BRS News

06.01.2017

Fachlich unsinnige Begründung für Anhebung der Mehrwertsteuer auf Fleischprodukte

Lebensmittel werden in Deutschland grundsätzlich mit dem ermäßigten Steuersatz besteuert - egal, ob es sich um Südfrüchte, Bananen, Tee oder heimische Produkte handelt. Diese Gleichbehandlung von importierten und regionalen Produkten wurde noch nie hinterfragt, obwohl die Klimabilanz aufgrund der Transportwege in Abhängigkeit der Transportmittel durchaus sehr unterschiedlich ausfallen kann.
Mit dem unsinnigen Vorschlag aus dem Bundesumweltministerium, Fleischprodukte mit den vollen Mehrwertsteuersatz zu versehen, wird diese Diskussion wieder geführt werden müssen. Auch zu den Auswirkungen für Importe aus Drittländern, wenn dort vermeintlich klimaschädliche Produkte wesentlich nachhaltiger produziert wird, als in Deutschland.
Am ärgerlichsten an der Diskussion aber ist der fehlende fachliche Unterbau: die Treibhausgasemissionen landwirtschaftliche Erzeugnisse werden mit denen der übrigen Wirtschaft verglichen. Branchen, die - anders als die Landwirtschaft - ausschliesslich fossile Energie benötigen und auch kein C02 durch Biomasse binden. Dabei hat das gescholtene Umweltministerium diese Unterscheidung selber angeregt: bei der Bewertung von Privatkaminen. Immerhin: die Bundesregierung schließt sich der Hysterie seines Ministeriums nicht an und hat dem Vorstoß eine klare Absage erteilt.
 
06.01.2017

Ferkelerzeugern fehlt die Perspektive - Landwirte schreiben an Minister Remmel

Ferkelerzeuger in Not – mit diesem Betreff haben Sauenhalter aus dem Kreis Wesel vor Weihnachten einen Brief an NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel geschrieben. Von den desaströsen Ferkelpreisen über einen ungewöhnlich langen Zeitraum noch nicht wieder erholt, machen sie sich große Sorgen um ihre Familienbetriebe und die Zukunft der Ferkelerzeugung in Deutschland.
 
05.01.2017

Kaum zu glauben: die Tomate gibt es seit 50 Millionen Jahren

Die genetischen Spuren unserer heute bekannten Tomate sollen aktuellen Studienergebnisse nach auf eine Pflanze zurückgeführt werden können, die vor rd. 50 Millionen Jahren in der Antarktis zuhause war. Allerdings war es dort damals nicht so kalt wie heute, sondern eher tropisch. Bisher wurde die Herkunft eher in den Anden vermutet. Die Tomate wurde vor über 10.000 Jahren domestiziert und kam erst im 16. Jahrhundert kam das Nachtschattengewächs nach Europa.
Welche Rolle die Züchtung und die Gentechnik bei der Pflanzenzüchtung spielen, hat das Bayerische Staatsministerium in einer Präsentation aufbereitet (Grüne Gentechnik. Hexerei oder moderne Pflanzenzüchtung?")
 
05.01.2017

Topigs Norsvin: „Select Eber“ verkauft die Millionste Tube

Im Dezember 2016 ist die 1 Millionste Tube Select-Sperma durch die GFS in Saerbeck an den Topigs Norsvin Kunden Hermann und Michael Gude in Wettringen, Nordrhein Westfalen ausgeliefert worden, heißt es in einer Pressemeldung der Zuchtorganisation Topigs Norsvin. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde dieser Meilenstein auf dem Betrieb Michael Gude in Wettringen gefeiert.
Die Millionste Tube stammte von dem Select Eber "VORSTAND" mit der Herdbuchnummer 35109. Die Eberlinie wird in der Pressemeldung als wuchsbetont, fleischreich, robust und vital beschrieben.
 
05.01.2017

Strafsteuer auf Fleisch nützt dem Klima nicht

(DBV) Mit irreführenden Zahlen und einem Tunnelblick auf die Landwirtschaft leistet man keinen sinnvollen Beitrag zum Klimaschutz. So kommentiert der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, den jüngsten Vorstoß des Umweltbundesamtes (UBA), das eine höhere Mehrwertsteuer für Milch und Fleisch gefordert hatte. Eine Strafsteuer auf Lebensmittel, wie vom Umweltbundesamt gefordert, hat keinen positiven Nutzen für das Klima, sondern verteuert vor allem den täglichen Einkauf für die Verbraucher. Als Begründung hatte das UBA die Treibhausgas-Emissionen genannt, die bei der Rindfleischerzeugung anfallen.

Anm. der Red.: Der Bauernverband hat vollkommen Recht und kann sich dabei auf Studien und Erfahrungen anderer Länder stützen. So wurde eine dänische Fettsteuer bereits nach einem Jahr wieder gestrichen, weil dänische Verbraucher sich im europäischen Umland eindeckten, und die Steuer gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstieß. Aber insbesondere die fachliche Begründung lässt zu wünschen übrig und widerspricht auch den Empfehlungen diverser Gutachtergremium, Klimaschutz über Systemgrenzen zu denken. Wenn man Klimaschutz ernst nimmt, müsste man die Steuer auf Lebensmittel aus nachhaltigen Systemen sogar gänzlich abschaffen, damit die steigende Nachfrage verstärkt aus diesen Systemen Klima schonend bedient werden kann. Bei der Diskussion drängt sich auch die Frage auf: warum wird Kerosin überhaupt nicht besteuert?
Stellungnahme des BBV / Stellungnahme des RLV
 
05.01.2017

Strafsteuer auf Fleisch nützt dem Klima nicht

(DBV) Mit irreführenden Zahlen und einem Tunnelblick auf die Landwirtschaft leistet man keinen sinnvollen Beitrag zum Klimaschutz. So kommentiert der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, den jüngsten Vorstoß des Umweltbundesamtes (UBA), das eine höhere Mehrwertsteuer für Milch und Fleisch gefordert hatte. Eine Strafsteuer auf Lebensmittel, wie vom Umweltbundesamt gefordert, hat keinen positiven Nutzen für das Klima, sondern verteuert vor allem den täglichen Einkauf für die Verbraucher. Als Begründung hatte das UBA die Treibhausgas-Emissionen genannt, die bei der Rindfleischerzeugung anfallen.

Anm. der Red.: Der Bauernverband hat vollkommen Recht und kann sich dabei auf Studien und Erfahrungen anderer Länder stützen. So wurde eine dänische Fettsteuer bereits nach einem Jahr wieder gestrichen, weil dänische Verbraucher sich im europäischen Umland eindeckten, und die Steuer gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstieß. Aber insbesondere die fachliche Begründung lässt zu wünschen übrig und widerspricht auch den Empfehlungen diverser Gutachtergremium, Klimaschutz über Systemgrenzen zu denken. Wenn man Klimaschutz ernst nimmt, müsste man die Steuer auf Lebensmittel aus nachhaltigen Systemen sogar gänzlich abschaffen, damit die steigende Nachfrage verstärkt aus diesen Systemen Klima schonend bedient werden kann. Bei der Diskussion drängt sich auch die Frage auf: warum wird Kerosin überhaupt nicht besteuert?
Stellungnahme des BBV / Stellungnahme des RLV
 
04.01.2017

Wasser-Fachleute diskutieren über schonende Landwirtschaft

Um Grund­wasserschutz im Spannungsfeld zwischen Nachhaltigkeit und Ökonomie geht es auf dem 13. Niedersächsischen Grundwasserkolloquium am 15. und 16. Februar 2017 in Braunschweig. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen beteiligt sich an diesem zweitägigen Forum für Fachleute aus Forschung, Industrie, Consulting, Verbänden und Behörden.
 
04.01.2017

Wer profitiert eigentlich von gentechnisch veränderten Pflanzen?

Spanien und Argentinien berichten von ihren Langzeit-Erfahrungen mit gentechnisch veränderten Pflanzen. In Spanien sollen mehr als 30 % des angebauten Maises aus gentechnisch verändertem Mais bestehen. Er wird auf rd. 130.000 ha angebaut. Ungleich grösser sind die Anbauflächen für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen in Argentinien. In der letzten Anbausaison 2015/16 seien auf 25.5 Mio. ha Biotech-Pflanzen, vor allem Soja, aber auch Mais und Baumwolle angebaut worden, heißt es im POINT-Newsletter 12/2016.
Seit ihrer Einführung im Jahr 1996 hätten die sog. Biotech-Pflanzen in Argentien rd. 127.000 Millionen US$ an wirtschaftlichen Vorteilen gebracht, wovon in erster Linie die Landwirte profitierten (66%). 26 % des Mehrgewinns ging über Steuern und Abgaben an den argentinischen Staat und 8 % an die Technologie-Anbieter (Saatgut, Pflanzenschutzmittel).
 
04.01.2017

Gehören Krankheiten bald der Vergangenheit an?

Die rasante Entwicklung der ­Genom-Editierung eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Erforschung und Behandlung von Krankheiten. Die Technologie verspricht im Gegensatz zu vielen heutigen Medikamenten, welche häufig nur zur Linderung krankheitsbedingter Symptome beitragen, die kausalen Ursachen genetisch bedingter Erkrankungen adressieren zu können, heißt es im aktuellen Heft Forschung und Lehre 1/17. Insbesondere das sog. CRISPR/Cas9-System hat zu einem entscheidenden Durchbruch im Bereich des Genom-Editing geführt, da die Technologie sehr effizient und die molekulare Schere sehr einfach zu programmieren ist, heißt es in dem Artikel, der neben Chancen und Risiken auch ethische Aspekte zur Sprache bringt. Professor Peter Dabrock, Inhaber des Lehrstuhls für Systematische Theologie/ Ethik an der Universität Erlangen-Nürnberg und Vorsitzender des Deutschen Ethikrates sowie Dr. Matthias Braun, Akademischer Rat am Lehrstuhl für Systematische Theologie/ Ethik an derselben Universtität halten es für unverantwortlich, den Einsatz grundsätzlich scheitern zu lassen. Angesichts des enormen Potenzials gebe es eben ... nicht nur eine Schuld, wenn man gefährliche Dinge tut, sondern auch, wenn man angesichts drängender globaler Herausforderungen sinnvolle Lösungsansätze vorschnell unterlässt.
 
04.01.2017

Streit um Nitratbericht der Bundesregierung

Nitrat im Grundwasser ist ein ernstes Problem. Deshalb hat die EU-Komission ihre Mitgliedsstaaten verpflichtet, die Nitratgehalte im Grundwasser zu überwachen und regelmäßig Bericht nach Brüssel zu erstatten. Dort wird dann beurteilt, ob nationale Maßnahmen zur Reduzierung der Gehalte wirken oder nicht. Im schlimmsten Fall drohen Vertragsverletzungsverfahren, wie zuletzt gegen Deutschland.
Dabei scheint die Berichterstattung aus Deutschland nach Brüssel nicht unumstritten und das Bundesumweltministerium musste selber erkennen, dass die Anzahl der Meßstellen nicht repräsentativ ist und damit auch ein Vergleich mit anderen Ländern kaum möglich ist. Für den Bericht 2016 wurde nachgebessert: anstatt 162 wurden für den aktuellen Bericht 700 Messstellen ausgewertet. Aber auch diese Anzahl bleibt weit hinter der Anzahl Messtellen anderer Mitgliedsstaaten zurück und soll lt. Experten immer noch nicht repräsentativ für die landwirtschaftliche Nutzung in Deutschland sein. Dazu kommt, dass die Ergebnisse genutzt werden, um die Tierhaltung für die Überschreitung gesetzlicher Grenzwerte verantwortlich zu machen. Mit Zahlen, die der Bericht angeblich so nicht hergibt. Diese Kritik scheint auch bei dem ein oder anderen Journalisten angekommen zu sein. Auf eine offizielle Stellungnahme der Verantwortlichen indes wartet man vergeblich.