne eine restriktive Handelspolitik zu Klima bedingten Verlusten in der Landwirtschaft in Höhe von 2,5 Billionen Dollar weltweit pro Jahr führen.

Anm. d. Red.: Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen um Abschottung und Extensivierung kommen die Berechnungen aus Potsdam zur rechten Zeit. Wenn nationale Märkte für den internationalen Wettbewerb geöffnet werden, kann sich jedes Land auf jene Produkte spezialisieren, für die es die besten Anbaubedingungen hat und die es im Vergleich günstiger herstellen kann. In Europa können das veredelte Produkte sein, die z.B. viel (Regen-)Wasser benötigen. Klima muss über Systemgrenzen gedacht werden. So kommt in Deutschland niemand auf die Idee Ananas oder Bananen anzubauen. Der deutsche Wissenschaftler steht übrigens nicht allein. Er wird von internationalen Wissenschaftlern, die sich gerade zu den Vorteilen der Globalisierung geäußert haben, unterstützt. (Why we should be defending globalization). Und diese Theorie ist nicht neu. Sie geht auf Adam Smith (1723–1790), dem Urvater der Nationalökonomie zurück.
 
09.01.2017

Mit offenen Märkten gegen den Klimawandel

Der Agrarökonom Hermann Lotze-Campen vom Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam hat in der Süddeutschen Zeitung ein Plädoyer für den Freihandel um Schutz des Klimas veröffentlicht. Aus Sicht des Wissenschaftlers könnten offene Agrarmärkte den Klimawandel besser auffangen, weil Länder mit schlechter Ressourcenausstattung (z.B. Wasser) geschont würden. Nach Berechnungen des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung könne eine restriktive Handelspolitik zu Klima bedingten Verlusten in der Landwirtschaft in Höhe von 2,5 Billionen Dollar weltweit pro Jahr führen.

Anm. d. Red.: Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen um Abschottung und Extensivierung kommen die Berechnungen aus Potsdam zur rechten Zeit. Wenn nationale Märkte für den internationalen Wettbewerb geöffnet werden, kann sich jedes Land auf jene Produkte spezialisieren, für die es die besten Anbaubedingungen hat und die es im Vergleich günstiger herstellen kann. In Europa können das veredelte Produkte sein, die z.B. viel (Regen-)Wasser benötigen. Klima muss über Systemgrenzen gedacht werden. So kommt in Deutschland niemand auf die Idee Ananas oder Bananen anzubauen. Der deutsche Wissenschaftler steht übrigens nicht allein. Er wird von internationalen Wissenschaftlern, die sich gerade zu den Vorteilen der Globalisierung geäußert haben, unterstützt. (Why we should be defending globalization). Und diese Theorie ist nicht neu. Sie geht auf Adam Smith (1723–1790), dem Urvater der Nationalökonomie zurück.
 
06.01.2017

Warum das "vegane" Jägerschnitzel wirklich eine Verbrauchertäuschung ist

Wer sich für Verbraucherschutz und -aufklärung einsetzt, dafür aber vegane Nachbauprodukte wählt, kann sich Spott und Häme im Netz sicher sein. Das ist Minister Schmidt gerade passiert. Völlig zu Unrecht, findet die Ernährungswissenschaftlerin Johanna Bayer. In ihrem Blog Quark und So klärt sie die Kritiker des lobenswerten Vorstoßes aus dem Verbraucherschutzministerium über Verkehrsbezeichnungen und Rechtsgrundlagen der Lebensmittelkennzeichnung auf.
Anstatt im Internet zu googeln oder im Duden zu suchen, gilt es, das Lebensmittelbuch der Deutschen Lebensmittelkommission, Gesetzestexte und diverse Loseblattsammlungen mit vielen EU-Verordnungen und Richtlinien zu sichten. Kritikern ist das zu aufwändig. Das hat die Ökotrophologin für alle Kritiker jetzt nachgeholt. Sie kommt daher zu dem Ergebniss, dass Korrektheit im Lebensmittelbereich vornehme Pflicht ist, festgelegt in Paragrafen zur Lauterkeit der Informationspraxis, die von Verbraucherzentralen gerne zu Recht zitiert wird,wenn auf künstlich aromatisierten Früchtetees Obst prangt, denn Informationen über Lebensmittel dürfen nicht irreführend sein. Alle Imitate von Wurst und Fleisch, die in Gestalt, Aufmachung und Geschmack Wurst und Fleisch offensiv nachempfunden sind, sollten Wurstersatz oder Wurstimitat, Fleischersatz oder Fleischimitat heißen. Soviel zum Gesetz. Dass sich Anbieter von Nachbauprodukten darum nicht scheren, bedarf dringend einer Klärung.
 
06.01.2017

Darum sind Nachbauprodukte so teuer?

(c) Swissmilk: Butter vs. Magerine Die schweizer Branchenorganisation Swissmilk hat auf ihrer Internetseite die Herstellung von Butter mit der von Margarine verglichen und dafür ein Schaubild präsentiert, das verdeutlicht, warum Ersatzprodukte meist teurer als das Original sind. Während bei Margarine mehr als 10 Verarbeitungsschritt notwendig sind, braucht Butter nur drei.
Je mehr Aufwand, umso mehr Kosten. Das Vertrauen in ein Produkt wächst aber nicht automatisch mit der Verarbeitungstiefe. Das mussten jüngst auch vegane Produkte erleben.
 
06.01.2017

Studien lesen lernen: "Bienen in der Stadt produzieren doppelt so viel Honig, wie auf dem Land”

Zwei Mitarbeiter der Universität Berlin haben im im Auftrag der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen eine Literaturstudie angefertigt, aus der es einige Ergebnisse in die Medien geschafft haben. Die Schlagzeile Bienen in der Stadt produzieren doppelt so viel Honig, wie auf den Land lässt Zweifel aufkommen und hat die Redakteurin und Philosophin Susanne Waldeck veranlasst, sich die Studie einmal genauer anzuschauen, insbesondere auch deshalb, weil die Studie für Pauschalkritik gegenüber der Landwirtschaft genutzt wird. Und tatsächlich: die Schlagzeile basiert auf nur einer Untersuchung aus Celle, die eigentlich nur illustrieren sollte, wie wichtig die Versorgungslage für Bienen ist - unabhängig vom Standort des Bienenvolkes.

Anm. d. Red.: Das Jahr fängt an, wie es aufgehört hat: postfaktisch?