BRS News Rind
Vision AI: Künstliche Intelligenz trifft High Performance Milking
Künstliche Intelligenz ist keine Zukunftsvision mehr. Bereits heute unterstützt sie Milchviehhalter dabei, Effizienz, Milchleistung und Tierwohl auf ein neues Niveau zu heben. Mit Vision AI integriert BouMatic modernste KI-Technologie direkt in den Melkprozess und schafft damit die Grundlage für High Performance Milking. Im Gemini-Up-Melkroboter kombiniert Vision AI maschinelles Lernen mit einer hochpräzisen 3D-Kamera. Das System erkennt jede Kuh anhand ihrer individuellen Eutermerkmale wie Euterform, Eutergröße und Zitzenposition und passt den Ansetzvorgang automatisch an. Mit jedem Melkvorgang lernt die Technologie dazu und optimiert ihre Leistung kontinuierlich.
Antibiotikaabgabe in der Tiermedizin weiter auf niedrigem Niveau
Die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika ist in Deutschland im Jahr 2025 nur marginal gesunken. Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitteilte, wurden mit rund 562 Tonnen (t) Antibiotika nahezu die gleiche Menge wie im Vorjahr an die Tierärzteschaft und weitere Empfänger abgegeben. Nach der deutlichen Reduktion von über zwei Dritteln der Antibiotika-Abgabemengen seit Beginn der Erfassung im Jahr 2011 stabilisieren sich die Mengen in den letzten Jahren auf einem niedrigen Niveau
, sagt die Präsidentin des BVL, Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl. Insbesondere der deutliche Rückgang der Abgabemenge des von der WHO als kritisch eingestuften Wirkstoffs Colistin im Jahr 2025 ist als Erfolg zu bewerten.
Der Anstieg der Antibiotikagaben um 6,4 Prozent im vergangenen Jahr war auf gesetzliche Änderungen bzw. Änderungen bei der statistischen Erfassung zurückzuführen. So wurde die zusätzliche Erfassung der an Apotheken, Veterinärbehörden und Hochschulen abgegebenen Mengen durch pharmazeutische Großhändler eingeführt. Seit Anfang 2023 unterliegen zudem Betriebe mit Milchkühen ab einer bestimmten Bestandsgröße der Mitteilungspflicht.
Umsetzung regionaler Nährstoffkonzepte bei der Gülleaufbereitung – SlurryUpgrade
In Deutschland fallen jährlich über 200 Mio. m³ flüssiger Wirtschaftsdünger an, der mineralische Düngemittel teilweise ersetzen kann. Angesichts steigender Düngerpreise gewinnt die Aufbereitung von Gülle zunehmend an Bedeutung. Für die Bewertung der Verfahren sind jedoch Kenntnisse über Nährstoffverteilung, Massenabtrenngrade, Düngewirkung und Energiebedarf erforderlich. Im Modell- und Demonstrationsvorhaben SlurryUpgrade werden rund 30 Praxisbetriebe in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen untersucht. Im Fokus stehen Separation, Trocknung und Vakuumverdampfung. Dabei werden wichtige Verfahrenskennzahlen erfasst und die Düngewirkung aufbereiteten Wirtschaftsdüngers anhand von Demonstrationsstreifen untersucht. Der Stickstoffversorgungsstatus der Kulturen wird unter anderem mittels Drohnenaufnahmen und N-Tester dokumentiert.
Vom 27. bis 28. Oktober 2026 findet die Abschlussveranstaltung des Modell- und Demonstrationsvorhabens SlurryUpgrade statt. Im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltung werden aktuelle Projektergebnisse und praxisnahe Erkenntnisse rund um die Gülleaufbereitung sowie ein ganzheitliches Wirtschaftsdüngermanagement präsentiert.
BZL macht fit für KI in der beruflichen Bildung
Wie verändert Künstliche Intelligenz (KI) unser landwirtschaftliches Bildungssystem? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Bundeszentrum für Landwirtschaft (BZL) in zwei Formaten: Beim 5. BZL-Bildungsforum in der DEULA Nienburg erfuhren die rund 100 Teilnehmenden aus den Bereichen landwirtschaftliche Berufsbildung, Ministerien, Wissenschaft und Verwaltung sowie landwirtschaftliche Berufs- und Fachschulen mehr über die Chancen und Risiken von KI. Zusätzlich widmet sich der September-Schwerpunkt der B&B Agrar
den Potenzialen und Grenzen generativer KI in der Unterrichts-, Ausbildungs- und Prüfungspraxis. Die neuen Artikel sind ab sofort unter www.bildungsserveragrar.de/bb-agrar/aktueller-schwerpunkt zu finden.
Webinar "Kälber gesund aufziehen" am 15.10.2026
Gesunde Kälber sind die Grundlage für leistungsfähige und langlebige Milchkühe. In ihrem Online-Vortrag zeigt Dr. Ingrid Lorenz, Veterinärmedizinerin und Fachabteilungsleiterin des Rindergesundheitsdienstes beim Tiergesundheitsdienst Bayern e. V., praxisnah, worauf es bei Geburt, Kolostrumversorgung, Hygiene, Haltung und Fütterung ankommt und wie sich typische Kälberkrankheiten von Anfang an vermeiden lassen. Die kostenfreie Veranstaltung findet am Donnerstag, 15.10.2026, von 9:30 bis ca. 11:00 Uhr online statt. Weitere Informationen finden Sie Infotreff Milch.
29. Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" startet
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) startet den 29. Bundeswettbewerb Unser Dorf hat Zukunft
. Gesucht werden Dorfgemeinschaften, die gemeinsam anpacken und ihren Ort mit Ideenreichtum und Engagement lebenswert und zukunftsfähig gestalten. Mitmachen können Dörfer sowie Gemeinschaften benachbarter Dörfer mit bis zu 3.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Wettbewerbsrunde läuft von 2027 bis 2029. Weitere Informationen zum 29. Bundeswettbewerb Unser Dorf hat Zukunft
sowie zu Teilnahmebedingungen und Ansprechpartnern in den Ländern gibt es hier.
Weidetierhaltung mit Wolf: Empfehlungen für einen wirksamen Herdenschutz
Wie kann die Weidetierhaltung mit Wölfen gelingen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Bundeszentrum Weidetiere und Wolf (BZWW) aus der Perspektive der Weidetierhalter. Unter anderem wurde die 24-seitige Broschüre Empfehlungen für Anforderungen an geeignete wolfsabweisende Herdenschutzzäune
veröffentlicht, die kostenfrei zum Download zur Verfügung steht. Um auf dem neuesten Stand zum Thema Herdenschutz zu bleiben, empfiehlt sich das Abonnement des Infoletters, der viermal im Jahr erscheint. Er bietet einen kompakten Überblick über aktuelle Online-Beiträge des BZWW, greift relevante Nachrichten auf und weist auf Infomaterialien sowie Veranstaltungen zum Thema Herdenschutz hin.
Auszeichnung für den Mut zum Dialog: „Point of Kuh“ erhält Siegel für vorbildliche Kommunikation
Die Universität Hohenheim ist für ihr Wissenschaftskommunikationsprojekt Point of Kuh
mit dem Siegel Vorbildliche Kommunikation tierexperimenteller Forschung
der Initiative Tierversuche verstehen ausgezeichnet worden. Point of Kuh
steht für einen offenen und dialogorientierten Ansatz der Wissenschaftskommunikation. Ausgangspunkt war die teils irritierende Fotoserie Milch-Matrix
des Fotografen Nikita Teryoshin über Milchproduktion, Milchwirtschaft und Nutztierhaltung. Die Fotografien wurden durch persönliche Statements von mehr als 50 Mitgliedern der Universität Hohenheim ergänzt. So entstand ein Dialog zwischen Wissenschaft, landwirtschaftlicher Praxis, Gesellschaft und Kunst – mit unterschiedlichen, teils widersprüchlichen Perspektiven. Point of Kuh
öffnete bewusst Räume für Fragen und Diskussionen, anstatt komplexe Themen ausschließlich zu erklären. Dass das Projekt nun bereits zum dritten Mal ausgezeichnet wurde, unterstreicht die Bedeutung dieses Ansatzes.
FAO/IDF: One Health – Bedeutung für die Milchwirtschaft
VDM - Die Food and Agriculture Organization (FAO) veranstaltete am 21. September 2026 in Rom die Global Conference for Actions on One Health in Agrifood Systems
mit Beteiligung des IDF-Präsidenten Gilles Froment und des IDF-Wissenschaftlers Daniel Núñez Díaz. Der One-Health-Ansatz verbindet die Bereiche Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit, Ernährung, Umweltschutz und öffentliche Gesundheit miteinander. Für die deutsche Milchwirtschaft verdeutlicht er die Bedeutung gesunder Tiere, verantwortungsvoller Praxis, tierärztlicher Versorgung, wissenschaftsbasierter Standards und wirksamer Kontrollen entlang der Wertschöpfungskette.
Hat KI eine Meinung zu Milch? Informationsvermittlung in Zeiten der 5. Generation Gatekeeper
Am 15.10. diskutiert der Datenjournalist Dr. Jakob Vicari von Tactile News im Rahmen der WISSENSWERTE | European Conference of Science Journalism 2026 gemeinsam mit Kerstin Wriedt, Geschäftsführerin der Initiative Milch, die Kernergebnisse des Milch-KI-Monitors. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen, die weit über die Milch hinausgehen. Wer bestimmt, was wir über Ernährung wissen? Welche Rolle spielen Transparenz und Verantwortung? Und was bedeuten die Ergebnisse für die Kommunikation unserer Branche?
