BRS News Schwein
Kabinett beschließt Einführung einer elektronischen Kassenpflicht
Das Bundeskabinett hat den vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) vorgelegten Gesetzentwurf zur Fortentwicklung von Kassenaufzeichnungen und zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung sowie zur weiteren Digitalisierung handels- und steuerrechtlicher Aufzeichnungen beschlossen, der ab einem Gesamtumsatz von 100.000 Euro pro Jahr die Einführung einer elektronischen Kassenpflicht zum 1. Januar 2028 vorsieht. Der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, hat sich dafür eingesetzt, dass für die Land- und Forstwirtschaft eine Ausnahme von der Kassenpflicht gilt.
FLI Umfrage: Wie wirken sich Tierseuchen auf Menschen, Betriebe und unseren Alltag aus?
Aviäre Influenza (Vogelgrippe
) und Afrikanische Schweinepest (ASP) betreffen nicht nur die Tiergesundheit. Die Tierseuchen können auch Auswirkungen auf landwirtschaftliche Betriebe, Verbraucherinnen und Verbraucher, Märkte und das gesellschaftliche Leben haben. Im europäischen Forschungsprojekt WiLiMan-ID werden daher die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Tierseuchen aus Sicht verschiedener Betroffener untersucht. Gesucht werden Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter, Schweinehalterinnen und Schweinehalter sowie Verbraucherinnen und Verbraucher, die an einer Befragung teilnehmen möchten. Die Erfahrungen und Einschätzungen der Teilnehmenden sollen dazu beitragen, unterschiedliche Perspektiven auf die Auswirkungen von Tierseuchen in die Forschung einzubeziehen. Die Teilnahme ist anonym und bis zum 15. November 2026 möglich.
EDEKA kündigt Verträge mit Schweinehaltern – ISN kritisiert Vorgehen scharf
EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen hat weitere Verträge mit Schweinehaltern aus dem Bauernschätze-Programm fristlos bzw. kurzfristig gekündigt. Betroffen sind Betriebe, die weiterhin an den ursprünglich langfristig vereinbarten Kostpreis-Modellen festgehalten hatten und teilweise erhebliche Investitionen in Tierwohlställe getätigt haben. Als Begründung führt EDEKA unter anderem die aktuelle Marktlage, die Wettbewerbssituation und eine wirtschaftliche Unzumutbarkeit des Kostpreis-Modells an. Die ISN Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. kritisiert dieses Vorgehen deutlich und kündigt an, die betroffenen Mitgliedsbetriebe auch im Rahmen einer Musterklage zu unterstützen. Die ISN sieht in den Kündigungen zudem ein problematisches Signal für das Vertrauen in langfristige Lieferverträge und fordert eine faire Gestaltung der Vertragsbeziehungen zwischen Landwirtschaft und Lebensmittelhandel.
Tierische Veredelung stärken – Ernährungssicherung gewährleisten
Der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) spricht sich dafür aus, die gekoppelte Einkommensstützung in der GAP 2028–2034 gezielt um eine Veredelungskomponente für relevante Nutztierarten weiterzuentwickeln. Tierhaltende Betriebe sollen damit entsprechend ihrer Leistungen für Ernährungssicherung, Grünlandnutzung und weitere ökologische Funktionen stärker berücksichtigt werden.
Computer Vision erkennt stressbedingte Verhaltensänderungen bei Schweinen
Forschende aus Südkorea und Bangladesch haben ein System entwickelt, das mithilfe von Computer Vision und maschinellem Lernen Verhaltensveränderungen bei Schweinen erfassen kann. Die Ergebnisse zeigen Potenzial für eine automatisierte Erkennung von Belastungssituationen wie Hitzestress, unzureichender Belüftung und Infektionen.
Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsministerin Schmachtenberg stellt Ernährungssicherheit und Zukunftsfähigkeit der Betriebe in den Mittelpunkt
Beim Landesbauerntag hat Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg die Bedeutung leistungsfähiger landwirtschaftlicher Betriebe für die Ernährungssicherheit betont. Angesichts von Kriegen, gestörten Lieferketten und Klimarisiken brauche Schleswig-Holstein eine starke heimische Landwirtschaft und verlässliche Rahmenbedingungen. Schmachtenberg sprach sich für eine verlässliche und ausreichend ausgestattete Gemeinsame Agrarpolitik, eine angemessene Honorierung zusätzlicher Leistungen für Tierwohl, Klima- und Umweltschutz sowie für den Abbau unnötiger Bürokratie aus. Gemeinsam mit Landwirtschaftskammer und Bauernverband arbeitet das Land bereits an konkreten Entlastungen für die Betriebe. Auch die Tierhaltung sei ein wichtiger Bestandteil der heimischen Landwirtschaft: Rund 71 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Schleswig-Holstein halten Nutztiere. 2023 entfielen 52 Prozent des landwirtschaftlichen Produktionswerts auf tierische Erzeugnisse.
Ernährungssicherheit: Drei Anträge im Bundestagsausschuss abgelehnt
Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat drei Anträge zur Stärkung der Ernährungssicherheit in Deutschland abgelehnt. Zur Abstimmung standen zwei Anträge der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sowie ein Antrag der AfD-Fraktion. Die Grünen forderten unter anderem eine stärkere ressortübergreifende Betrachtung der Ernährungssicherheit als Teil der Krisen- und Sicherheitspolitik. Im Mittelpunkt standen dabei eine krisenfeste Lebensmittelversorgung, klimaangepasste Landwirtschaft, Wassermanagement sowie die Entwicklung robuster und standortangepasster Sorten. Der AfD-Antrag zielte darauf ab, Ernährungssicherheit im Grundgesetz als Staatsziel zu verankern. Zudem sollten landwirtschaftliche Flächen und damit die heimischen Produktionsgrundlagen dauerhaft gesichert werden. Für die beiden Anträge der Grünen stimmten neben den Antragstellern die Abgeordneten der Linken. CDU/CSU, SPD und AfD lehnten sie ab. Der AfD-Antrag erhielt ausschließlich die Stimmen der eigenen Fraktion; CDU/CSU, SPD, Grüne und Linke stimmten dagegen. Damit fand keiner der drei Vorschläge im Ausschuss eine Mehrheit.
ISN fordert Risikoausgleichsrücklage anlässlich der Agrarministerkonferenz
Die ISN Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. fordert anlässlich der Agrarministerkonferenz eine schnelle Einführung der steuerfreien Risikoausgleichsrücklage und die dauerhafte Entfristung der Gewinnglättung. Die wirtschaftliche Lage vieler Schweinehalter sei angespannt: Sinkende Preise sowie hohe Produktions- und Energiekosten belasteten die Betriebe erheblich. Aktuell fehlten rund 55 Euro Erlös je Schwein. Die Betriebe brauchen jetzt finanzielle Luft zum Atmen
, betont ISN-Geschäftsführer Torsten Staack.
Digitaler Datenaustausch: Zwischenbilanz zur Vernetzung in der Landwirtschaft
Mitte September 2026 zogen die elf vom BMLEH geförderten Verbundforschungsprojekte zur Verbesserung des digitalen Datenaustauschs in der Landwirtschaft in Bonn eine Zwischenbilanz. Im Fokus steht die bessere Vernetzung digitaler Systeme entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Drei projektübergreifende Arbeitsgruppen entwickeln dazu Lösungen für Datenräume, Schnittstellen, Sensorik und praxisnahe Anwendungen. Erste Ergebnisse zeigen, wie Sensordaten künftig einfacher ausgetauscht und genutzt werden können. Damit sollen digitale Technologien schneller in die Praxis gelangen und Arbeitsabläufe effizienter und verlässlicher werden.
Rainer: Neustart mit der Türkei im Agrarhandel
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer reiste als erster deutscher Landwirtschaftsminister seit zehn Jahren in die Türkei. Im Mittelpunkt seines Antrittsbesuchs standen die Vertiefung der Zusammenarbeit im Agrar- und Lebensmittelsektor sowie der Ausbau der Handelsbeziehungen. In Ankara unterzeichneten Rainer und sein türkischer Amtskollege Ibrahim Yumakli eine gemeinsame Absichtserklärung. Rainer betonte, die Zusammenarbeit solle neuen Schub für deutsche Agrar- und Ernährungsexporte bringen. Geplant sind unter anderem ein Ausbau des Handels mit Gütern und Technik sowie eine stärkere Forschungskooperation.

GAP 2028–2034