BRS News Rind

20.07.2026

Der NRW-Milchmarkt in der ersten Jahreshälfte 2026

Die Halbjahrespressekonferenz der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e. V. (LV Milch NRW) fand am Auktionsstandort der Rinder-Union West eG (RUW) in Krefeld, statt. Dr. Rudolf Schmidt, Geschäftsführer der LV Milch NRW, erläuterte die Lage auf dem NRW-Milchmarkt: Die Verbraucherpreise für Milch und Milchprodukte seien in den vergangenen Monaten insgesamt leicht zurückgegangen. Eine Ausnahme stellten jedoch die niedrigen Butterpreise dar, die sich nahezu halbiert hätten. Milch und Milchprodukte erfreuen sich sowohl auf der Verbraucherseite als auch im Handel einer anhaltend hohen Nachfrage, erklärte Hans Stöcker, Rheinischer Vorsitzender der LV Milch NRW. Gleichzeitig stehen die Milchviehbetriebe wirtschaftlich unter Druck. Trotz der guten Nachfrage liegt der Auszahlungspreis für Milch unter dem Vorjahresniveau, während die Kosten – unter anderem für Energie, Düngemittel und weitere Betriebsmittel – weiterhin hoch sind. Politik und Gesellschaft sind deshalb gemeinsam gefordert, die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige und sichere Lebensmittelversorgung in Deutschland zu schaffen. Angesichts geopolitischer Konflikte und wachsender Abhängigkeiten gewinnt eine starke heimische Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung.

 
20.07.2026

Klimaplattform Milch – Klimabilanzierung als Managementinstrument für die Praxis

Proteinmarkt - Die Diskussion um den Klimaschutz in der Nutztierhaltung ist längst nicht mehr nur eine politische oder gesellschaftliche Debatte, sondern spielt auch auf den Betrieben und in der Beratung eine zunehmend wichtige Rolle. Molkereien erkennen Marktchancen in der transparenten Darstellung ihrer Treibhausgasemissionen gegenüber ihren Handelspartnern. 80–90 % dieser Emissionen entstehen auf den Milcherzeugerbetrieben. Daher sehen sich diese Betriebe über kurz oder lang mit der Aufgabe konfrontiert, ihre Treibhausgasemissionen systematisch zu erfassen und zu reduzieren. Mit der Klimaplattform Milch hat die Fokus Milch GmbH, ein privatrechtlicher Zusammenschluss von Molkereien unter dem Dach der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e. V., ein entsprechendes Instrument geschaffen. (LVN), ein Instrument für die deutsche Milchwirtschaft geschaffen, das hier ansetzt: Eine einheitliche Methodik zur Berechnung des CO₂-Fußabdrucks von Rohmilch macht Klimaleistungen messbar und vergleichbar.

 
20.07.2026

Arbeitsbericht 2025 der Initiative Milch

VDM - Die Initiative Milch hat ihre Position als zentrale Kommunikationsplattform für die Milchwirtschaft weiter ausgebaut und erreicht insbesondere junge Verbraucherinnen und Verbraucher erfolgreich. Die Zielgruppe nimmt Milch und Milchprodukte zunehmend als hochwertige Proteinquelle wahr und erkennt die Bedeutung der Milchwirtschaft für regionale Strukturen an. Mit kontinuierlichem Storytelling auf Instagram und TikTok, Podcasts, wissenschaftlichen Dialogformaten und Kampagnen rund um den Tag der Milch wurden im Jahr 2025 mehrere Millionen Menschen erreicht. Allein über Instagram und TikTok haben rund 19 Millionen Nutzerinnen und Nutzer diese Inhalte angesehen, es konnten 47 Millionen Impressionen erzielt werden. Weitere hohe Reichweiten wurden über YouTube, Audio- und Podcastformate, Connected TV, Online-Werbung und Social-Media-Kampagnen erzielt. Damit leistet die Initiative einen wichtigen Beitrag, um Wissen, Verständnis und Vertrauen in die moderne Milchwirtschaft zu stärken. Den ausführlichen Arbeitsbericht 2025 finden Sie hier.

 
20.07.2026

Milchtrends: Kälberaufzucht in früher Gruppenhaltung und gesellschaftliche Akzeptanz

VDM - Milchtrends hat den Beitrag Kälberaufzucht: Warum die frühe Gruppenhaltung zur Brücke zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft werden kann von Flora von Steimker veröffentlicht. Der Artikel fasst die Ergebnisse des Forschungsprojekts InnoRind zusammen und zeigt, dass Bürgerinnen und Bürger sowie Milchviehhalter Kühe und Kälber zwar gleichermaßen als empfindungsfähige Tiere betrachten, bei der Bewertung von Aufzuchtsystemen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Als praxisnaher Kompromiss zwischen den gesellschaftlichen Erwartungen an mehr Tierwohl und den Anforderungen der Milchviehbetriebe wird die frühe Gruppenhaltung hervorgehoben. Der Artikel ist hier zu finden.

 
20.07.2026

Länderupdate der bedeutendsten Mitgliedsstaaten 2025 der International Dairy Federation

VDM - Das Factsheet Nr. 50/2026 der International Dairy Federation (IDF) fasst die aktuellen Länderberichte von 20 Mitgliedstaaten zu den Marktergebnissen und Marktbedingungen im Jahr 2025 zusammen. Die Daten vergleichen die Entwicklungen mit dem jeweiligen Vorjahreszeitraum beziehungsweise mit den aktuellsten verfügbaren Zeiträumen seit Januar. Sie wurden vom Standing Committee on Dairy Policies and Economics der IDF erhoben. Die betrachteten Länder repräsentieren mehr als die Hälfte der weltweiten Milchproduktion sowie einen noch größeren Anteil des globalen Handels mit Milch- und Molkereiprodukten. Dadurch bietet die Publikation einen aussagekräftigen Überblick über die internationale Marktlage. Die deutsche Übersetzung ist auf der VDM-Homepage zu finden.

 
20.07.2026

Neue Ausschreibung des QS-Wissenschaftsfonds

Der QS-Wissenschaftsfonds sucht innovative Forschungsprojekte entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette, unter anderem zu den Themen Tierwohl, Tiergesundheit, Hygiene, Biosicherheit, Nachhaltigkeit sowie Digitalisierung und KI. Im Fokus stehen insbesondere Vorhaben mit Bezug zu Rind, Schwein und Mastgeflügel, beispielsweise zu Tierwohl entlang der Kette, Hygiene, resilienten Lieferketten oder Wissenstransfer in die Praxis. Eine Förderung von bis zu 35.000 € pro Projekt ist möglich, Bewerbungsschluss ist der 6. September 2026. Auch Symposien und praxisnahe Weiterbildungen können gefördert werden.

 
15.07.2026

BZL - Wenn Lebensmittel schon vor der Vermarktung verloren gehen

Nicht alle Lebensmittel landen auf unseren Tellern – viele gehen bereits bei der Erzeugung verloren. Warum das so ist und wie sich Verluste vermeiden lassen, erklärt das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft. Auch in der Tierhaltung kommt es zu Lebensmittelverlusten. Genau genommen gelten lebende Tiere jedoch noch nicht als Lebensmittel – erst nach der Schlachtung ist dies der Fall. Verluste bei lebenden Tieren entstehen unter anderem durch Krankheiten, Verletzungen oder Tierseuchen. Müssen Tiere mit Arzneimitteln behandelt werden, dürfen Fleisch, Milch oder Eier während vorgeschriebener Wartezeiten nicht vermarktet werden. Bei Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest können zudem Sperrmaßnahmen und Transportverbote erforderlich sein. In betroffenen Beständen müssen Tiere getötet werden, um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Dadurch gehen potenzielle Lebensmittel verloren oder können nicht wie vorgesehen vermarktet werden. Um solche Verluste möglichst zu vermeiden, setzen Landwirtinnen und Landwirte auf vorbeugende Maßnahmen. Dazu zählen eine gute Tiergesundheit, konsequente Hygienekonzepte, regelmäßige Gesundheitskontrollen sowie Maßnahmen der Biosicherheit. Diese sollen verhindern, dass Krankheitserreger in die Tierbestände eingeschleppt und verbreitet werden.

 
15.07.2026

FBN-Studie: Moderater Hitzestress löst messbare Blutveränderungen bei Milchkühen aus

Der Klimawandel verändert die Tierhaltung – und das schneller, als viele erwarten. Häufigere und intensivere Hitzewellen belasten Milchkühe beispielsweise physiologisch stark. Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Nutztierbiologie (FBN) konnten nachweisen, dass bereits moderater Hitzestress messbare Veränderungen im Blut von Holstein-Kühen bewirkt. Dazu zählen Anzeichen für Entzündungsprozesse sowie eine Aktivierung der Blutgerinnung. Gleichzeitig werden bestimmte Abwehrwege in peripheren mononukleären Blutzellen (PBMC) gedämpft. Diese Effekte traten bereits nach sieben Tagen Wärmebelastung auf und liefern Tierärzt:innen sowie Milchviehbetrieben konkrete Ansatzpunkte, um Hitzestress frühzeitig zu erkennen und ihm entgegenzuwirken.

 
13.07.2026

Ackerstatus bleibt trotz mehrjährigem Grasaufwuchs erhalten

Eine langjährige Forderung der Landwirtschaft wird nun umgesetzt: Ackerland verliert seinen Status künftig nicht mehr allein deshalb, weil dort über mehr als fünf Jahre Gras oder andere Grünfutterpflanzen angebaut werden. Bislang mussten Flächen regelmäßig umgebrochen oder neu eingesät werden, um den förderrechtlichen Ackerstatus zu sichern – mit negativen Folgen für Humusaufbau, Bodenstruktur und Gewässerschutz. Künftig entfällt dieser rein förderrechtlich bedingte Umbruch. Grundlage ist die Anfang des Jahres verabschiedete Omnibus-III-Verordnung der Europäischen Kommission, deren Vorgaben inzwischen in deutsches Recht übernommen wurden. Die Neuregelung gilt für Flächen, die im Mehrfachantrag 2025 und 2026 als Ackerland gemeldet wurden. Eine Antragstellung ist nicht erforderlich: Die Zuordnung als dauerhafte Ackerfläche erfolgt automatisch im Serviceportal iBALIS. Diese Flächen können weiterhin als Ersatzflächen für genehmigte Dauergrünlandumwandlungen sowie für Agrarumweltmaßnahmen – etwa M10 – genutzt werden.

 
13.07.2026

Jahresbericht 2025 zur Rinderzucht in Bayern erschienen

Der Jahresbericht 2025 der Arbeitsgemeinschaft der Besamungsstationen in Bayern e.V. zur Rinderzucht in Bayern ist erschienen. Er bündelt die wichtigsten Kennzahlen und Entwicklungen aus den Bereichen Rinderzucht, Besamung und Embryotransfer. Der Bericht ist sowohl in gedruckter Form als auch digital verfügbar. Die digitale Ausgabe finden Sie unter folgendem Link.