BRS News

03.09.2026

Erntebericht 2026 liegt vor

Am 2. September hat Bundesminister Alois Rainer in Berlin das erste vorläufige Ergebnis der diesjährigen Raps- und Getreideernte vorgestellt. Die Witterung in Europa und Deutschland war geprägt von Extremen: Ein besonders trockenes Frühjahr und Sommer sowie wiederholte Hitzewellen stellten die Landwirtinnen und Landwirte vor große Herausforderungen. Entsprechend verliefen Anbau und Ernte unter herausfordernden Bedingungen.

Auch im Futterbau zeigte die Trockenheit Auswirkungen. Die Grünlandernte 2026 begann vielerorts mit guten Erträgen, wurde ab Juni jedoch durch Hitze und Trockenheit vor allem im Süden und Südwesten deutlich beeinträchtigt. Dadurch fielen weitere Schnitte teilweise aus und die Futterversorgung wurde regional knapp. Gleichzeitig stiegen die Preise für Heu und andere Futtermittel. Auch beim Silomais werden in den trockenen Regionen deutliche Ertragseinbußen erwartet. Die weitere Entwicklung hängt stark von den Niederschlägen bis zum Herbst ab.

 
02.09.2026

FLI bestätigt weiteres Shamonda-Virus-verwandtes Orthobunyavirus in Deutschland

Neueste Untersuchungsergebnisse des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) deuten auf ein zweites Einschleppungs- und Ausbreitungsereignis in Deutschland hin. Sequenzanalysen von PCR-positiven Proben aus dem Nordwesten und dem Osten Deutschlands zeigen, dass neben der seit Juli vor allem in Süddeutschland, der Schweiz und Frankreich auftretenden Variante Shamonda-Virus/DE/2026 eine weitere, mit dem Shamonda-Virus verwandte Variante vorkommt. Die Rinderproben stammen aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Thüringen. Das Virus gehört zur Spezies Orthobunyavirus Schmallenbergense der Simbu-Serogruppe, ist mit dem ursprünglich in Afrika und Japan beschriebenen Shamonda-Virus verwandt, zeigt aber eindeutige Unterschiede zur zuerst in der Schweiz, Frankreich und Süddeutschland nachgewiesenen Variante Shamonda-Virus/DE/2026.

 
02.09.2026

PigWel: sichere Konzepte für den Umbau konventioneller Ställe zur Haltung unkupierter Ferkel entwickeln und bewerten

Die Haltung unkupierter Ferkel in konventionellen Stallungen kann durch verschiedene Maßnahmen positiv beeinflusst werden. Im Forschungsprojekt PigWel wird die Wahlfütterung mit Roggenanteil in Kombination mit zwei Umbauvarianten eines konventionellen Ferkelaufzuchtabteils untersucht. Im Zuge des Umbaus der Tierhaltung zu mehr Tierwohl und der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Kupierverzicht stehen landwirtschaftliche Betriebe, vor allem in konventionellen Haltungsformen, vor Herausforderungen. Verschiedenen stallbaulichen und managementbezogenen Maßnahmen wird eine positive Wirkung zugeschrieben. Im Projekt PigWel wird die Wahlfütterung mit Roggenanteil in Kombination mit zwei Umbauvarianten eines konventionellen Ferkelaufzuchtabteils untersucht.

 
02.09.2026

Milchkühe künftig dynamischer füttern: Die neuen Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Milchkühen

Die Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) hat neue Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Milchkühen veröffentlicht (GfE 2023). Diese bringen nicht nur Anpassungen bei den Versorgungsempfehlungen mit sich, sondern auch eine Umstellung bei der Futterbewertung. Die GfE ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern aus allen Bereichen der Tierernährung mit Sitz in Frankfurt am Main. Ziel ist es, ein Diskussionsforum zu bieten, in dem Wissenschaftler Probleme erörtern und gemeinsam nach Lösungen suchen können.

 
01.09.2026

Europäische Innovationspartnerschaft (EIP): Neue Ideen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft

Wie können sich Land- und Forstwirtschaft besser an den Klimawandel anpassen, Ressourcen schonen und zugleich wirtschaftlich erfolgreich bleiben? Mecklenburg-Vorpommern sucht dafür neue Ideen aus Praxis, Wissenschaft und Wirtschaft. Im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) können sich sogenannte Operationelle Gruppen mit innovativen Projektideen bewerben. Die aktuelle Ausschreibung fokussiert sich auf vier Themenfelder: ressourcenschonende Land- und Forstwirtschaft, Klimaschutz und Klimaanpassung in der Landwirtschaft, Verringerung von Nährstoffeinträgen in Böden und Gewässer sowie Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten.

 
31.08.2026

Wie hoch ist das Einkommen von Landwirtinnen und Landwirten?

Das durchschnittliche Einkommen der deutschen Landwirtschaft lag im Wirtschaftsjahr 2024/25 bei rund 46.800 Euro je Arbeitskraft. Damit blieb es nahezu auf dem Niveau des Vorjahres, lag jedoch deutlich unter dem Wert des Rekordjahres 2022/23. Differenziert nach Rechts- und Bewirtschaftungsformen, fallen deutliche Unterschiede auf.

 
31.08.2026

Fütterungsstrategien bei niedrigen Milchauszahlungspreisen – müssen wir bei Bekanntem umdenken?

Proteinmarkt - Im Verlauf des letzten Jahres kannte der Milchauszahlungspreis nahezu nur eine Richtung: abwärts. So betrug der Kieler Rohstoffwert Milch im Juni 2025 noch 49,8 Cent, erreichte im Januar 2026 dann aber die 30-Cent-Marke. In solchen Situationen mit niedrigen Milchauszahlungspreisen, wie z. B. im Jahr 2016, oder mit stark gestiegenen Kosten, z. B. für Futter, wie im Jahr 2008, als die Kraftfutterpreise innerhalb weniger Monate um 50 bis 70 % stiegen, machen sich die Milcherzeuger:innen intensive Gedanken über Einsparungspotenziale. Da über 50 % der Produktionskosten auf das Futter und somit auf die Fütterung entfallen, liegt der Gedanke nahe, fütterungsstrategische Anpassungsmaßnahmen zu ergreifen.

 
31.08.2026

Kuhschlachtungen in Süddeutschland steigen

Laut Medienberichten hat die lang anhaltende Dürre im Sommer 2026 zu Futterknappheit bei den Rinderhalter:innen geführt, weshalb sie ihre Tiere vermehrt ins Schlachthaus bringen. Eine aktuelle Auswertung der wöchentlichen Schlachtdaten nach der ersten Fleischgesetz-Durchführungsverordnung durch das Bundeszentrum für Landwirtschaft (BZL) bestätigt dies teilweise. So ist in den süddeutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg seit Anfang Juli eine merkliche Zunahme der wöchentlichen Kuhschlachtungen in den meldepflichtigen Betrieben zu verzeichnen. Mitte August waren sie so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Insbesondere wurden mehr Tiere mit geringer Fleischigkeit (Handelsklassen O und P) geschlachtet. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich Landwirt:innen vermehrt von älteren und nicht mehr leistungsstarken Tieren getrennt haben.

 
31.08.2026

Minister Alois Rainer besucht Westfleisch: KI unterstützt amtliche Fleischuntersuchung

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat heute den Westfleisch-Standort in Oer-Erkenschwick besucht, um sich über den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der amtlichen Fleischuntersuchung zu informieren. Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch mit den Verantwortlichen von Westfleisch sowie die Besichtigung des Pilotprojekts ArtificialVet. Seit Dezember 2025 unterstützt ArtificialVet das amtliche Untersuchungspersonal im Rahmen einer Pilotphase mit digitalen Vorbefunden. Sechs Hochleistungskameras erfassen den geschlossenen Schweineschlachtkörper. Eine KI analysiert die Aufnahmen und erkennt unter anderem Veränderungen an Ohren und Schwanz sowie Umfangsvermehrungen. Grundlage sind Tausende von durch Expertinnen und Experten bewerteten Beispielbildern. Die abschließende Befundentscheidung treffen weiterhin die amtlichen Tierärztinnen und Tierärzte. Die KI dient ausschließlich als zusätzliches Unterstützungsinstrument. ArtificialVet ist eine gemeinsame Entwicklung von Westfleisch, der CIMT AG und dem Veterinäramt des Kreises Recklinghausen. Nach Angaben der Projektpartner handelt es sich um das bundesweit erste Projekt dieser Art.

 
31.08.2026

VDLUFA: Kongress mit milchwirtschaftlichen Nachhaltigkeitsthemen

Der 137. Kongress des Verbands Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA) findet vom 22. bis 25. September 2026 in Leipzig statt. Er steht unter dem Leitthema Stoffkreisläufe im Wandel – Strategien für eine zirkuläre Agrar- und Umweltwirtschaft. Unter den Posterpräsentationen sowie in den Vorträgen der Blöcke Tierische Produktion III und IV am 24. September werden einige nachhaltige Aspekte der Primärproduktion beleuchtet.