BRS News Rind
Zusammenfassung des IDF-Forums 2025 zum Tierwohl von Milchkühen
Der Internationale Milchwirtschaftsverband (IDF) fasst im IDF-Merkblatt 48/2026 die Ergebnisse des Dairy Cattle Welfare Forums vom 17. Oktober 2025 in Santiago de Chile zusammen. Das Forum brachte Führungskräfte zusammen, die für die Entwicklung oder Umsetzung von Programmen zum Tierwohl von Milchkühen verantwortlich sind, um Erfahrungen auszutauschen, gemeinsame Herausforderungen zu diskutieren und zukünftige Wege zur Stärkung der Tierschutzsicherung in globalen Milchlieferketten zu erkunden. Aufbauend auf früheren Foren legte das Treffen im Jahr 2025 den Schwerpunkt auf praktische Lehren aus der Umsetzung, die Realitäten der Landwirte und die zunehmende Integration von Tierwohl mit Nachhaltigkeits- und regulatorischen Erwartungen.
Niedersachsen: Anbindehaltung für Rinder soll untersagt werden
In naher Zukunft soll die Anbindehaltung von Rindern in Niedersachsen der Vergangenheit angehören. Dieses Vorhaben wurde in einer gemeinsamen Pressekonferenz vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium (ML) gemeinsam mit Vertretern des Landvolks, des Landestierschutzverbandes Niedersachsen und der Landesbeauftragten für den Tierschutz vorgestellt. Basierend auf einer Beschlussvorlage der Facharbeitsgruppe Rinder des Niedersächsischen Tierschutzplans für nachhaltige Nutztierhaltung wurde ein Erlass erarbeitet, der sich an die kommunalen Veterinärbehörden richtet und die Anbindehaltung von Rindern in Niedersachsen grundsätzlich untersagt. Gestern hat das ML zudem die Anhörung der Kommunalen Spitzenverbände gestartet.
Milchpraxis: Atemwegserkrankungen bei ausgewachsenen Milchkühen
Atemwegserkrankungen treten bei ausgewachsenen Milchkühen im Allgemeinen relativ selten auf. Wenn doch, werden sie häufig auf eine Schwächung des Immunsystems während der Transitphase zurückgeführt. Generell werden Atemwegserkrankungen bei Rindern als Faktorenkrankheit eingestuft. Neben verschiedenen Viren werden hierbei oft die Bakterien Mannheimia haemolytica, Pasteurella multocida, Histophilus somni und Mycoplasma bovis nachgewiesen. Da in den letzten zehn Jahren deutlich mehr Ausbrüche durch M. haemolytica bei Milchkühen gemeldet wurden, war es das Ziel einer niederländischen Fallstudie, die Merkmale dieser Ausbrüche und mögliche Risikofaktoren näher zu beschreiben. Diese wurden durch eine umfangreiche Umfrage unter betroffenen Landwirten ermittelt. Dabei stellt sich die Frage, ob ein gemeinsamer Risikofaktor, der das Immunsystem schwächt, innerhalb kurzer Zeit bei mehreren Kühen eine sekundäre Infektion begünstigt, oder ob besonders virulente Stämme dieses Bakteriums eingeschleppt werden und zu einer primären Infektion führen.
Mecklenburg-Vorpommern hebt Düngelandesverordnung auf
Mecklenburg-Vorpommern wird seine Düngelandesverordnung aufheben. Das hat Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute auf dem Boden- und Düngungstag MV in Linstow verkündet. Hintergrund: Das Bundesverwaltungsgericht hat am 24. Oktober 2025 die bayerische Düngelandesverordnung für unwirksam erklärt, weil die bundesrechtliche Ermächtigungsgrundlage den Anforderungen des Grundgesetzes nicht genügt. Damit fehle auch für die anderen Bundesländer die notwendige Rechtssicherheit. Wir können von den Betrieben nicht verlangen, dass sie unter Regeln arbeiten, die juristisch auf wackeligen Füßen stehen. Das ist kein Rückzug aus dem Gewässerschutz
, betonte Backhaus. Aber wir müssen jetzt sauber arbeiten: rechtlich belastbar, fachlich präzise und praxistauglich.
, sagte Backhaus. An den Bund formulierte er erneut die klare Forderung, Verantwortung zu übernehmen und schnell für eine rechtskonforme Lösung zu sorgen.
18 Millionen für die Förderung von Agrarinvestitionen in Niedersachsen
Niedersachsen ermöglicht für das Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) 2026 eine frühe Antragstellung. Durch diese frühe Antragsphase können auch die Bewilligungen früher erteilt werden, sodass den Begünstigten mehr Zeit zur Umsetzung ihrer baulichen Maßnahmen bleibt. Im AFP 2026 stehen für landwirtschaftliche Betriebe in Niedersachsen, Bremen und Hamburg insgesamt rund 18 Millionen Euro zur Verfügung, die aus Niedersachsen, Bremen und Hamburg sowie vom Bund und der EU stammen. Gefördert werden im Rahmen des AFP beispielsweise tierfreundliche Stallbauinvestitionen oder die Anschaffung von Maschinen oder Geräten für eine sparsame, gezielte Ausbringung von Gülle oder Pflanzenschutzmitteln. Alle Vorhaben müssen bestimmte Anforderungen im Bereich Umwelt- oder Klimaschutz erfüllen, bei Stallvorhaben zusätzlich im Bereich Tierschutz.
Düsser Milchviehtage
Am 25. und 26. Februar 2026 finden im Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse die Düsser Milchviehtage unter dem Motto Nachwuchs fo(e)rdern – smarter Start für alle
statt. Im Fokus stehen sowohl tierbezogene Themen – vom Start des Kalbes über den Lebensverlauf bis hin zum Beginn der Laktation – als auch der landwirtschaftliche Nachwuchs. Auf der Fachmesse findet neben Vorführungen zur Fütterung und zum Stroheinstreuen auch wieder das BarnRobot Event statt. Das BarnRobot Event steht 2026 unter dem Thema Automatisches Melken. In drei praxisorientierten Sessions werden unterschiedliche betriebliche Szenarien vorgestellt.
Neue Studie: Konsens und Dissens bei agrarpolitischen Zielsetzungen zwischen Landwirten und Bevölkerung
In einer Studie der Agrarforschung Schweiz (Agroscope) und der ETH Zürich, wurden sowohl Landwirt:innen als auch Nicht-Landwirte zu den Zielen der Agrarpolitik befragt. Die Ergebnisse zeigen sowohl gemeinsame als auch abweichende Ansichten. Beide Gruppen sind sich sowohl über die Legitimität der verschiedenen Ziele der Agrarpolitik als auch darüber einig, dass heimische Nahrungsmittelproduktion und landwirtschaftliches Einkommen zu den wichtigsten Zielen der Agrarpolitik gehören. Landwirt:innen legen größeren Wert auf angemessenes landwirtschaftliches Einkommen, Nicht-Landwirte auf niedrigere Lebensmittelpreise und darauf, Umweltwirkungen zu verringern. Die Meinungen unter Landwirten gehen in Bezug auf agrarökologische Ziele deutlich auseinander, insbesondere hinsichtlich der Reduzierung von Treibhausgasen.
Neue DLG-Information: Rationsoptimierung und Fütterungskontrolle bei Milchkühen
Die neue DLG-Information 01|2025 zur Rationsplanung und -gestaltung sowie zur Rationskontrolle und zum Fütterungscontrolling setzt die Empfehlungen der GfE (2023) in die Praxis um. Gleichzeitig ergänzt sie die DLG-Futterwerttabellen Wiederkäuer und die Leitfäden, die mit den DLG-Merkblättern 503 und 504 veröffentlicht wurden. Sie bietet neben einen kompakten Überblick über alle relevanten Futterwertkenngrößen klare Vorgaben für die Rationsplanung und -gestaltung, praktische Empfehlungen zur Rationskontrolle und Tools fürs Fütterungscontrolling – von Futteraufnahme bis Wiederkäuergerechtheit.
Neue Online-Plattform "LeguDash"
Die neue datenbasierte Online-Plattform LeguDash, die zentrale Informationen zum Leguminosenmarkt bündelt, wurde vom Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen in Soest im Rahmen des Forschungsprojekts LeguNet entwickelt und ist ab sofort auch auf BMEL-Statistik abrufbar. Die Plattform bietet einen kompakten Marktüberblick zu den vier großen Körnerleguminosen Ackerbohne, Erbse, Soja und Lupine. Auf LeguDash findet man aber auch interaktive Grafiken mit aktuellen Zahlen zu Anbauflächen, Erntemengen und Erträgen. Ziel ist es, Landwirtinnen und Landwirte, Beratende und Forschende mit fundierten Entscheidungshilfen zu unterstützen und mehr Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu schaffen.
Ketose beim Rind – die unterschätzte Stoffwechselstörung der Frühlaktation
Ein neuer Beitrag des Ceva-Blogs ruminants.ceva.pro zur Ketose beim Rind beschäftigt sich damit, warum die Ketose entsteht, welche Formen es gibt, wie man sie frühzeitig erkennen und was man zur Vorbeugung tun kann.
